FUSSBALL: BAYERNLIGA

Der TSV Abtswind vergisst das Toreschießen

Die Heimpremiere geht daneben. Gegen Sander „Mentalitätsmonster“ verliert Abtswind 0:2. Trainer Schindler sieht seinen Matchplan „madig gemacht“.
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Der Sander Ralph Thomann (links) rangelt mit Abtswinds Nicolas Wirsching um den Ball. Foto: Foto: Alexander Rausch

TSV Abtswind – FC Sand 0:2 (0:1). Nachdenklich stand Abtswinds Trainer Mario Schindler nach Spielschluss an der Bande und grübelte. Wahrscheinlich über die Gründe der vermeidbaren 0:2-Heimniederlage der Seinen gegen den FC Sand. „Wir haben uns in den Zweikämpfen den Schneid abkaufen lassen. Mit vielen kleinen Fouls haben sie uns den Spielfluss genommen“, sagte Schindler. Er sah den Hauptgrund der Niederlage in der robusten Spielweise des Gegners. Vor allem im zweiten Durchgang war seine Elf damit nicht mehr wirklich zurechtgekommen.

Die Abtswinder hatten sehr gut begonnen und die Gäste früh gehörig unter Druck gesetzt. Die Sander, die Schindler im Vorfeld als „Mentalitätsmonster“ bezeichnet hatte, waren nahezu ausschließlich in der Defensive gefordert und nicht immer Herr der Lage. Ganz anders Schindlers Elf, die bei Max Wolfs Schuss aus 18 Metern und Markus Thomanns Lattenknaller bereits in Führung gehen hätte können, spätestens bei Max Hillenbrands Abschluss aus zwei Metern aber hätte führen müssen.

Doch mit Glück und Geschick hielten die Gäste die Null – und stachen mit ihrem ersten Angriff eiskalt zu: Shaban Rugovaj traf unhaltbar ins linke Eck. Zwar trauten sich die Gäste in der Folge mehr zu, dominant blieben aber die Kicker aus dem Kräuterdorf. Christopher Lehmann und zweimal Philipp Hummel hätten den fälligen Ausgleich für die weiterhin spielfreudigen Gastgeber erzielen müssen.

Statt die Weichen vielleicht doch noch auf Erfolg zu stellen, agierte die TSV-Defensive bei Danny Schlereths Flankenlauf zu unentschlossen. Das nutzte der mit Wucht einlaufende Shaban Rugovaj zum schnellen 0:2 nach der Pause. „Der Treffer hat uns völlig den Drive genommen. Die Körpersprache stimmte nicht mehr“, stellte Schindler fest. Er versuchte, mit drei offensiven Wechseln zu reagieren. Fruchten sollten die Maßnahmen allerdings nicht. Denn die nun noch aktiveren Gäste standen höher und provozierten einfache Fehler im Spielaufbau der Gastgeber, die zu schnellen Konterangriffen führten. Die Heimelf spielte zu oft den langen Ball. „Sie haben uns unseren Matchplan madig gemacht. Zudem war unser Stellungsspiel dann nicht mehr gut, ebenso wenig wie unsere Staffelung, und wir fanden offensiv kaum mehr Lösungen“, sagte Schindler.

Dennoch blieben die Hausherren bis in die Schlussphase im Spiel. Die Sander spielten nämlich die sich plötzlich bietenden Möglichkeiten nicht konsequent zu Ende. Felix Reusch verhinderte gegen Shaban Rugovaj zweimal den endgültigen K.o. Und auch gegen Thorsten Schlereth war der Schlussmann zur Stelle. So durfte Abtswind lange hoffen. Aber Jürgen Endres setzte das Leder knapp über den Balken, und Dominik Schmitt scheiterte aus der Nahdistanz an Stefan Klemm. „Die Jungs müssen lernen, ihren Plan durchzuziehen und sich nicht beeinflussen zu lassen. Aber so weit sind wir noch nicht“, sagte Schindler.

Die Statistik zum Spiel

Abtswind: Reusch – Sturm (74. Dußler), Graf, Lenhart, Wolf – Wirsching, Dominik Schmitt – Thomann, Lehmann (61. Dietl), Hillenbrand – Hummel (54. Hummel).

Sand: Klemm – Bechmann, Topuz, Thomann, Steinmann – Danny Schlereth, Karmann, Rippstein (82. Moser), Rugovaj, Thorsten Schlereth (87. Witchen) – Markof (51. A. Schmitt).

Schiedsrichter: Markus Haase (Burglengenfeld).

Zuschauer: 350.

Gelbe Karten: Lenhart, Wirsching; Topuz, Rugovaj, Karmann, Bechmann.

Tore: 0:1, 0:2 Shaban Rugovaj (23., 49.).

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