FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Die Bayern dürfen endlich feiern

Nach dem 2:1 gegen Kleinrinderfeld zeichnet sich für die Kitzinger Bayern ein glückliches Saisonende ab. Selbst Trainer Auer wird überrascht vom späten Siegtor.
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Schiebemanöver: Kitzingens Florian Gaubitz (rechts) und der Kleinrinderfelder Marco Kramosch zeigen vollen Einsatz. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Der mit größerem Willen erzwungene 2:1 (0:1)-Sieg Bayern Kitzingens über den TSV Kleinrinderfeld war ein entscheidender, wenn nicht der entscheidende Schritt zum Klassenverbleib. Aber vor allem personell waren die Vorzeichen bei den Bayern nicht zum Besten bestellt. Sebastian Stumpf fehlte wegen einer anstehenden Prüfung. Bei Phillip Schlarb und Shawn Hilgert machten Verletzungen einen Einsatz unmöglich. Daher fand sich Kastriot Krasniqi – erstmals seit seinem Wechsel vom TSV Aub nach Kitzingen – in der Anfangsformation. Die Plätze auf der nur dünn besetzten Bank nahmen Betreuer Stefan Güntner und Trainer Björn Auer ein, zwei Routiniers.

Auf dem sonnengefluteten Kitzinger Bayernplatz entstand eine ausgeglichene Partie. Nach einem Freistoß Andre Hartmanns neben das Tor gab Julian Schuhmann den Ball von der rechten Seite ins Zentrum, doch vor dem Tor fand sich kein Mitspieler für die Vorlage. Auf der anderen Seite näherte sich Mario Christ mit einem Freistoß dem Hoheitsbereich Mario Bodendörfers, der kurz danach einen halbhohen Ball Kevin Engerts aus der Gefahrenzone boxte. Als Sandro Kramoschs ansatzloser Schuss gegen den Pfosten knallte, besaßen die Kleinrinderfelder gegen die nachlässig gewordene Bayern-Elf die größeren Anteile.

„In den ersten zwanzig Minuten waren wir gut gestanden“, sagte Kitzingens Trainer Auer, „danach wurden wir träge und haben fahrlässig verteidigt.“

Als die Hausherren im Aufbauspiel den Ball verloren und nur halbherzig nachsetzten, legte Kramosch für Mario Christ auf, dessen aus 25 Metern angesetzter Schuss platziert zum 0:1 einschlug. Bodendörfer streckte sich vergebens. „Es war wichtig, dass wir nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gegangen sind“, sagte Auer und rief die Seinen zu höherem Engagement auf. Ahmed Bakare setzte die neue Vorgabe um, als er dem Ball bis zum gegnerischen 16-Meterraum nachsetzte, wo sich Kleinrinderfelds bisher kaum geforderter Torhüter Jan Johannes in den Weg warf. Es gab Elfmeter. „Den haben wir durch unser Nachsetzen erzwungen“, stellte Auer zur Aktion Bakares fest. Jannik Feidel verwandelte sicher zum 1:1.

Der Ausgleich vitalisierte das Kitzinger Spiel nach vorne. Bei Schüssen Hartmanns und Endres‘ fehlten ihnen aber zwingende Tormöglichkeiten. „Nach dem 1:1 hatten sie mehr vom Spiel, liefen einen Schritt mehr, wir einen weniger“, erkannte Meyer, und er begründete das mit der fehlenden Spannung im Saisonendspurt.

Auf Platz zwei hat seine Mannschaft keine reelle Chance mehr. Sie habe sich zudem mit zu kurzen Anspielen im Aufbauspiel verstrickt.

Angesichts fehlender Chancen hüben wie drüben deutete vieles auf ein Remis hin, aber Daniel Endres nutzte drei Minuten vor Schluss eine Unaufmerksamkeit der Gäste-Abwehr, um an Johannes vorbei das siegbringende 2:1 zu erzielen. Auf der Gegenseite vergab Kramosch nach Simon Sommers Zuspiel die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich. „Dass wir uns mit drei Punkten statt nur einem belohnen, hatte ich nicht mehr erwartet“, gab Auer zu und wechselte sich zum Zeitgewinn für zwei in der Nachspielzeit verbliebene Minuten selbst noch ein. Zwar haderte der Kollege Meyer mit dem späten Gegentor. Tief aber saß sein Frust nach einer insgesamt erfolgreichen Runde Kleinrinderfelds nicht.

„Wir ärgern uns, lassen die Punkte aber auch gern in Kitzingen und fahren nächste Saison lieber hierher als woandershin.“ Auf eine Fahrt an den Bleichwasen dürfen sich in der kommenden Runde die Gäste wohl freuen, denn mit dem dritten Sieg in den vergangenen fünf Landesliga-Spielen sind die Kitzinger Bayern auch rechnerisch dem Klassenerhalt sehr nahe gerückt. Vier Punkte beträgt ihr Vorsprung auf den vierzehnten Tabellenplatz, und selbst für den Fall eines damit verbundenen Vergleichs mit den übrigen vier bayerischen Landesligen sollte die nun erreichte Quote von 43 Punkten reichen, um sich in der Liga zu halten. Es sieht also – nach vielen Turbulenzen bis zur vorzeitigen Trennung von Trainer Tamer Yigit in den ersten April-Tagen – wieder mal alles nach einem erneut glücklichen Ende aus.

Das Spiel in der Statistik

Bayern Kitzingen – TSV Kleinrinderfeld 2:1 (0:1)

Kitzingen: Mario Bodendörfer; Felix Straßberger, Christopher Lenhart, Daniel Endres (90.+1 Björn Auer), Florian Gaubitz, Julian Schuhmann, Andre Hartmann, Jannik Feidel, Ahmed Bakare, Kastriot Krasniqi (75. Maximilian Wunder).

Kleinrinderfeld: Jan Johannes; Simon Sommer, David Hedtstück (71. Joshua Heberlein), Benedikt Engert, Bastian Götzfried, Kevin Engert, Magnus Rentzsch, Mario Christ, Marco Kramosch, Sandro Kramosch, Dennie Michel.

Schiedsrichter: Florian Neiber (Günzburg).

Gelbe Karten: Krasniqi; Rentzsch, Sandro Kramosch, Johannes, Götzfried, Sommer.

Zuschauer: 165.

Tore: 0:1 Mario Christ (38., Distanzschuss), 1:1 Jannik Feidel (53., Elfmeter nach Foul an Ahmed Bakare), 2:1 Daniel Endres (86., Schuss aus kurzer Distanz).

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