FUSSBALL: RELEGATION

Bayerns Reserve verpasst leichtfertig den Aufstieg

Josef Unser hätte sich ein besseres Ergebnis für seinen Ausstand bei den Kitzinger Bayern vorstellen können. Der scheidende Trainer reagiert sauer auf dieses 1:2.
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Zweikampf um das Objekt der Begierde: Samuel Braun (TSV Rottenbauer, links) und Kitzingens Torschütze Jerome Brandtner. Foto: Foto: Alexander Rausch

Relegation zur Kreisklasse

TSV Rottenbauer – Bayern Kitzingen II 2:1 (1:1)

Es roch nach Verlängerung, als die jungen Bayern in der Schlussphase nochmals alle Kräfte mobilisierten, und die 2:1 (1:1)-Führung des TSV Rottenbauer mächtig wackelte. Trotz bester Chancen blieb der Elf von Josef Unser die Krönung aber versagt. Damit verabschiedete sich der Übungsleiter still und leise nach einer bemerkenswert starken Saison ohne Aufstieg.

Angefressen war der Übungsleiter, der nach Mainbernheim weiterzieht, aber trotzdem: „Sie haben sich nicht an die taktischen Vorgaben gehalten. Wir wollten offensiv agieren, das Spiel gestalten.“ Dafür habe aber die nötige Laufbereitschaft gefehlt sowie die nötige Struktur im Bayern-Spiel. Stattdessen reagierte der A-Klassist nur auf das, was Rottenbauer bot. Die Kreisklassen-Kicker ließen den Ball ansehnlich durch die eigenen Reihen laufen und waren klar dominant. Nur vor des Gegners Gehäuse haperte es.

So waren es die Unser-Schützlinge, die durch Jerome Brandtner überraschend in Führung gingen. Wirklich ändern sollte sich aber nichts. Selbst Umstellungen wie die Einwechslung Luis Luckerts schafften keine Abhilfe. Nur Fehler des Kreisklassisten brachten die Kitzinger offensiv ins Spiel. Zu weiteren Treffern reichte es jedoch nicht. TSV-Torwart Jochen Reinhart bügelte in letzter Instanz Fehler aus und ermöglichte seinen im Angriff immer zielstrebiger werdenden Kollegen dadurch erst den Ausgleich Christian Deppners und nach der Pause auch Dominik Deckerts Führungstreffer.

Die kleinen Bayern lagen am Boden, besannen sich Mitte des zweiten Durchgangs aber und fanden zurück in die Partie – auch weil bei Rottenbauer merklich die Kräfte schwanden. Leichte Fouls in Strafraumnähe brachten den taumelnden Kreisklassisten mehr und mehr in die Bredouille. Doch erneut war Reinhart zur Stelle und rettete sowohl gegen Tim Kressmann als auch gegen Brandtner herausragend. Zuvor hatte schon Florian Kieser einen Freistoß hauchdünn über den Balken gejagt. „Wir hatten nicht das nötige Matchglück. Ein Unentschieden wäre sicherlich verdient gewesen“, resümierte Unser. Denn mit Brandtners Flanke, die Freund und Feind passiert und neben dem Tor landete, war auch die letzte Chance, noch in die Verlängerung zu kommen, vertan.

Zu spät waren die Kitzinger aufgewacht und hatten den nötigen Druck auf das TSV-Gehäuse entwickelt. Besonders bitter für die Unser-Elf ist jedoch, dass einige Leistungsträger nicht an die in der Runde gezeigten Auftritte anknüpfen konnten – ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison. So endet eine unerwartet herausragende Spielzeit mit einem faden Beigeschmack. Daher möchte Unser diese Enttäuschung möglichst schnell vergessen. Ein Schoppen am Abend schaffte erste Abhilfe, während die Mannschaft noch bis spät in die Nacht in der Kabine zusammensaß, um die Partie zu verarbeiten.

Rottenbauer: Reinhart – Kreisz, Weisenberger, Sopp, Deckert – Braun – Meigen, Robinson, Kroker, Schneider, Deppner. Eingewechselt: Preisendörfer, Rügamer, Zänglein.

Kitzingen: Wald – Jarrath, Kressmenn, Lambrecht, Donaldson – Kieser, Kehrer – Rumpel, De Luca, Lutsch – Brandtner. Eingewechselt: Luckert, Wirth, Wolf.

Schiedsrichter: Büdel (Frammersbach).

Gelbe Karten: Sopp/Kressmann.

Gelb-Rot: Kehrer (Kitzingen, 60., Schiedsrichterbeleidigung auf der Bank).

Zuschauer: 352 (in Lengfeld).

Tore: 0:1 Jermaine Brandtner (12.), 1:1 Christian Deppner (42.), 2:1 Dominik Deckert (56.).

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