Hallenfußball

Ein Überraschungs-Finale kurz nach Mitternacht

Klassenzugehörigkeit ist beim Kick in der Halle nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Das jüngste Beispiel lieferte das Nachtturnier des TSV/DJK Wiesentheid.
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Strahlende Sieger: Das Nachtturnier um den Fackelmann-Cup in Wiesentheid gewann der TSV Forst. Otmar Schraut vom Veranstalter gratulierte Tobias Düring und Daniel Mohr. Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier (von links) überreichte den Pokal. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Als kurz nach Mitternacht das Finale beim traditionellen Wiesentheider Nacht-Turnier unter dem Hallendach angepfiffen wurde, standen zwei Mannschaften auf der Spielfläche, die kaum einer vorher auf dem Zettel für das Endspiel gehabt hatte. Erst recht nicht nach dem Turnierverlauf, denn da mogelte sich der spätere Sieger TSV Forst so recht und schlecht irgendwie durch. Im Endspiel setzte sich Forst nach Neunmeterschießen dann tatsächlich durch.

Die Mannschaft von Trainer Udo Romeis hatte den zweiten Überraschungs-Finalisten, den FV Schwarzenau-Stadtschwarzach, mit 3:1 bezwungen, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Seine „ziemlich gemischte Mannschaft“, so Trainer Romeis, die mit Michael Eckardt einen Feldspieler der Alten Herren ins Tor stellten, fühlte sich nach Startschwierigkeiten wohl in der Halle. „Schwarzach hätte es auch verdient gehabt. Sie haben ein tolles Turnier gespielt“, blieb Romeis fair.

Schwarzenau-Stadtschwarzach war als Kreisklassist im Teilnehmerfeld mit drei Landesligisten, vier Bezirksligisten und zwei Kreisligisten der am niedrigsten eingestufte Klub. Im Viertelfinale beförderte er als Vierter ihrer Gruppe mit dem TSV Abtswind einen der Favoriten aus dem Turnier. Erst im Neunmeterschießen, Pascal Kamolz setzte den letzten Abtswinder Versuch über den Balken, während Schwarzachs Markus Weckert verwandelte. Besser lief es im Halbfinale, wo David Möslein und Peter Link kurz vor Schluss für das 2:0 gegen die DJK Oberschwarzach/Wiebelsberg sorgten.

Forst setzte auf eine taktische Spielweise, versuchte den Gegner mit langem Ballgeschiebe mürbe zu machen und bei Fehlern zuzuschlagen. Mit der Besetzung hätte man das Tempo mancher Gegner nicht mitgehen können, entschuldigte Romeis später. Das funktionierte, wenngleich nicht nur gegen den forsch aufspielenden Nürnberger Landesligisten TSV Buch auch etwas Glück benötigt wurde, wie im Finale. Da nämlich hatte Schwarzach bereits neun Finger am Fackelmann-Cup, doch Tobias Bürkners Schuss aus kurzer Entfernung traf Sekunden vor dem Ende beim Stand von 1:1 nur die Latte.

Schwarzachs Co-Trainer Jan Hinrichs nahm Bürkners Fehlschuss mit Humor. „Der Tobias ist halt ein Verteidiger. Es tut mir ein bisschen leid für ihn, weil er ein tolles Turnier gespielt hat. Aber wir können ganz gut damit leben, was hier beim Turnier heraus kam.“ Ziel sei vorab das Viertelfinale gewesen, „um nicht gleich wieder heim zu fahren.“ Für die Schwarzacher sei es eine Erfahrung gewesen, mal vor 500 Zuschauer zu spielen.

Die drei Lokalmatadoren aus Abtswind, Geesdorf und vom Veranstalter TSV/DJK Wiesentheid hatten sich mehr erwartet im Turnier. Während der FC Geesdorf ohne einen Punkt und der Veranstalter mit vier Zählern bereits nach der Vorrunde ausschieden, musste Abtswind im Viertelfinale die Segel streichen. Der Wanderpokal hat – nach zwei Siegen von Abtswind und zuletzt zwei von Bayern Kitzingen – einen neuen Besitzer gefunden.

Statistik zum Nachtturnier

Endstand

Finale: TSV Forst – FV Schwarzenau/Schwarzach 3:2 nach Neunmeterschießen; Platz drei: TSV Buch – DJK Oberschwarzach/Wiebelsberg 3:2; Platz fünf: TSV Abtswind – FV Karlstadt 6:5 nach Neunmeterschießen; Platz sieben: TSV Nordheim/Sommerach – Bayern Kitzingen 4:3 nach Neunmeterschießen; 9. TSV/DJK Wiesentheid, 10. FC Geesdorf.

Ehrungen

Torschützenkönige: Udo Brehm (Buch), Marcel Hartmann (Forst), Daniel Herzog (Oberschwarzach, jeweils 5). Bester Torhüter: Kevin Kosuchowski (Buch).

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