LEICHTATHLETIK

Die kuriosen Sieger beim Krankenhauslauf

Nicht die Hitze bremst die Läufer in Kitzingen. Filimon Habtemikael und Rene Amtmann müssen feststellen, dass auf die eigenen Beine mehr Verlass ist als auf Bus und Bahn.
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Die Schnellsten des 17. Kitzinger Krankenhauslaufs (von links): Rene Amtmann, Sieger Filimon Habtemikael, Joachim Schwabe und Delia Schmitt, die bei den Frauen einen neuen Streckenrekord aufstellte. Foto: Foto: Hartmut Hess
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Viel fehlte nicht, und der Würzburger Filimon Habtemikael sowie sein Kollege Rene Amtmann vom TSV Thüngersheim wären nach einer Odyssee mit Zug und Bus am Freitagabend zu spät zum Kitzinger Krankenhauslauf gekommen. „Wir haben uns mit Rucksack warmgelaufen“, erklärte Amtmann hinterher.

Doch das ungewöhnliche Aufwärmprogramm hatte offensichtlich nicht geschadet. Der Mann aus Eritrea gewann bei der 17. Auflage des Rennens in 45,42 Minuten weit vor Amtmann (48,17). Als schnellster Läufer der Klinik Kitzinger Land kam der Mediziner Joachim Schwabe aus der Inneren Abteilung nach 13,8 Kilometern auf Rang drei (50,52).

Habtemikael (LG Karlstadt) lief ein einsames Rennen von der Spitze weg und ging deutlich früher auf seine zweite Runde, als die Sieger der einen Runde von 6,9 Kilometern das Ziel erblickten. „Allein zu laufen war hart“, sagte der 20-Jährige, der sich gerade zum Krankenpfleger ausbilden lässt und gerne dauerhaft in Deutschland arbeiten und leben würde. Er hatte im Ziel fast drei Minuten Vorsprung vor seinem ÖPNV-Partner Amtmann.

Schnellste Frau bricht eigenen Streckenrekord

Bei den Frauen holte Delia Schmitt vom Laufwerk Würzburg einen Favoritensieg. Sie hatte erst im Vorjahr einen neuen Frauen-Streckenrekord aufgestellt und konnte diese Bestmarke in diesem Jahr noch einmal drücken auf nun 51,48 Minuten. Damit verdiente sie sich erneut eine Siegprämie von 100 Euro.

„Ich habe schon versucht, Rekord zu laufen, aber auf der Strecke nicht erwartet, dass es gelingt, weil es heuer härter zu laufen war als im Vorjahr“, meinte die Siegerin. Mit über sechs Minuten Vorsprung gewann sie eine halbe Ewigkeit vor Amelie Dornberger vom SV Altenschönbach und mit weiterem Abstand vor der Kitzingerin Alma Goller. Im Wettbewerb über die eine, 6,9 Kilometer lange Runde lag Manuel Fößel (TV Ochsenfurt) ganz vorne. Ihm folgten Tobias Schneider und Sebastian Apfelbacher (beide TG Kitzingen) auf den Plätzen zwei und drei. Schnellste Dame beim Kurzlauf war Nicola Funcke vom Würzburger Stadtmarathon.

Schöner Erfolg für das Projekt 6,9

Lauforganisator Philipp Zabel von der Klinik Kitzinger Land ist ein Spitzenläufer. Doch am Freitag ließ er es relativ gemächlich angehen und kam auf Rang 16 des Kurzlaufs ins Ziel. Zabel hatte vor dem von Georg Will kommentierten Volkslauf die Sportler begrüßt, die Christian Blachnik vom Sponsor Sparkasse Mainfranken auf die Strecke schickte. Er freue sich, so Zabel, dass diesmal mehr Mitarbeiter der Klinik und auch der Krankenpflegeschule am Start seien und zum ansehnlichen Feld beitrugen. Stolz sei er, dass einige Läufer und Walker der Herzsportgruppe und seines „Projekts 6,9“ starteten, einem von der Krankenkasse unterstützten Training, das Neu- und Wiedereinsteiger in zehn Wochen fit für den Krankenhauslauf macht.

Kitzinger Realschule muss ihren Titel abtreten

Wie eine große Karawane schlängelten sich die Läufer kurz nach dem Start den Berg hinter der Klinik hoch Richtung Buchbrunn. Den Preis des ältesten Teilnehmers erhielt diesmal Walter Vogt (Geburtsjahr 1929). Mit Walking-Stöcken mischte der 83-jährige Schwarzacher Klaus Hornig aus Schwarzach mit. Jüngster Läufer war Lasse Sandreuther (Geburtsjahrgang 2015). Die Kitzinger Realschule bekam mit 39 Läufern erstmals nach vielen Jahren nicht den ersten Preis für die größte Gruppe; sie musste dem Armin-Knab-Gymnasium den Vortritt lassen, das 42 Athleten geschickt hatte.

Die von Philipp Zabel eingeführte Neuerung, einen Schülerlauf (900 Meter) sowie noch eine kürzere Strecke für Walker (2,8 Kilometer) anzubieten, brachte zusätzliche Teilnehmer und Einnahmen in Form von Startgebühren für den Förderverein des Kitzinger Krankenhauses.

Auszug aus der Siegerliste

Hauptlauf Männer (13,8 Kilometer)

1. Filimon Habtemikael (LG Karlstadt) 45,42

2. Rene Amtmann (TSV Thüngersheim) 48,17

3. Joachim Schwabe (Klinik Kitzinger Land) 50,52

4. Stefan Handwerk (Zabelstein Runners) 51,30

5. Bernd Dornberger (SV Altenschönbach) 51,50

Hauptlauf Frauen

1. Delia Schmitt (Laufwerk Würzburg) 51,48

2. Amelie Dornberger (SV Altenschönbach) 57,29

3. Alma Goller (TFC Mainfranken) 59,23

4. Johanna Kraus (SV Altenschönbach) 66,0

5. Melanie Gold (TG Kitzingen) 70,52

Kurzlauf Männer (6,9 Kilometer)

1. Manuel Fößel (TV Ochsenfurt) 23,07

2. Tobias Schneider (TG Kitzingen) 24,13

3. Sebastian Apfelbacher (TG Kitzingen) 24,21

4. Philipp Schmidt (SV Hoheim) 24,27

5. Johannes Mahr (TSV Thüngersheim) 24,41

Frauen:

1. Nicola Funcke (TG Schweinfurt) 27,28

2. Viktoria Kolb (TG Kitzingen) 27,47

3. Eileen Rössner (SV Altenschönbach) 32,48

4. Jessica Lussert (Armin-Knab-Gymnasium) 33,20

5. Lara Wenigerkind (Armin-Knab-Gymnasium) 33,41

 

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