FUSSBALL: BEZIRKSLIGA WEST

Die Siedler dürfen nachsitzen

Mit einem starken Endspurt rettet sich der SSV Kitzingen in die Relegation. Beim 5:1 gegen Margetshöchheim findet sich die Mannschaft in ungewohnter Rolle.
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Kitzingens Johannes Speda (links) liefert sich eine Zerreißprobe mit Andreas Schmutzler. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Auf den letzten Drücker hat der SSV Kitzingen seine Hausaufgaben doch noch erledigt. Die in den vergangenen Wochen zusehends erstarkte Mannschaft von Trainer Wolfgang Beischmidt hat am Samstag die schon abgestiegene SG Margetshöchheim mit 5:1 (2:0) besiegt und ist in die Relegation um den Verbleib in der Bezirksliga eingezogen. „Eigentlich“, sagte Torwart Michael Kümmel nach Abpfiff, „hatten wir nach der 0:2-Niederlage gegen die zweite Mannschaft des Würzburger FV von dieser Saison nicht mehr allzu viel erwartet.“ Kümmel stimmte so mit seinem Trainer überein. „Keiner hatte von uns mehr erwartet, dass wir zuletzt in Hain und Keilberg gewinnen würden“, erklärte Beischmidt.

Das letzte Spiel dieser Punkterunde charakterisierte der Trainer indes als „das dümmste von allen“. Denn seine Mannschaft befand sich gegen die längst als Absteiger feststehenden Gäste in der ungewohnten Favoritenrolle: „Wir mussten agieren statt reagieren.“ Für eine spielerisch selbstbewusstere Elf wäre diese Aufgabe, so glaubte Beischmidt, eine Leichtes gewesen, für die Siedler war sie eine besondere Anforderung. „Wir kommen vor allem über unsere Disziplin und Laufbereitschaft“, stellte Beischmidt die eigenen Stärken heraus.

Während die meiste Zeit der Saison für ihn personell von Entbehrungen gezeichnet war, kehrten in den letzten Wochen wichtige Leistungsträger wie Christopher Soldner zurück, und andere wie der Pole Lukasz Mazur spielten sich mit ihren Toren in den Vordergrund. „Wir haben eine stärkere Mannschaft als noch vor einigen Wochen“, sagte auch Kümmel.

Nachdem die Kitzinger schnell die Kontrolle über Spiel, Ball und Gegner gewonnen hatten, fehlte ihnen bloß noch ein Treffer, um die Anspannung abzuwerfen. Ein direkt verwandelter Freistoß Christopher Soldners zum 1:0 brachte sie auf Kurs. Kitzingens Kapitän hatte sich das kurze Eck ausgesucht und Margetshöchheims Torhüter Jochen Lanik auf dem falschen Fuß erwischt. „Es war wichtig, dass wir ruhig anfangen und das erste Tor schießen“, stellte Kümmel fest.

Wenig später traf Johannes Speda für die nun befreiter aufspielenden Siedler nach einem Zuspiel Soldners auf 2:0. Speda war einer der Aktivposten des SSV, suchte noch mehrmals den Abschluss aus der Distanz. Acht Schüsse und drei große Chancen für die Gastgeber lieferten auch den statistischen Beweis für ihre Überlegenheit. Dem weit abgeschlagenen Gegner war weder das eine noch das andere gelungen.

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, führte das Zusammenspiel zwischen Aljoscha Keßler und Steffen Metz zum 3:0. „Mit dem dritten Tor war das Spiel gelaufen“, stellte Kümmel fest, doch Kollege David Bartsch machte geltend, in der zweiten Hälfte „nicht mehrclever genug gespielt“ zu haben. Das Anschlusstor durch Herbert Munzert brachte die für einen Moment unaufmerksamen Siedler in einer wegen zahlreicher Fouls zerfahrenen Begegnung nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Die eingewechselten Lukasz Mazur und Florian Eschenbacher erhöhten das Ergebnis mit den Zuspielen Soldners auf 4:1 und zwei Minuten später auf 5:1 – als sich die Gäste wegen einer Unbeherrschtheit ihres Spielertrainers Angelo Messina in Unterzahl befanden. „Man hätte das Spiel mit dem einen oder anderen Pfiff schon wesentlich früher beruhigen können“, gab Beischmidt zu bedenken und war letztlich froh, dass keiner seiner Spieler verletzt oder gesperrt ist.

In der Relegation um den Verbleib in der Bezirksliga treffen die Kitzinger zunächst auf den SV Altfeld, den Tabellenzweiten der Würzburger Kreisliga 2. „Vor drei Wochen hatten wir nicht damit rechnen können, dass wir zum Ende hin drei Spiele nacheinander gewinnen würden“, sagte Beischmidt, und er freute sich, dass sein Team sich die erfolgreichste Phase für den Schluss aufgehoben hatte und auf Umwegen doch noch die Liga halten kann. Am Donnerstag, 26. Mai, treten die Kitzinger zuerst in Altfeld an – drei Tage später, am Sonntag, 29. Mai, absolvieren sie zu Hause das Rückspiel.

„Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt. Aber es werden auf jeden Fall zwei schwierige Spiele“, stimmte Bartsch sich und seine Teamkollegen auf das Äußerste ein. Geht der Siedler-SV aus dieser Paarung als Sieger hervor, darf er in der zweiten Runde, die am 1. Juni und 4. Juni ausgetragen wird, um den letzten freien Platz der Bezirksliga spielen.

Das Spiel in der Statistik

SSV Kitzingen – SG Margetshöchheim 5:1 (2:0)

Kitzingen: Michael Kümmel; Dennis Ketturkat, Marco Müller, Johannes Speda, Fabian Sillig (46. Leander Greubel), Daniel Tausch, David Bartsch, Christopher Hornung, Aljoscha Keßler (60. Florian Eschenbacher), Christopher Soldner, Steffen Metz (70. Lukasz Mazur).

Margetshöchheim: Jochen Lanik; Florian Stoll, Thomas Steiberger, Andreas Schmutzler, Herbert Munzert, Timo Rockelmann, Nick Stieglitz, Marco Müller, Daniel Höfle (59. Christoph Rockelmann), Angelo Messina, Stephan Wirthmann (85. Fabio Zimmermann).

Schiedsrichterin: Marina Bachmann (Sulzbach am Main).

Zuschauer: 100.

Gelbe Karten: Soldner, Hornung; Rockelmann, Schmutzler, Steiberger.

Rote Karte: Angelo Messina (Margetshöchheim, 69., Tätlichkeit).

Tore: 1:0 Christopher Soldner (18., direkter Freistoß), 2:0 Johannes Speda (21., auf Querpass von Christopher Soldner), 3:0 Steffen Metz (48., nach Zuspiel von Aljoscha Keßler), 3:1 Herbert Munzert (50., nach Zuspiel von Marco Müller), 4:1 Lukasz Mazur (78., nach Querpass von Christopher Soldner), 5:1 Florian Eschenbacher (80., auf Steilpass von Soldner).

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