FUßBALL: RELEGATION KREISKLASSE SCHWEINFURT

Eine kalte Dusche

Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten die Fußballer der SG Castell/Wiesenbronn.
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Enttäuscht auf dem Boden: Joachim Paul (links, Castell/Wiesenbronn) bekommt Trost. Foto: Foto: Andreas STöckinger

Die SG Castell/Wiesenbronn hat ihre erste Chance zum Verbleib in der Kreisklasse verpasst. Die Elf von Spielertrainer Michael Ludwig unterlag im Relegationsspiel in Stadelschwarzach mit 2:4 (2:2) nach Verlängerung gegen die SG Dürrfeld/Obereuerheim.

Hätte Sascha Frank nach 107 Minuten getroffen und nicht aus drei, vier Metern über das leere Tor geschossen, dann wäre möglicherweise Castell/Wiesenbronn als Sieger vom Feld gegangen. So folgte wenig später die eiskalte Dusche, die Dürrfeld/Obereuerheims überragender Angreifer Sebastian Hartmann mit seinem dritten Tor zum 3:2 (114.) aufdrehte. Sein Flachschuss aus gut 20 Metern blieb nicht der einzige vermeidbare Treffer im abwechslungsreichen Spiel.

Diesmal erwischte der Kreisklassen-Zwölfte der abgelaufenen Saison einen schlechten Start und benötigte schon nach 30 Sekunden Glück, um nicht gleich in Rückstand zu geraten. Dürrfelds Philipp Lenz umkurvte Castells Torwart Steffen Ackermann und kam dabei zu Fall. Schiedsrichterin Davina Haupt ließ weiter laufen. – Eine umstrittene Entscheidung.

Die SG Dürrfeld/Obereuerheim wirkte von Beginn an mutiger, unbekümmerter und trat eher als Mannschaft auf. Dagegen schien der Gegner sichtlich durcheinander, und das nicht nur in der Abwehr. „Der eine oder andere hatte anfangs die Hosen voll“, schob Castells Spielertrainer Ludwig die Unordnung seiner Elf auf die Nervosität. Das nutzte Dürrfeld, als Hartmann mit seinem ersten Streich nach schöner Vorarbeit über außen zum 1:0 einschob (7.). Wenig später vergab Spielertrainer Ludwig selbst die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich, als er nach Zuspiel von Manuel Goller einen Gegner auf der Torlinie anschoss (13.).

Es dauerte in der Folge, bis sich Castell etwas fing. In die zweite Halbzeit startete die SG wesentlich druckvoller, was auch am immer wieder eingewechselten Pascal Paul lag. Der Gegner blieb zu passiv, reagierte meist nur noch, nutzte aber durch Hartmann einen weiteren Bock der Casteller Abwehr zum 2:0 (69.). Castell/Wiesenbronn wirkte angeschlagen. Um aufzustehen, musste der A-Klassist durch einen völlig unnötigen Elfmeter Hilfestellung leisten, den Voit an Patrick Paul verursachte und Pascal Paul verwandelte. Mit dem 1:2 (71.

) bekam der Kreisklassist Oberwasser. Pascal Paul hatte das 2:2 auf dem Fuß, als Dürrfelds bereits von ihm ausgespielter Torwart Sauer den Ball tatsächlich noch von der Linie grätschte (74.). Schließlich machte es Patrick Paul besser, nachdem Thomas Gaubitz schön aufgelegt hatte (83.). Mit dem 2:2 wirkte Castell/Wiesenbronn in der Verlängerung im Vorteil für die restliche Zeit, in der die Kräfte beider Kontrahenten schwanden. Gelegenheiten boten sich Castell dennoch. So stocherte der Gegner den Ball nach einem abgelenkten Schuss von Patrick Paul irgendwie noch aus der Gefahrenzone (97.). Zu guter Letzt folgte die eingangs geschilderte Gelegenheit für Sascha Frank (107.).

Am Ende stand die Elf von Michael Ludwig tatsächlich im leicht einsetzenden Regen. Wieder ließen die Castell-Wiesenbronner Sebastian Hartmann zu viel Platz. Er hielt aus 22 Metern flach drauf und traf zum 3:2 (114.). Ein Heber von Philipp Lenz besiegelte Castells Niederlage (116.). Der Sieger bejubelte hernach kräftig das Ziel seiner sportlichen Träume. Noch nie spielte einer der beteiligten SG-Vereine bislang in der Kreisklasse. Seit vergangenem Jahr machen Dürrfeld und Obereuerheim gemeinsame Sache.

Dagegen haderte Castell/Wiesenbronns Spielertrainer später. „Ich bin schon sehr enttäuscht. Nach dem 0:2 schien alles vorbei. Dann machen wir den Ausgleich und sind psychologisch im Vorteil. Es lag an unserer Chancenauswertung zum Schluss.“ Noch ist für seine Mannen nicht ganz Feierabend, es folgt noch ein Endspiel gegen Oberndorf.

Die Statistik zum Spiel

SG Castell/Wiesenbronn – SG Dürrfeld/Obereuerheim 2:4 nach Verlängerung (2:2)

Castell/Wiesenbronn: Steffen Ackermann, Frank Kreßmann, Matthias Fuchs, Joachim Paul, Lukas Prechtel, Michael Peter, Michael Ludwig, Thomas Gaublitz, Manuel Goller, Saacha Frank, Patrick Paul. Rückwechselspieler: Marco Meyer, Pascal Paul, Sascha Kümmel.

Dürrfeld/Obereuerheim: Marco Sauer, Kevin Kirby, Klaus Voit, Maximilian Gropp, Wolfgang Runge, Luks Keßler, Philipp Lenz, Sebastian Hartmann, Daniel Grünewald, Martin Mattenheimer, Christian Reuß. Rückwechselspieler: Patrick Bühl, Sebastian Pfister, Raul Burgos.

Schiedsrichterin: Davina Haupt (Poppenhausen). Zuschauer: 607 (in Stadelschwarzach).

Gelbe Karten: Fuchs – Voit, Reuß.

Tore: 0:1 Sebastian Hartmann (7.), 0:2 Sebastian Hartmann (68.), 1:2 Pascal Paul (71., Foulelfmeter), 2:2 Patrick Paul (83.), 2:3 Sebastian Hartmann (114.), 2:4 Philipp Lenz (118.).

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