VOLLEYBALL

Ein weiteres Jahr in der Bayernliga

Mit einem Punkt gegen Bayreuth wollten die Volkacher den Klassenerhalt fest machen. Das klappte nicht, aber: Sie können sich trotzdem freuen.
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Johannes Förster (links) und Florian Reif freuen sich über den Klassenerhalt, obwohl die Volkacher Volleyballer ihr Spiel gegen Bayreuth verloren haben. Foto: Foto: Michael Bauer

Nix war's mit dem einen Pünktchen. Und doch durfte der VfL Volkach mit etwas Verzögerung jubeln. Weil Lengfeld in Memmelsdorf später ebenfalls verlor, ist der Verbleib in der Bayernliga Nord unter Dach und Fach. „Spätestens in Lengfeld hätten wir das ohnehin wasserdicht machen wollen“, war's VfL-Trainer Raimund Wagenhäuser letztlich gleich. Nicht aber, dass seine Mannschaft mit der 1:3-Niederlage gegen Bayreuth zunächst den Gästen die Bierkasten-Schlepperei überlassen hatte: In der Kabine durften nämlich nach dem letzten Ball erst Mal nur die Oberfranken auf den vorzeitigen Ligaverbleib anstoßen.

„Wir haben uns zu sehr auf den Lorbeeren der letzten Woche ausgeruht“, brachte es Wagenhäuser auf den Punkt. Wer Titelfavorit Eibelstadt mit 3:0 vom Feld schmettert, der muss doch schließlich auch gegen Bayreuth . . . Dass dies trotz Bestbesetzung nicht einfach im Vorbeigehen klappt, merkten die Volkacher recht schnell. Denn die schnelle 7:3-Führung im ersten Satz war bei 7:7 Geschichte und bei 14:18 ging's zum ersten Mal dahin mit der guten Laune. Zwar kämpfte sich der VfL noch einmal auf 22:23 ran, doch dann jubelte nur noch Bayreuth. „Das war der Knackpunkt“, so der Trainer. „Die haben uns immer wieder Chancen gegeben, doch wir haben sie nicht genutzt.“ Fürwahr, ein übermächtiger Kontrahent waren die Jungs aus der Wagnerstadt keineswegs. Nur: Sie spielten solide, ohne unnötiges Risiko, aber eben auch mit einer überschaubaren Zahl an Eigenfehlern.

Die Gastgeber fanden nicht so recht das richtige Timing in der Annahme. Der Ball kam nicht optimal nach vorn, die Außenangreifer konnten so nicht optimal bedient werden. Ein bisschen besser klappte es dennoch im zweiten Durchgang. Nach 2:5-Rückstand wendete ein 7:0-Lauf zunächst das Blatt – ein Vorsprung, den sich der VfL nicht mehr nehmen ließ. Über 17:11 und 22:18 fuhr er den Satz halbwegs souverän nach Hause.

Sicherheit gab das aber nicht wirklich. Von Beginn an hechelten die Volkacher auf der dritten Etappe hinterher. Auch Konsequenz einer Aufschlagschwäche: Zwischen zaghaft gelöffelten Sicherheitsbällen und maximaler Brechstange ins Netz fanden sie zu selten den richtigen Mittelweg. Bayreuth staubte die geschenkten Punkte eben ab oder verwertete dank leicht gemachter Annahme meist schon den ersten Schmetterball. Bei 14:16 und 22:24 sah es kurz mal nach einer Trendwende aus, doch am Ende saß der dritte Satzball der Gäste. „Die Kurve zu kriegen, wenn man hinten liegt, ist schwer“, versuchte Wagenhäuser zu erklären, warum seine Jungs einfach nicht mehr Zugriff aufs Spiel erhielten.

Das galt für den verlorenen Satz wie fürs ganze Spiel. Denn nach dem 1:2-Satzrückstand schien irgendwie die Luft raus. Die Oberfranken peitschten sich jetzt gegenseitig auf, kratzten selbst die starken VfL-Schmetterbälle noch vom Parkett und zogen im vierten Durchgang über 12:7 und 18:13 entscheidend davon. Die Hausherren mühten sich zwar, den erneut zahlreichen Fans nochmal etwas zu bieten und kamen auch tatsächlich beim 21:21 und 23:23 zum Ausgleich. Eine echte Chance, das Blatt zu wenden, hatten sie aber nie. Mit 23:25 ging auch dieser Abschnitt flöten. „Sehr ärgerlich“, murrte Wagenhäuser. „Wir hatten uns nach dem Lauf der letzten Wochen eigentlich vorgenommen, alle drei verbleibenden Spiele zu gewinnen.“

Aber Bayreuth hat sich jetzt eben zum Angstgegner des VfL Volkach gemausert, denn nach dem 3:2-Sieg in dessen erstem Bayernligaspiel überhaupt folgten gegen diese Mannschaft nun schon drei Niederlagen. Nächste Saison gibt's ja wieder zwei Gelegenheiten, das geradezurücken. Und vielleicht sogar etwas weiter oben anzugreifen: mit einem Tick mehr Konstanz und einem wacheren Saisonstart – denn sechs der acht Niederlagen hatte der VfL in den ersten acht Partien kassiert. Aktuell ist – nach dem Klassenerhalt quasi als Kür – Platz drei auch noch nicht abgeschrieben, denn die vorbeigezogenen Mannschaften aus Memmelsdorf und Bayreuth müssen noch jeweils gegen Eibelstadt ran, während Volkach mit Lengfeld und dann am 12. Märze zum Saisonfinale zu Hause mit Eltmann die angenehmeren Aufgaben hat.

Bayernliga Nord Männer
 
TV Faulbach – TSV Eibelstadt 0:3  
VfL Volkach – BSV Bayreuth 1:3  
SC Memmelsdorf – TSV Lengfeld 3:1  
TV Erlangen – SV Schwaig II 0:3  
 
1. (1.) SV Schwaig II 15 12 3 41 : 18 35  
2. (2.) TSV Eibelstadt 14 11 3 35 : 19 31  
3. (4.) SC Memmelsdorf 14 8 6 28 : 26 22  
4. (5.) BSV Bayreuth 14 7 7 26 : 25 22  
5. (3.) VfL Volkach 14 6 8 29 : 29 21  
6. (6.) TV Faulbach 14 6 8 22 : 28 18  
7. (7.) VC Eltmann II 14 6 8 25 : 31 17  
8. (8.) TSV Lengfeld 14 5 9 20 : 34 13  
9. (9.) TV Erlangen 15 3 12 20 : 36 13  


Die Statistik zum Spiel

VfL Volkach – BSV Bayreuth 1:3 (22:25, 25:19, 22:25, 23:25)

Volkach: Sebastian Berger, Johannes Förster, Frederico Koch, Hauke Wagenhäuser, Karsten Wagenhäuser, Jonas Thaler, Florian Reif, Tim Schuhmacher, Bruno Wedrich, Peter Link, Peter Moritz.

Bayreuth: Volker Nissels, Chris Dinkel, Kleinscheck, Julian Langkau, Julius Spantik, Benedikt Werner, Jan Wißling, Julian Drescher, Robin Löhnhardt.

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