HANDBALL: BEZIRKSLIGA SÜD MÄNNER

Die Michelfelder Festspielwochen

Es ist ein Ausrufezeichen in 70 Vereinsjahren: Michelfelds Männer sind Meister! Großen Anteil am Erfolg hat einer, der erst vor dieser Saison gekommen ist.
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Die Meistermannschaft des SV Michelfeld: (hinten von links) Holger Fries, Moritz Unser, Lukas Dennerlein, Janis Bardon, Thorsten Holler, Lukas Möslein, Sebastian Holler, Spielertrainer Maximilian Häckner, Vizevorsitzende Cornelia Holler, Harald Dennerlein; (Mitte von links) Physiotherapeutin Anika Kleinlein, Jürgen Dennerlein, Udo Dennerlein, Nicolas Dennerlein, Vorsitzender Armin Schmidt; (vorne von links) Jonas Wagner, Marcel Ludwig, Patrik Rudolf, Christoph Schardt, Markus Reinhart, Gunther Fresz. Zum Team gehört auch Benedikt Krauß. Foto: Foto: Hans Will

Für den SV Michelfeld steht diesen Samstag das letzte Spiel einer Saison an, die in die Geschichte des Vereins eingehen wird. Der Aufstieg in die Bezirksoberliga steht bereits fest – zum allerersten Mal in den 70 Jahren, auf die der Klub in diesem Jahr blicken kann. Gelingt der Mannschaft nun bei der DJK Waldbüttelbrunn II ein weiterer Sieg, dann ist sie ohne einen Verlustpunkt Meister der Bezirksliga. „Es wäre das i-Tüpfelchen“, sagt Abteilungsleiter Harald Dennerlein. „Die Null wollen wir schon halten.“

Um bei der Krönung dabei zu sein, fährt die Michelfelder Feier-Gemeinschaft extra mit einem Fanbus zum Spiel ihrer Helden. Nach der Rückkehr dürfte im Sportheim die nächste Sause starten, denn „gefeiert haben wir schon ein paar Mal, das erste Mal, als es nach dem Sieg in Randersacker feststand. Bei uns herrscht derzeit Hochstimmung“, so Dennerlein. Irgendwann in den nächsten Wochen werde es dann die offizielle Party von Seiten des Vereins geben.

Natürlich habe man sich im Vorfeld der Saison etwas ausgerechnet. Zumal in Maximilian Häckner aus Rödelsee einer dazukam, der Erfahrung aus der dritten Liga mitbrachte. „Maxi war ein Glücksgriff, unser Leitwolf. Da zogen die Jungen mit. Dass er gleich so einschlägt, war ein Traum von mir, aber es gehört auch immer ein bisschen Glück dazu“, sagt Dennerlein ohne Umschweife.

„Er fand immer die richtigen Worte und wurde auch mal laut, wenn es nötig war.“
Harald Dennerlein über Spielertrainer Maxi Häckner

Als Abteilungsleiter habe er ja gewusst, dass in der Mannschaft Talent stecke. Schließlich trainierte er viele von ihnen einst in der C-Jugend. Dazu habe man sehr von der Jugendarbeit des TV Marktsteft profitiert, wo einige Michelfelder ausgebildet wurden. In den vergangenen Jahren brachten Trainer wie Steffi Placht die Mannschaft weiter – bis eben jetzt in Häckner das vielleicht noch fehlende Teil im Puzzle hinzu kam.

Er habe seine Leute darauf eingestellt, dass Michelfeld in der Rolle des Gejagten sei. „Sie wollten uns schlagen. Je länger die Runde dauerte, umso heißer wurden die Gegner. Er fand immer die richtigen Worte, wurde auch mal laut, wenn es nötig war“, sagt der Abteilungsleiter über den 26 Jahre alten Spielertrainer.

Freilich habe es auch schwächere Spiele gegeben oder solche, in denen es eng wurde: gegen Giebelstadt oder bei der Heidingsfelder Reserve. Ein wenig Glück habe man da an der Seite gehabt. Und auch Verletzte gab es kaum während der Saison, bis auf Thorsten Holler, den es gleich zweimal erwischte. In Janis Bardon hatte sich ein junges Handball-Talent erst recht kurzfristig den Michelfeldern angeschlossen. „Er wollte nur mal Training machen, das hat ihm dann so viel Spaß bereitet, dass er bei uns einstieg“, erzählt Harald Dennerlein weiter.

Er wagt einen Blick in die Zukunft, in die sein SV Michelfeld gerne mit einem Linkshänder gehen würde. Der fehlt nämlich noch im Aufgebot. Die Bezirksoberliga werde schwieriger, aber es sollte möglich sein, in der Klasse zu bleiben. Spieler mit Geld zu locken, das schließt Dennerlein aus. „Man muss mal die Kirche im Dorf lassen, das bringt dem Verein nichts. Für viele ist das oft der Anfang vom Ende.“ Aktuell habe der SV eine junge Mannschaft, in der Hinterhand sei noch das eine oder andere Talent. „Wir freuen uns erst mal auf das Hier und Jetzt“.

Nach Platz sechs im vergangenen Jahr unter Steffi Placht hat es diesmal als zum Meistertitel gereicht – trotz namhafter Konkurrenz wie der HSG Mainfranken, der SpVgg Giebelstadt oder der TG Höchberg. So rosig wie derzeit sah es vor sieben Jahren nicht aus beim SV Michelfeld. Noch 2010 machten sich die Verantwortlichen in der Hauptversammlung des Klubs ernsthaft Sorgen um den Fortbestand der Herrenmannschaft, damals wegen Überalterung.

Es folgte der Abstieg bis in die Bezirksklasse, aus der es der Klub 2013 wieder nach oben schaffte. Zwei Siege über Thüngersheim (25:16 und 24:22) reichten in der Relegation. Dank einiger Neuzugänge und Rückkehrer, etwa Lukas Möslein, Gunther Fresz oder Jürgen Dennerlein, war es dem Verein gelungen, wieder aufzustehen. Dazu zahlte es sich aus, dass der Dorfverein in den Jahren zuvor Jugendarbeit betrieben hatte.

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