TSV 1860 Rosenheim - Würzburger FV (3:0; Karsamstag, 15 Uhr)

Unterhaltsam war es, das torreiche Duell zwischen Oberfranken und Unterfranken, zwischen Bamberg und Würzburg (13./31). Allerdings sorgte es in Reihen der Gäste erneut für einen Rückstand in der verbliebenen Hoffnung, doch noch durch einen Endspurt in den letzten acht Spielen auf den neunten Platz zu stürmen.
Auf sechs Punkte erhöhte sich der Rückstand. "Wenn wir dies schaffen würden, hätten wir neben dem Sportlichen sehr viele Hausaufgaben, die wir erledigen müssen", sagt Trainer Michael Hochrein ehrlich, "aber sehr wahrscheinlich könnten wir das auch." Derzeit sieht alles danach aus, dass der Weg in die Regionalliga Bayern nur über die Qualifikation führt.

Mit Blick auf die neuerlichen vier Gegentore sagt Hochrein: "Wir spielten das zweite Mal in dieser Saison zu Null." Kein zufriedenstellendes Ergebnis für ihn, jedoch oftmals den Umstellungen in der Abwehr geschuldet. Auch zuletzt und jetzt in Rosenheim (1./55) muss Würzburgs Trainer improvisieren. Zu den verletzten Marcello Asta und Andreas Ganzinger gesellt sich der nach seiner Roten Karte in Bamberg gesperrte Philipp Günder hinzu.
"Paradoxerweise hatten wir in den letzten Spielen alle 20 Mann an Bord, konnten aber teilweise unsere Leistungen nicht abrufen. Jetzt, nach einer besseren Phase, fallen bei uns wieder wichtige Spieler aus", sagt Hochrein mit Blick auf die personelle Situation vor dem Gastspiel beim Spitzenreiter.

"Sie sind der verdiente Tabellenführer und für mich die absolute Überraschung in diesem Jahr. Ich hätte mit Rosenheim zwischen dem vierten und sechsten Platz gerechnet, nicht aber, dass sie souverän ganz vorne stehen", kommentiert er zum bevorstehenden Gegner.


Topfit und taktisch diszipliniert



"Es ist klar, dass man jetzt die Tabelle durchrechnet. Rosenheim kann durch einen Sieg gegen uns den Aufstieg packen. Sie werden uns daher überhaupt nichts schenken." In Zahlen heißt das, 21 Punkte beträgt der Vorsprung auf den zehnten Platz derzeit, 24 Zähler sind vor diesem Wochenende noch zu vergeben. "Rosenheim ist eine kompakte Mannschaft, die gerade im körperlichen Bereich topfit ist und taktisch diszipliniert spielt", geht Hochrein auf die Stärken des Gegners ein. "Durch ihre taktische Disziplin konnten sie Spiele für sich entscheiden, in denen sie nicht unbedingt die bessere Mannschaft waren."

Allerdings sieht der 46-Jährige sein Team zwar in der Außenseiterrolle, dennoch nicht chancenlos: "Für uns geht es dagegen um alles, wir werden kämpfen und versuchen, uns an den letzten Strohhalm zu klammern. Daher sehe ich uns in der Lage, vielleicht in Rosenheim einen Überraschungssieg zu landen."

Der aktuelle Eindruck von seiner Mannschaft tendiert trotz der jüngsten Niederlage für Hochrein weiter nach oben: "Im Training stelle ich fest, dass die Spieler wieder mehr Selbstvertrauen besitzen, dass sie unbedingt siegen wollen." In Bamberg bestätigte ihn dies durch das couragierte Auftreten in den letzten 35 Minuten, als sie sich gegen den Rückstand stemmten.

Personell sieht der Würzburger Coach trotz der Ausfälle Alternativen: "Wir werden auch im nächsten Spiel eine gute Mannschaft auf den Platz stellen."