FUSSBALL: KREISLIGA

Das Motto der Bayern: handeln statt quatschen

Der Kreisligist hat den mehrfach verpassten Aufstieg abgehakt. Aber als erneuter Titelfavorit wollen die Kitzinger in dieser so reizvollen Spielklasse nicht gelten.
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Mit diesem Aufgebot geht Bayern Kitzingen in die Saison 2019/20: (hinten von links) Robin Heim, Emil Kadiric, Philip Schlarb, Sahin Cangul, Tolga Arayici, Szymon Phoutavong, Felix Straßberger; (Mitte von links) Johannes Gehring, Marcel Scherer, Sportleiter Erwin Klafke, Vorsitzender Richard Niedermeyer, Tim Reiner, Dieter Wallrapp, Thomas Hofmann, Marco Endres, Tom Reiner; (vorne von links) Marcel Geitz, Philipp Waigandt, Marcel Solick, Julius Kümmel, Thomas Lessner, Julian Wald, Florian Gaubitz, Marcel Reuther, Sandro Especiosa. Foto: Foto: Hans Will

Am Ende waren alle Mühen umsonst, alle Strapazen vergebens. Nach fünf nervenaufreibenden Relegationsspielen blieb Bayern Kitzingen vergangene Saison der Bezirksliga-Aufstieg verwehrt. Das alles entscheidende Spiel gegen den FC Sand II ging mit 0:1 verloren, womit der Entscheidungsspiel-Marathon aus Sicht der Bayern kein Happy End fand.

Groß war denn auch die Enttäuschung bei allen Verantwortlichen, es mussten Wunden geleckt werden, wie Spielertrainer Tim Reiner sagt. Dennoch: Allzu lange Trübsal zu blasen war keine Option, und so ist der Blick der Bayern längst wieder nach vorne gerichtet. Drei Wochen Sommerpause seien schließlich Zeit genug, um einerseits alle negativen Gefühle zu verarbeiten und andererseits geistig wie körperlich zu regenerieren und frische Kräfte zu tanken, findet Reiner.

„Natürlich ist es schade, dass es nicht geklappt hat mit dem Aufstieg. Aber ich denke, wir können trotzdem stolz sein auf die Entwicklung der Mannschaft im letzten Jahr“, sagt der Trainer, der diese Überzeugung offenbar auch den Spielern vermitteln konnte. Die waren nach kurzer Erholungspause in der Vorbereitung schon wieder mit reichlich Elan bei der Sache. Dort wurde sowohl im körperlichen als auch im fußballspezifischen Bereich hart gearbeitet, um die Grundlagen für eine lange Saison zu legen.

Die Spieler hätten sich wissbegierig und lernwillig gezeigt. Entsprechend zufrieden ist Reiner mit der Vorbereitung, in der er den Fokus einerseits auf die Arbeit gegen den Ball richtete, um unnötige Gegentore zu vermeiden. Zum anderen stand das Verhalten bei eigenem Ballbesitz auf der Agenda. Hier ging es speziell darum, mehr Lösungen im letzten Spielfelddrittel zu entwickeln, um variabler und flexibler agieren zu können. Dass sich das Erarbeitete noch nicht in positiven Testspiel-Ergebnissen spiegelte – es gab Niederlagen gegen Bezirksligist Dampfach (2:4), Kreisligist Castell/Wiesenbronn (1:3) sowie im Toto-Pokal gegen Kreisklassist Sommerhausen/Winterhausen (1:2) –, bremst Reiner nicht in seinem Optimismus.

Die Qualität des Kaders ist – nachdem kein Stammspieler des Vorjahres den Verein verlassen hat – durch die sechs Neulinge noch einmal deutlich gewachsen. Das stimmt Reiner zuversichtlich. Ist Bayern Kitzingen deshalb automatisch ein Titelfavorit? Reiner wären das zu viele Vorschusslorbeeren. „Meine Grundeinstellung im Sport wie auch allgemein im Leben ist, dass man erst einmal in Vorleistung gehen muss, um seine Ziele zu erreichen. Für uns heißt das, dass wir uns nicht ausruhen dürfen, sondern an uns arbeiten müssen.“ Deshalb werde er sich in diesem Sommer auch nicht hinstellen und verkünden: Bayern wolle Meister werden. Nicht quatschen, sondern handeln, lautet also das Motto am Bayernplatz. Generell sei es – unabhängig von der Platzierung – das Ziel, sich stetig zu verbessern.

„Wir dürfen uns nicht ausruhen.“
Tim Reiner, Trainer Bayern Kitzingen

Ein Selbstläufer dürfte ein ähnlich gutes Abschneiden wie in der letzten Spielzeit angesichts der Konkurrenz ohnehin nicht werden. Unter anderem durch die Bezirksliga-Absteiger Marktbreit/Martinsheim und Reiners Ex-Team Dettelbach, das die Kitzinger am zweiten Spieltag zur Heimpremiere erwarten, ist eine interessante Kreisliga zu erwarten, wie nicht nur Reiner glaubt.

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