FUSSBALL: KREISLIGA

Die Siedler erreichen vorzeitig ihr Ziel

Der SSV Kitzingen sichert sich mit einem 3:1-Sieg die Meisterschaft. Warum Stadtrivale Bayern auf eigenem Terrain erst spät Widerstandskraft entwickelt.
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Nach vollbrachter Tat ließen die Kitzinger Siedler am Bayernplatz Bier und Sekt spritzen. Will Foto: Foto: Hans

Von sechs Matchbällen des SSV Kitzingen hatte Trainer Thomas Beer vor dem Derby gesprochen, von denen man gleich den ersten verwandeln wolle. Gesagt, getan! Mit dem 3:1 (2:0) am Samstag bei Stadtrivale Bayern Kitzingen sind die Siedler vorzeitig Meister der Kreisliga. Von Beginn an hatten sie den unbedingten Willen erkennen lassen, den Meistersack beim Lokalrivalen zuzumachen.

Dynamisch und schwungvoll suchten sie den Weg nach vorne, und so erspielten sie sich rasch ein deutliches Übergewicht. Im Mittelpunkt des Spiels in der ersten halben Stunde: SSV-Angreifer Vincent Held. Drei gute Gelegenheiten besaß der junge Stürmer, seine Elf in Führung zu schießen. Erst traf er aus günstiger Position das Außennetz (5.), dann schoss er über den Kasten (22.), und schließlich erwischte er die Kugel nach Hereingabe Dennis Kuhmanns freistehend nicht richtig (25.).

Die Siedler belohnten sich zunächst nicht für ihren forschen Auftritt, blieben aber am Drücker und erzielten zehn Minuten vor der Halbzeit durchschlagenden Erfolg. Eine Freistoßflanke Kuhmanns von rechts verwandelte Alexander Schmidbauer mit einem wuchtigen Kopfball zur hoch verdienten Führung. „In der ersten Halbzeit haben uns der Mut und die Bereitschaft gefehlt“, sagte Bayern Kitzingens Spielertrainer Tim Reiner über die zu ängstliche Vorstellung seiner Schützlinge. Dies bestraften die Gäste noch vor der Pause ein zweites Mal. Florian Rumpel verlängerter einen weiten Einwurf Schmidbauers mit dem Kopf ins lange Eck zum 0:2.

Der Meistersause stand aus Siedler-Sicht damit so gut wie nichts mehr im Weg. Für die Heimelf war der späte zweite Gegentreffer indes noch mal ein richtiger Schlag in die Magengrube. „In der Halbzeit bin ich schon etwas lauter geworden und habe mehr Herz gefordert“, gab Reiner Einblick in seine Kabinenansprache. Seine Jungs schienen auf jeden Fall gut zugehört zu haben. Denn sie kamen mit deutlich mehr Elan aus der Kabine. Tom Reiner besaß die erste gute Chance für die Bayern im gesamten Spiel. Doch sein Kopfball nach Freistoß Tolga Arayicis strich knapp am Kasten vorbei (52.). Wie auch kurz darauf ein Schuss von Philipp Schlarb (55.). Nun waren die Hausherren voll drin im Spiel und kamen dem Anschlusstreffer wie beim Lattenschuss des eingewechselten Richard Maaß immer näher (64.) „Ob es an den bevorstehenden Feierlichkeiten lag, weiß ich nicht, aber in der zweiten Hälfte haben wir unsere Ordnung verloren und waren zu weit weg vom Gegner. Unter normalen Umständen müssten wir da noch mal darüber reden“, sagte Beer. Die Seinen schienen sich gegen Spielende immer mehr im Partymodus zu befinden, was die Bayern nutzten. Nach Foul Christopher Hornungs an Maaß im Sechzehner gab es zurecht Strafstoß für die Gastgeber. Tolga Arayici verwandelte sicher zum Anschluss und läutete eine Schlussoffensive ein, in der die Platzherren alles versuchten, den Rasen zumindest nicht als Verlierer zu verlassen. Jerome Brandtner scheiterte an SSV-Torwart Michael Kümmel (84.). Die Bayern warfen weiter alles nach vorne – und wurden von den Siedlern im Stile einer Klassemannschaft eiskalt ausgekontert. Steffen Metz machte mit seinem Treffer zum 1:3 den Deckel auf einen gerechten Derbysieg, wie auch Bayern-Trainer Reiner zugab, drauf.

Nach dem Schlusspfiff konnten die Feierlichkeiten auf Siedler-Seite dann auch ganz offiziell beginnen. „Überragend, was die Jungs diese Saison geleistet haben. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht,“ sagte ein freudestrahlender Thomas Beer. Konstanz, Stabilität und unbändiger Trainingsfleiß über die ganze Saison seien dafür verantwortlich, dass dem SSV der Titel schon zu Ostern nicht mehr zu nehmen ist.

Die Statistik des Spiels

Fußball Kreisliga Würzburg: Bayern Kitzingen – SSV Kitzingen 1:3 (0:2)

Bayern: Nöth – Scherer, Schlarb, Tom Reiner, Solick, Endres, Geitz, Phouthavong, Arayici, Reuther, Tim Reiner. Eingewechselt: Gaubitz (32.), Maaß (46.), Brandtner (71.).

SSV: Kümmel – Kuhmann, Köberlein, Hornung, Rumpel, Ketturkat, Held, Scheider, Schmidbauer, Speda, Fischer. Eingewechselt: Wagner (19.), Metz (60.), Greubel (80.)

Schiedsrichter: Karl-Heinz Kratz (Aisch)

Zuschauer: 500

Tore: 0:1 Alexander Schmidbauer (35.), 0:2 Florian Rumpel (45.), 1:2 Tolga Arayici (82., Foulelfmeter), 1:3 Steffen Metz (87.).

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Derby unter www.mainpost.de

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