FAUSTBALL

Der Januar wird zum Monat der Wahrheit

Vor einem knappen Jahr jubelten die Segnitzer Frauen über den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach der Vorrunde ist die Mannschaft auf dem Boden der Realität gelandet.
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Es war einmal ... Im Februar 2016 schafften die Segnitzer Frauen den Aufstieg in die 1. Bundesliga (hinten von links): Linda Müller, Helen Gernet, Ursina Sagstetter, Sophie Müller, Alicia Hofmann, Katharina Hörlin, (vorne von links): Luisa Kaemmer, Trainer Uli Lauck und Tatjana Müller. Momentan ist der Aufsteiger stark abstiegsgefährdet. Foto: Foto: Matthias Kaemmer

Seit es Hallenrunden im Faustball gibt, müssen die Segnitzer Freunde dieser Sportart mit einem großen Handicap leben. Die Mannschaften der hiesigen Hochburg können weder in einer ausreichend dimensionierten Sporthalle trainieren noch Punktspiele bestreiten. Diese Hypothek schleppen aktuell auch die Frauen mit sich herum, die in Halle und Feld in Deutschlands höchster Spielklasse mitmischen. Doch zur Hallenrunden-Habzeit sieht ihre Lage als Vorletzter mit 2:14 Punkten nicht gerade rosig aus.

„Das Match gegen Gärtringen ist dumm gelaufen und zum Saisonauftakt mussten sich die Mädels erst an die große Halle gewöhnen“, sagt Trainer Uli Lauck und nimmt seine Schützlinge damit in Schutz. Doch nach acht absolvierten Begegnungen fällt sein Urteil schon etwas ernüchternder aus, wenn er moniert, „dass bislang niemand sein Limit erreicht hat“. Die Stärke als Kollektiv kam den Segnitzerinnen seit dem Saisonbeginn im November 2016 abhanden, selbst die sonst sehr sichere Abwehrreihe nahm sich da nicht aus. Doch Uli Lauck wäre nicht Uli Lauck, wenn er nicht absolut daran glauben würde, dass die Mission Klassenerhalt noch zu schaffen ist. „Schwarzmalerei gilt nicht“, lautet Laucks Devise, die seine Frauen verinnerlichen sollen.

Der Trainer setzte auch ein Zeichen, in dem er noch vor dem Dreikönigs-Feiertag die erste Trainingseinheit nach der Weihnachtspause terminierte – eine Woche früher als in der Vergangenheit. Er hofft, dass bei Ursina Sagstetter deren Unsicherheit nach einem Handbruch weicht und die reaktivierte Marites Gernet schneller in ihre Rolle findet. Noch kardinaler ist in der Mannschafts-Hierarchie ist der Status von Angabenspielerin Linda Müller, denn mit ihrer Leistung steht und fällt der TV Segnitz. „Linda macht mit viel Risiko meist direkte Punkte oder Punkte für den Konkurrenten“, meint Uli Lauck. Er würde es begrüßen, wenn seine Spielerin mit der größten Schlag-Power bisweilen etwas dosierter und überlegter aufschlagen würde. Doch ist es ihm im Zweifelsfall doch lieber, dass Linda Müller risikoreich aufs Ganze geht, anstatt dass andere Spielerin einen Aufschlag macht, der als Bumerang schneller zurück als zum Gegner kommt.

Denn der Januar wird entscheidend für den Saisonverlauf werden. Am 15. Januar (ab 11 Uhr) empfangen die Segnitzerinnen im Randersackerer Sonnenstuhl-Sportzentrum die TG Landshut und den TV Unterhaugstett. Aus diesen beiden Partien fordert Lauck mindestens zwei Punkte, am besten aber einen Doppelerfolg. Würde das gelingen, dann würde die Truppe um Spielführerin Tatjana Müller eine Woche später zu einem „Abstiegs-Endspiel“, so Uli Lauck, beim TSV Gärtringen auflaufen. Unterhaugstett (2:14 Punkte) und Gärtringen (2:14) befinden sich in einer Kragenweite mit Segnitz, deswegen wären die Erfolge gegen direkte Konkurrenten sportlich überlebenswichtig. Sollte aber der einzige Heimspieltag dieser Runde schief gehen, dann dürfte der sofortige Wiederabstieg nur noch eine Frage der Zeit sein. Denn nach dem 22. Januar beschert der Spielplan den Segnitzerinnen nur noch das Spitzenquartett der Tabelle.

Ab dem 15. Januar geht es für die Mannschaft mit der dünnen Personaldecke um viel. Deshalb will Uli Lauck versuchen, aus jeder Spielerin noch ein paar Prozent mehr an Leistung herauszukitzeln. Die geschilderten Begegnungen am 15. und 22. Januar sind auch darum wichtig, weil Linda Müller am 29. Januar wegen Urlaub fehlen wird. „Die Mädels haben in der Vorrunde nicht abgerufen, was sie können“, bilanziert Uli Lauck zur Rundenhalbzeit. Ungeachtet dessen, gibt er sich zuversichtlich, dass seine Mannschaft bis zum Saisonende am 19. Februar das Kind geschaukelt haben wird.

1. Bundesliga Süd Frauen
 
1. (2.) TSV Dennach 7 7 0 0 21 : 4 14 : 0  
2. (1.) TSV Calw 8 7 0 1 22 : 10 14 : 2  
3. (3.) SV Tannheim 7 5 0 2 16 : 11 10 : 4  
4. (4.) TV Vaihingen/Enz 8 5 0 3 21 : 11 10 : 6  
5. (5.) TV Eibach 8 4 0 4 19 : 14 8 : 8  
6. (6.) TG Landshut 6 3 0 3 10 : 12 6 : 6  
7. (7.) TV Unterhaugstett 8 1 0 7 7 : 21 2 : 14  
8. (8.) TV Segnitz 8 1 0 7 6 : 22 2 : 14  
9. (9.) TSV Gärtringen 8 1 0 7 4 : 21 2 : 14  

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