FUßBALL

Den Glauben hat noch niemand verloren

Volkach, Nordheim/Sommerach und Stadelschwarzach droht der Abstieg. Was die Hoffnungen auf den Klassenerhalt nährt.
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Trainer Helmuth Weisensel will Volkachs Kicker zum Klassenerhalt führen. Foto: Foto: Hans Will

Das Abstiegsgespenst geht um bei den Vereinen aus dem Landkreis Kitzingen, die in der Kreisliga 1 Schweinfurt kicken. Denn sowohl der VfL Volkach, als auch Nachbar TSV Nordheim/Sommerach und Aufsteiger DJK Stadelschwarzach müssen um den Klassenerhalt bangen. Aufgrund der geringen Abstände im Tabellenkeller regiert aber bei allen Sportleitern das Prinzip Hoffnung.

Volkachs Serie vor der Pause

Die besten Karten auf den Ligaverbleib hat im sprichwörtlichen Schneckenrennen um die Nichtabstiegsplätze aktuell der VfL Volkach. Mit fünf Siegen liegen die Kicker von der Mainschleife aktuell drei Punkte vor dem ersten Klassenerhalts-Relegationsplatz. Nach dem Katastrophenstart mit vier Niederlagen und dem vorzeitigen freiwilligen Trainer-Aus Albert Fischers und Sebastian Ottos läuteten die Rot-Weißen mit dem überraschenden Sieg gegen Sömmersdorf/Obbach/Geldersheim die Trendwende ein. Weitere Erfolge gegen die direkte Konkurrenz folgten und damit der Sprung aus der Abstiegszone. Doch vier Pleiten zum Abschluss sorgten für einen deutlichen Stimmungsdämpfer. „Wir können in der Liga mithalten, brauchen aber schlichtweg zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen. Uns fehlt ein richtiger Knipser“, findet Sportleiter Helmut Leibold.

Dennoch hat der Funktionär keinerlei Bedenken, auch in der kommenden Saison Kreisliga zu spielen. Denn vom Einsatz und der Moral her könne man den Jungs keinen Vorwurf machen. Zudem habe sich die Mannschaft mit dem neuen Trainer Helmuth Weisensel sehr gut eingespielt, und die Vorbereitung laufe zufriedenstellend. Rund 15 Akteure aus dem Kader der Ersten bereiten sich regelmäßig auf die anstehende Restrunde vor. „Wir brauchen noch 15 bis 18 Punkte, um sicher in der Klasse zu bleiben“, so Leibold. Diese erwartet der Sportleiter vor allem aus den Duellen gegen die direkte Konkurrenz zum Rundenende, wenn die Volkacher unter anderem am drittletzten Spieltag zum Derby nach Nordheim müssen.

Nordheim hofft auf Nachbarn

Aber auch der Lokalrivale setzt Vieles in eben jene Begegnungen gegen die Tabellennachbarn, um die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu holen. Denn die Weininsel-Kicker rangieren mit drei Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf dem Relegationsrang. Nur vier Siege gelangen in der Vorrunde, denen satte 13 Niederlagen gegenüberstehen. Die Gründe für das schwache Abschneiden sieht Sportleiter Helmut Pfaff einerseits im Trainerwechsel von Udo Braun auf Jürgen Pittrof, der einige Veränderungen vornahm. Andererseits fielen immer wieder Leistungsträger, wie Andreas Schmitt oder Marcel Braun, aus und überdies verlor der TSV die Hinspiele gegen Abtswind II, Volkach und Stadelschwarzach. „In den vergangenen Jahren waren wir stets siegreich. Die Zähler fehlen nun“, weiß Pfaff, dessen Mannschaft zudem in den vergangenen Jahren nach der Winterpause stets vom Punktepolster der Vorrunde zehrte.

Das sei nun anders, und es werde deutlich schwieriger, in der Liga zu bleiben. Als entscheidend hierfür erwartet der Funktionär vor allem die ersten drei Partien, wenn erst Stadelschwarzach auf der Weininsel gastiert und es dann nach Essleben und Grafenrheinfeld geht. „Da muss gepunktet werden“, findet Pfaff deutliche Worte, die bei seinem Team jedoch auf fruchtbaren Boden fielen. Denn die Vorbereitung verlaufe bisher sehr zufriedenstellend.

Stadelschwarzach ohne Depression

Ähnliches lässt auch Stadelschwarzachs Sportleiter Stefan Reichert verlauten, wenngleich die Ausgangslage der DJK deutlich aussichtsloser ist. Nur sieben Zähler hat der Aufsteiger auf dem Konto und zahlte in der Hinrunde mehrmals kräftig Lehrgeld. Besonders die fehlende Erfahrung der im Sommer abgewanderten Spielertrainer Peter Zay und Felix Manger mache sich bemerkbar. „Die Mannschaft ist noch sehr jung und das Tempo merklich höher als im Vorjahr“, weiß Reichert. Oftmals fehlte es auf dem Feld an einer führenden Hand – und am Personal. Denn nach den beiden Abgängen und einigen Verletzten war der Neuling meist nur sehr dünn aufgestellt. Das sei sicherlich der größte Faktor.

In Depression verfällt Reichert aber keineswegs. Denn die Stimmung passe, und der Mannschaftsgeist sei nach wie vor intakt. „Wir fahren am Wochenende auf Trainingslager nach Darmstadt und bereiten uns konzentriert vor, um das Ruder nochmals herumzureißen“, so Reichert. Das Unterfangen sei nahezu aussichtslos, aber aufgeben werde der Aufsteiger auf keinen Fall und bis zum letzten Spieltag um seine Minimalchance kämpfen. Noch sei der Abstand nämlich aufholbar. Zudem hätten Lokalderbys ihre eigenen Gesetze. Und genau auf diese Duelle werde es ankommen.

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