FUSSBALL: BEZIRKSLIGA

Dettelbach spielt um seine letzte Chance

Zehn Punkte beträgt der Rückstand der Dettelbacher auf die Nichtabstiegsplätze. Und vor dem Derby gegen Wiesentheid erreichte das Team eine neue Hiobsbotschaft.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dettelbachs Torwart Philipp Will riss sich das Kreuzband. Foto: Foto: Stöckinger

Vom Fleck gekommen ist der Aufsteiger aus Dettelbach und seiner Ortsteile seit der Winterpause in der Bezirksliga Ost nicht wirklich. Nach drei Niederlagen in Folge ist der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen gar auf zehn Punkte gewachsen. Eine schwierige Situation für Trainer Thomas Freund und sein Team, die guter Hoffnung für den Rest der Runde waren. So geht es an diesem Freitag (19 Uhr in Dettelbach) gegen Lokalrivale Wiesentheid schon um den letzten Strohhalm im Kampf um den Klassenverbleib.

Intensiv hatten die Vereinsverantwortlichen vor der Saison beraten, ob sie den Schritt in die Bezirksliga wirklich wagen sollten – zumal der Abgang einiger Spieler bereits feststand. Doch sie riskierten den Sprung. „Der Verein war auf alles vorbereitet. Auch die jetzige Situation kam in den Überlegungen vor“, sagt Trainer Freund, der seit Sommer im Amt ist. Schwer getroffen habe den Klub das Verletzungspech. Immer wieder fielen Leistungsträger aus. Nur zwölf Punkte holte man bis Jahresende. Das macht nicht wirklich Mut, ein Schicksal zu vermeiden, wie es vorige Saison Nachbar Schwarzach ereilte.

Aber die Dettelbacher glaubten an die Qualität der Mannschaft. Das Jubiläumsjahr – der SC Dettelbach feiert 2019 sein hundertjähriges Bestehen – sollte in der Bezirksliga begangen werden. Vor allem die personelle Lage sollte sich entspannen. Das hat sich als Trugschluss erwiesen. Bastian Schimmer musste die ersten beiden Spiele wegen eines Arbeitsunfalls sausen lassen, und Christian Graber fiel gegen Altbessingen von Berufs wegen aus. Stammtorhüter Philipp Will riss sich Dienstag im Training auch noch die Kreuzbänder. „Das ist Qualität“, so Trainer Freund, „die wir bei unserem dünnen Kader nicht kompensieren können.“

Auch aus der zweiten Mannschaft kann er kaum Spieler nach oben ziehen. Der Sprung sei zu groß. Einziger Lichtblick ist Maximilian Mayer, der sich gut entwickelt habe und jüngst erstmals zum Einsatz kam. Nicht nur am Personal mangelt es. Dem Team geht auch die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor ab. Nur 21 Tore – das ist der schlechteste Wert der Bezirksliga Ost. Es fehle ein Knipser, der aus keiner Chance ein Tor mache. Das haben die jüngsten Partien noch einmal gezeigt.

Gegen Mitaufsteiger Altbessingen und Riedenberg spielte Dettelbach auf Augenhöhe, die Tore machte aber der Gegner, meist nach individuellen Fehlern des Aufsteigers. „Das waren eigentlich 0:0-Spiele. Leider habe ich viele Spieler, die noch zu grün sind für die Liga“, sagt Freund. Bemerkenswert findet der Trainer in dieser prekären Situation die Kameradschaft und den Zusammenhalt im Team.

Natürlich gehe die sportliche Lage an die Substanz der Spieler. sie kämen aber zum Training, ließen den Kopf nicht hängen und bauten sich immer wieder auf. „Keiner ergibt sich in sein Schicksal, und jeder wirft alles in die Waagschale“, sagt der Trainer. Genau daraus zieht Freund die Hoffnung für das Nachbarschaftsduell gegen Wiesentheid. Diese letzte Hoffnung müsse die Mannschaft nun ergreifen, um den Ligaverbleib nicht endgültig aus den Augen zu verlieren. „Wir werden alles herauskitzeln und wollen unsere wohl letzte Chance nutzen“, gibt sich Freund kämpferisch. Denn abgeschrieben hat er die Seinen noch lange nicht.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.