FUßBALL: KREISKLASSE SCHWEINFURT 2

Der Traum von einer höheren Etage

Andreas Herrmanns Heimkehr nach Castell hat auch mit der Perspektive zu tun, die bei der Spielgemeinschaft mit Wiesenbronn zu erkennen sind.
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Andreas Herrmann hat seine Rückkehr zum Kreisklassisten SG Castell-Wiesenbronn nicht bereut. Foto: Foto: Hans Will

Vor einem Jahr machte Andreas Herrmann als Fußballer quasi eine Rolle rückwärts. Der 23-Jährige aus dem Casteller Ortsteil Greuth entschloss sich dazu, seine durchaus vorhandene Perspektive beim höherklassigen Nachbarn und jetzigen Bayernligisten TSV Abtswind aufzugeben und künftig das Trikot seines Heimatklubs, der SG Castell-Wiesenbronn, in der Kreisklasse zu tragen. Dort wäre der seit fünf Jahren bestehenden Spielgemeinschaft beinahe der Durchmarsch von der A-Klasse in die Kreisliga gelungen, doch ein schlechter Start in die Runde stand dem Erfolg am Ende im Weg. Nur ein Dreier aus den ersten sechs Partien wurde der Mannschaft später zum Verhängnis.

Diesmal sieht es anders aus. Die SG legte forsch los und liegt mit vier Siegen aus fünf Spielen sowie bereits 24 erzielten Toren direkt hinter dem noch makellosen TSV Grettstadt. Mindestens auf Platz zwei will Andi Herrmann auch bis Rundenende bleiben. „Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir in der Liga eine gute Rolle spielen wollen. Mit unserem Kader muss es das Ziel sein, hoch zu gehen.“ Bereits in der Vorsaison hielten viele Konkurrenten die am Ende auf Platz drei abschließenden Castell/Wiesenbronner für die spielstärkste Elf in der Liga.

Dass der Jüngere der beiden Herrmann-Brüder – mit Michael (26) kickt der ältere nach wie vor in Abtswind – wieder zurückkehrte, hatte mehrere Gründe. Daran gedacht hatte er bereits, wie er zugibt. Dann schloss sich mit Marco Meyer ein guter Kumpel der SG an. Außerdem bekam Andi Herrmann in seinem damals zweiten Jahr in Abtswind nicht mehr so viel Spielzeit in der Ersten. „Ich rückte in die zweite Mannschaft und half in der Ersten aus, wenn Not am Mann war. Aber der Aufwand war mir dann zu hoch“, sagt Andreas Herrmann. Dass mit Oliver Koch ein Freund von ihm zudem bei der SG als Spielertrainer tätig ist, „machte mir die Entscheidung noch einfacher.“

Außerdem sei er überzeugt gewesen, dass die Truppe Potenzial hat, sagt der Fachinformatiker bei der Stadt Würzburg. Der Schritt zurück in die Kreisklasse und das Eingewöhnen fiel ihm leicht. Spielertrainer Koch lege viel Wert auf technisch ordentlichen Fußball, das Tempo im Training sei gut, es passte. Herrmann, von Grund auf ein ehrgeiziger Typ, nahm die Rolle als einer der Führungsspieler trotz des noch jungen Alters an. „Ich wollte die Rolle. Ich bin zwar erst 23, aber aufgrund der Stationen zuvor bei Bayern Kitzingen und Abtswind habe ich schon gedacht, dass ich den Jungs was beibringen kann.“

Als Spielmacher agiert er am liebsten. Manchmal nimmt er auch die Rolle als zweiter Angreifer neben Torjäger Tobias Gnebner ein. Doch die Vorarbeit ist eher sein Ding, wie Herrmann zugibt. Gerade im Zentrum sieht er seine Castell/Wiesenbronner gut besetzt. Mit den Paul-Brüdern etwa oder mit Spielertrainer Oliver Koch. Letzterer fällt aber wegen einer Leistenoperation für längere Zeit aus, wie auch Verteidiger Matthias Fuchs. Deren Ausfall wiege schwer, aber im Kader sieht der Mittelfeld-Regisseur genügend Qualität, um beide zu ersetzen.

Die Mischung stimme mit erfahrenen Leuten wie Patrick Paul, Thomas Gaubitz oder Sascha Kümmel, und vielen jungen Kickern. „Wir haben Potenzial“, meint Herrmann. Auch um das weiter zu erhalten, soll es für ihn und die SG möglichst bald eine Klasse nach oben gehen.

Um vorne mitzumischen, müsse man gegen jeden Gegner ans Limit gehen. „Wir haben gegen Gochsheim II (3:5) gemerkt oder auch beim Sieg gegen Türkgücü (2:0), dass wir immer alles geben müssen.“ Das werde wohl auch am Sonntag in Castell gegen den FC Fahr nötig sein. Der Aufsteiger liegt aktuell mit vier Zählern auf Platz neun.

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