KEGELN: BEZIRKSOBERLIGA

Charly Haaf und die meisterlichen Marktbreiter

Die „mannschaftliche Geschlossenheit“ gab den Ausschlag für den Titelgewinn. Vier Germanen steigerten sich gegenüber dem Vorjahr. Zwei Kegler gehören zur Liga-Spitze.
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An der Bezirksoberliga-Meisterschaft von Germania Marktbreit waren beteiligt (von links): Markus Lohmüller, Eberhard Knöchel, Frank Wille, Yannick Haaf, Charly Haaf, Christian Rüth, Roland Knieling und Simon Hanselmann. Foto: Foto: Michelle Haaf

Vor der Saison hatten die Marktbreiter Germanen noch fleißig abgewunken, wenn die Frage nach Titelfavoriten kam. Doch inzwischen ist es amtlich: Nach dem Abstieg aus der danach abgeschafften Regionalliga im April 2018 haben die Männer des Sportkegelclubs Germania Marktbreit den sofortigen Wiederaufstieg geschafft. Damit ist der Verein der einzige in unserem Landkreis, der bei den Frauen und Männern in der Landesliga Nord vertreten ist. Die Germanen haben keine auffälligen Gründe für ihren Durchmarsch zu nennen, unübersehbar war aber die Leistungsexplosion der Mannschaft.

Dass Ernst-Karl Haaf die Einzelwertung der Bezirksoberliga gewinnen würde, kam nicht überraschend, hat er doch schon vor Jahren bei seiner Station in Karlstadt bewiesen, dass er sogar Bundesliga-Format hatte. „Charly“ Haaf kam bei einer Saisonbestleistung von 610 Holz auf eine Schnittleistung von 575 Holz und war damit das Maß der Dinge in der Liga. Umso erfreulicher und überraschender war derweil das Abschneiden seines Clubkameraden Frank Wille, der mit 626 Holz sogar den Saisonrekord der Klasse markierte und mit einem Schnitt von 560 Holz den hervorragenden dritten Platz in der Einzel-Rangliste hinter Wolfgang Sturm (Dreieck Schweinfurt, 563) einnahm. Nahe an die 600er-Tagesmarke kamen im Saisonverlauf auch die weiteren Germanen Eberhard Knöchel (594) und Christian Rüth (593). Yannick Haaf, der erst 18-jährige Sohn von Ernst-Karl Haaf, spielte einen soliden Saisonschnitt von 527 Holz und agierte damit ziemlich auf dem gleichen Level wie Roland Knieling (529). Ihren Beitrag zum Titel leisteten auch Markus Lohmüller und Simon Hanselmann.

Die Mannschaft von Trainerin Theresa Tiedemann dominierte die Liga, aber erst am letzten Spieltag war der Titel unter Dach und Fach mit dem 6:2-Erfolg bei Bavaria Karlstadt II. Eines hatten die Germanen allen Konkurrenten voraus: Sie spielten eine makellose Heimbilanz von 18:0-Punkten und machten die Buheleite zu einer unbezwingbaren Bastion. Im Endklassement entschieden die Germanen das Titelrennen mit 31:5-Punkten vor dem hartnäckigen Konkurrenten Dreieck Schweinfurt für sich, der sich bei 29:7-Punkten zwei Punkteteilungen mehr leistete. „Auswärts haben wir oftmals ein Mannschaftsergebnis von über 3200 Holz hingelegt“, streicht Sportleiter Markus Lohmüller heraus. Die Aufstellung für das jeweils nächste Spiel nach dem Training zu planen und dann am Spieltag die richtigen Schlüsse aus der Strategie der Gegner zu ziehen, gelang den Marktbreitern bestens. Mit Ernst-Karl Haaf, Frank Wille, Christian Rüth und Simon Hanselmann vermochten gleich vier Germanen, ihre Saison-Durchschnittsleistung gegenüber der Saison 2017/18 merklich zu steigern. Zudem trumpften die Mannen von der Buheleite als Kollektiv auf, was dazu führte, dass sie ein großes Handicap zu kompensieren wussten. Ernst-Karl Haaf war vor geraumer Zeit krankheitsbedingt ausgefallen und konnte drei Spiele nicht mitwirken. Doch dann sprangen eben andere in die Bresche und sie ließen sich nicht aus der Siegerspur abdrängen.

Natürlich war der Jubel groß im Marktbreiter Lager, nachdem auch die letzten theoretischen Zweifel beseitigt waren. Jetzt kann die große Meisterfeier des Vereins kommen. Freilich wird in der ab September beginnenden Landesliga-Saison alles viel schwerer für die Aufstiegshelden, aber die Germanen sind Herausforderungen gewohnt und das Erlebnis, erstmals in der Vereinsgeschichte in der Männer-Landesliga mitzumischen, könnte bei der Mannschaft vielleicht zusätzliche Kräfte mobilisieren.

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