FUßBALL: A-KLASSE WÜRZBURG 3

Ein Wunder soll zum Aufstieg verhelfen

Der VfR Bibergau nimmt nach seinem Abstieg aus der Kreisklasse sofort wieder die Rückkehr in Angriff. Ein Trainerduo spielt dabei eine zentrale Rolle.
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In vorderster Front steht Bibergaus Maximilian Wunder. Er übernimmt die Mannschaft als Spielertrainer zusammen mit Dustin Höppner. Foto: Foto: Hans Will

Nach zwei Jahren in der Kreisklasse stieg der VfR Bibergau nach einer nervenaufreibenden Spielzeit wieder in die A-Klasse ab. Dabei war der Klassenerhalt durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Auch deshalb startet der Club aus dem Dettelbacher Ortsteil nun ambitioniert in die neue Saison, in der mit Eigengewächs Maximilian Wunder und Dustin Höppner zwei ehemalige Landesligaspieler das Ruder übernommen haben. Beide wollen mit der richtigen Mischung aus Spaß und Disziplin den Erfolg zurückbringen.

Wirklich gerechnet hatte in Bibergau keiner damit, dass die Mannschaft in ernsthafte Abstiegsnöte geraten würden. Zu gut war die Mannschaft um Spielertrainer Bernd Siller aufgestellt. Sportleiter Michael Gehring sprach sogar vom „besten Team“, das der VfR je hatte. Doch bereits im Winter mit nur acht Punkten auf dem Konto, schien das Unterfangen Ligaverbleib nahezu unmöglich. Aber die Bibergauer glaubten weiter an ihre Chance und holten Maximilian Wunder aus Kitzingen zurück.

Geholfen hat es letztlich nichts. Zwar spielten sie eine passable Rückrunde und schnupperten sogar zwischenzeitlich an den Nichtabstiegsplätzen, aber in den entscheidenden Momenten in den Duellen gegen die direkte Konkurrenz versagten ihnen die Nerven. So musste der VfR als Tabellenletzter die Kreisklassen-Segel nach zwei Jahren wieder streichen. Wirklich Schiffbruch erlitten hat der Verein dadurch aber nicht. Natürlich war die Enttäuschung riesig. Die Blau-Weißen hatten schließlich ihr vorhandenes Potenzial nicht ausgeschöpft und die eigenen Erwartungen nicht erfüllt. Wirklich verändert hat sich im Sommer aber kaum etwas.

Mehrere Jugendspieler stießen in den Aktivenbereich, und Jannis Steinhoff schloss sich dem Verein an. Das Gesicht der Mannschaft blieb nahezu identisch. Lediglich der Übungsleiter wechselte. Bernd Siller wollte nach drei Jahren mit Aufstieg, Klassenerhalt und Abstieg keine vierte Saison im Dettelbacher Ortsteil mehr dranhängen. Deshalb haben seit Vorbereitungsbeginn Maximilian Wunder und Dustin Höppner gleichberechtigt das Sagen. „Die Verantwortlichen sind auf mich zugekommen und haben gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte. Ich hatte damit nicht gerechnet“, war Wunder ob des Angebots überrascht. Zudem hatte der 28-Jährige einige Angebote, ausschließlich von höherklassigen Vereinen, entschied sich aber für das Engagement bei seinem Heimatverein. Allerdings unter der Bedingung, es nicht alleine machen zu müssen. Schließlich habe er keinen Trainerschein.

Den hat zwar auch sein neuer Kompagnon Dustin Höppner nicht. Doch der 31-Jährige bringt ein Jahr Erfahrung als spielender Co-Trainer beim TSV Gerbrunn mit neben dem Erfahrungsschatz, den beide an ihren diversen Stationen bei höherklassigen Vereinen gesammelt haben. Höppner spielte unter anderem in Abtswind unter Jochen Seuling, Wunder beispielsweise in Rimpar unter Rene Grimm. Zusammen kickten beide unter Jürgen Blank in Lengfeld, wo sie sich auch kennenlernten. „Wir haben uns von jedem etwas abgeschaut, vieles mitgenommen. Das wollen wir nun einbringen“, beschreibt der Angreifer die gemeinsame Vorgehensweise. Besonders setzt das Duo, das im Hintergrund vor allem von Sportleiter Michael Gehring unterstützt wird, auf die richtige Mischung zwischen Disziplin und Spaß sowie eine gewisse Abwechslung. Schließlich mussten die Bibergauer erst einmal den bitteren Abstieg aus den Kleidern schütteln. Doch das sei schnell gelungen, findet Wunder.

Besonders das Trainingslager im oberbayerischen Murnau hätte die Mannschaft zusammengeschweißt. „Natürlich sind die Jungs an ihre Grenzen gegangen. Aber sie haben – wie immer – sehr gut mitgezogen. Die Trainingsbeteiligung war ebenfalls stets sehr hoch“, sieht Wunder die Mannschaft, die seit dieser Saison auch eine ärztliche Betreuung hat, gerüstet für die anstehende Spielzeit. Ziel sei es natürlich schon, aufgrund der Eindrücke, die der Spielertrainer bereits in der Vorsaison von seiner Mannschaft gewonnen hat, um den Aufstieg mitzuspielen. Schwierig kann der 28-Jährige dabei vor allem die Reserven einschätzen. Denn man wisse nie, welche Spieler auflaufen würden. „Wir haben herausragende Fußballer in unseren Reihen und sind eine eingeschworene Einheit. Wenn wir eingespielt sind, haben wir sehr gute Chancen“, freut sich Maximilian Wunder auf seine erste Saison als verantwortlicher Übungsleiter.

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