SSV Kitzingen - Viktoria Aschaffenburg 0:4 (0:4). Torfolge: 0:1 Peter Jost (3.), 0:2/0:3 Luca Zucchi (10./19.), 0:4 Philipp Knorr (35./FE). Besonderheit: Fünf-Minuten Zeitstrafe gegen Angelo Gnirck (Unsportlichkeit/57./SSV Kitzingen).
Im letzten Heimspiel der ersten Bayernliga-Saison einer Mannschaft des SSV Kitzingen zogen die Siedler am Samstag mit 0:4 deutlich den Kürzeren gegen Viktoria Aschaffenburg (7./31). "Man hat den Jungs heute angemerkt, dass sie mental absolut am Ende sind", stellte Trainer Silvio Scintu nach dem Schlusspfiff fest. "Wir haben in der Saison so viel gekämpft und waren so oft nahe dran, etwas zu reißen, da fehlt dann am Ende irgendwann die Kraft und der Glaube."
In der Tat, die SSV-ler wirkten tatsächlich nicht nur körperlich, sondern auch mental nicht mehr auf der Höhe, um gegen die spielstarken Aschaffenburger bestehen zu können. "Wenn man in dieser starken Bayernliga dann nicht 100 Prozent abruft, hast du einfach keine Chance", wusste Scintu vielleicht schon vor dem Anpfiff, dass das letzte Heimspiel dieser Saison ebenfalls verloren gehen würde.

Früher 0:1-Rückstand


Bereits nach drei Minuten klingelte es das erste Mal im SSV-Kasten. Nach einer schönen Einzelleistung von Noel Bieber, der sich über rechts gut durchsetzte und präzise flankte, versenkte Peter Jost gekonnt zum frühen 0:1. "Das war moralisch für uns natürlich ein weiterer Nackenschlag", so der Kitzinger Coach. Auch in der Folgezeit waren die Akteure aus der Siedlung den Gegenspielern in jeglicher Hinsicht unterlegen. Zu schnell und spritzig präsentierten sich die Viktorianer. Durch zwei Tore von Luca Zucchi hieß es nach knapp 20 Spielminuten bereits 0:3. Das Spiel war entschieden. Das 4:0 mit dem Pausenpfiff durch einen Foulelfmeter, verwandelt durch Philipp Knorr, stellt nicht nur den Halbzeit-, sondern auch Endstand her.
Im zweiten Durchgang zeigten die SSV-ler noch einmal Moral und hielten sich schadlos, so dass der letzte Auftritt vor heimischer Kulisse nicht zum Debakel wurde.
"Das Spiel heute spiegelt auch die gesamte Saison so etwas wider. Hinten machten wir viele Fehler, die zu Gegentoren führten und vorne fehlte uns einfach die Durchschlagskraft", weiß auch Jugendleiter Horst Held um die Qualitätsunterschiede zu den anderen Teams. "Alles in allem sind wir aber doch sehr zufrieden mit dieser Saison. Wir haben uns durchwegs ordentlich verkauft und waren immer nahe dran. Die Punktausbeute ist natürlich etwas mager, aber wir sind beispielsweise nie abgeschossen worden", so Held weiter.

Ganz andere Möglichkeiten


"Man muss auch klar differenzieren, denn Mannschaften wie eben Schweinfurt, Aschaffenburg, Jahn Regensburg oder auch der 1. FC Nürnberg haben nicht nur, was das Einzugsgebiet angeht, ganz andere Möglichkeiten wie wir." Große Enttäuschung herrscht daher nicht beim SSV, obwohl die Bayernliga nur zu einem einjährigen Ausflug wurde. "Wir wären ja blauäugig gewesen, wenn wir es nicht auf dem Plan gehabt hätten, direkt wieder abzusteigen. Damit mussten wir ja in gewisser Weise auch rechnen", zeigt sich Held daher auch nicht überrascht.
Ähnlich sieht es der Trainer. "Man muss einfach deutlich sagen und bilanzieren, dass das Niveau zu hoch war. Zum einen individuell gesehen, aber auch mannschaftlich. Die anderen Teams sind da einfach weiter und haben demnach auch ganz andere Möglichkeiten", weiß Scintu um die Unterschiede innerhalb der Liga. "Mit dem Ergebnis und der Tabelle bin ich unter dem Strich natürlich nicht zufrieden, das kann man auch nach einem Abstieg nicht sein. Aber vor allem vor der Art und Weise sowie der Entwicklung der Mannschaft ziehe ich meinen Hut. Das war überragend", blickt Scintu auf ein positives Jahr für ihn zurück. "Das ist eine ganz saubere Truppe, der ich keinen Vorwurf machen kann."
"Blickt man mal etwas voraus, bin ich mir auch sehr sicher, dass die Bayernliga zukünftig nur noch von großen Vereinen mit Leistungszentren machbar ist. Für Clubs wie uns wird es immer schwieriger, dann auch das geeignete Spielermaterial zu finden", macht Horst Held auch klar, wie es weitergehen wird. "Wir müssen daher abwarten, wie es weitergeht. Ein Großteil der Spieler bleibt zwar, bei einigen ist es aber noch nicht sicher, ob sie beim SSV weitermachen."

Einige Spieler in der Schwebe


Vor allem die Akteure aus dem Würzburger und Schweinfurter Raum stünden noch in der Schwebe. "Unser Ziel ist es aber natürlich, eine schlagkräftige Truppe für die Bezirksoberliga zu stellen." Doch nicht nur um eine Mannschaft müssen sich die Verantwortlichen bemühen, sondern auch um einen neuen Trainer. Silvio Scintu bricht nach einem Jahr in Kitzingen seine Zelte ab und wechselt zu Greuther Fürth. "So ein Angebot von einem Bundesligisten muss man natürlich annehmen. Ich werde hier im Jugendbereich weiterarbeiten und freue mich natürlich sehr auf eine brutal interessante Aufgabe bei den Kleeblättern", verrät Scintu exklusiv der Kitzinger.
SSV: Thim Schuster, Oezer Gisi, Pascal Kapp, Alexander Schmidbauer, Yannik Unger, Nils Lange, Eric Propp, Aaron Höger (62. Christoph Zapf), Angelo Gnirck (62. Bertisan Korkmaz), Marcel Kühlinger (8. Mario Paul), Niklas Günther.