FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Bayern stolpern zurück in alte Zeiten

Beim 1:3 gegen Karlburg zeigt sich, wie brüchig Bayern Kitzingens Gefüge noch ist. Der neue Sportleiter Kabil Jabiri macht nach dem Spiel eine Mängelliste auf.
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Der Karlburger Stürmer Dominik Bathon (rechts) ist eine Fußspitze eher am Ball als Kitzingens Verteidiger Manuel Kutz. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Nach zwei Schritten vorwärts folgte der Schritt zurück. Bayern Kitzingens 1:3 (0:1)-Niederlage gegen den TSV Karlburg führte erneut vor Augen, dass der Weg zum Klassenverbleib schwierig und steinig ist. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, die Laufbereitschaft hat gefehlt, wir stellen Räume nicht zu – es kamen sehr viele Dinge zusammen, die wir in den letzten beiden Wochen gut umgesetzt hatten“, wunderte sich Kitzingens Sportleiter und Co-Trainer Kabil Jabiri.

Personell hatte Trainer Björn Auer wenig geändert zum Auswärtsspiel in Memmelsdorf. Tolga Arayici war in die erste Elf zurückgekehrt. Doch schon in den ersten Minuten lief die Partie an den Bayern vorbei. Karlburg, zuvor in elf Spielen ohne Sieg geblieben, drängte den verblüfften Gegner in dessen Halbfeld zurück und ging nach Freistoß Dominik Bathons von halblinker Position in Führung: Marco Mehling behauptete sich in zentraler Lage und überwand Torhüter Florian Nöth aus kurzer Entfernung. „Solche Standards wollten wir vermeiden. Sie schlagen ihre Bälle auf den zweiten Pfosten und stehen dort mit ihren großen Verteidigern. Und genauso passierte es“, sagte Jabiri.

Das schnelle Gegentor offenbarte, wie brüchig das zuletzt mit vier Punkten aus zwei Spielen erfolgreiche Bayern-Gefüge noch ist. „Schon nach fünf Minuten ließen wir die Köpfe hängen“, stellte Jabiri fehlenden Mut fest. Rückpässe ermöglichten dem Gegner, sein offensives Pressing um weitere Meter nach vorne zu verschieben, wodurch die Räume für Kitzingen noch enger und die Bedrängnis noch größer wurden, so dass nur noch ein Foul half.

Ein halbes Dutzend Freistöße flogen in der Anfangsphase in die Gefahrenzone, blieben aber im Weiteren ohne Gefahr. Die entstand, als Bathon nach einem Ballverlust Arayicis im Mittelfeld zum Alleingang über links ansetzte, doch Nöth im Herauslaufen ein weiteres Gegentor verhinderte.

Nach schwacher Anfangsviertelstunde gestaltete Kitzingen die Partie ausgeglichener, den Aktionen fehlte aber die letzte Konsequenz. Als Ahmed Bakare aus spitzem Winkel von rechts auf das Tor schoss, klärte Karlburgs kaum geforderter Torwart Rene Kohlhepp zur Ecke. Shawn Hilgert leitete einen aussichtsreichen Vorstoß über die rechte Seite ein, doch fand sein Querpass keinen Abnehmer. Andre Hartmanns Schuss aus zwanzig Metern verfehlte das gegnerische Tor nur knapp und ließ die nur siebzig Zuschauer – der schwächste Besuch seit dem Aufstieg in die Landesliga vor fünf Jahren – zumindest raunen.

Die Vorgabe, gegen die hoch stehenden Außenverteidiger Karlburgs über die Flügel zu spielen, setzten die Bayern zu selten um.

Nach dem Wechsel verschoben sich die Anteile wieder zu Gunsten des Gegners. Wie schon in der ersten Halbzeit agierten die Gäste auch zu Beginn der zweiten Hälfte druckvoller. Nachdem Kevin Leibold und Manuel Römlein erste Warnschüsse abgegeben hatten, nutzte Steffen Bachmann eine grobe Fahrlässigkeit auf Kitzingens rechter Abwehrseite. Er legte den Ball noch an Nöth vorbei und schob ihn ins leere Tor.

Nur zwei Minuten später köpfte Bathon in den Lauf Römleins, und dessen Schuss passte genau in den Torgiebel. „Wenn es nicht spielerisch geht, kann man den Ball auch einmal weit nach vorne schlagen. Wir sind nicht in der Position, besonders schön spielen zu wollen“, sagte Jabiri.

Als Levi Wendel im eigenen Halbfeld unnötigerweise von hinten ge-gen Bathon grätschte, zeigte Schiedsrichter Christopher Knauer dem 20-Jährigen folgerichtig die Rote Karte. „Das Spiel erinnerte in der zweiten Halbzeit an manches Spiel in der Vorrunde“, so Jabiri. An eine Zeit, die die Bayern eigentlich hinter sich lassen wollten.

Zwar bäumte sich Kitzingen teilweise auf, und Ahmed Bakare kam nach Felix Straßbergers Vorlage durch geschickten Heber zum Torerfolg, doch fehlten weitere Chancen. Kurz vor Ende verhinderte Nöth durch eine Parade gegen Szymon Dynia sogar eine höhere Niederlage. „Wir müssen uns in allen Belangen wieder steigern“, resümierte Jabiri hinsichtlich des anstehenden Landkreisderbys in Abtswind.

Die Statistik des Spiels

Fußball-Landesliga Nordwest Bayern Kitzingen – TSV Karlburg 1:3 (0:1)

Kitzingen: Florian Nöth; Levi Wendel, Philip Schlarb, Andre Hartmann, Marco Endres, Ahmed Bakare, Florian Gaubitz (46. Jossef Jabiri), Tolga Arayici, Shawn Hilgert, Kastriot Krasniqi (25. Felix Straßberger), Manuel Kutz.

Karlburg: Rene Kohlhepp; Marco Mehling, Kevin Leibold, Marco Schiebel, Marvin Schramm, Cedric Fenske (62. Marcel Frank), Steffen Bachmann, Johan Brahimi (75. Tobias Wießmann), Szymon Dynia, Manuel Römlein, Dominik Bathon (62. Steffen Lehofer).

Schiedsrichter: Christopher Knauer (Isling).

Zuschauer: 70.

Tore: 0:1 Marco Mehling (4.), 0:2 Steffen Bachmann (54.), 0:3 Manuel Römlein (56.), 1:3 Ahmed Bakare (70.).

Gelbe Karten: Schlarb, Krasniqi, Straßberger; Schiebel, Bachmann, Brahimi, Wießmann.

Gelb-Rote Karte: Marco Endres (Kitzingen, 90., wiederholtes Foulspiel).

Rote Karte: Levi Wendel (Kitzingen, 61., grobes Foulspiel).

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