FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Bayern erringt Punkt für die Moral

Ein spätes Tor sichert den Kitzingern ein 1:1 in Bamberg. Trainer Auer nimmt aus dem Kellerduell aber mehr mit als den einen Punkt.
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Ein bisschen kopflos wirkten Shawn Hilgert und die Kitzinger zuletzt schon. Jetzt gelang ihnen im Kellerduell ein 1:1. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden ist Bayern Kitzingen am Samstag aus dem Eintracht-Sportpark in Bamberg zurückgekehrt. Der Vorletzte beim Letzten: So hatte sich diese Partie in der Tabelle dargestellt. Groß war denn beiderseits auch die Hoffnung, mit einem selten gewordenen Erfolg die eigene Position zu verbessern. Der Umstand, dass die Bamberger seit zwei Jahren einen eigenen Kunstrasen besitzen, machte es überhaupt erst möglich, nach tagelangem und teils starkem Regen das Spiel auszutragen.

Mit einer Einheit in Oberdürrbach hatte Björn Auer, seit dem Rücktritt Frank Wettengels vor zwei Wochen zum zweiten Mal in diesem Jahr vom Co- zum Cheftrainer aufgerückt, seinen Spielern im Training ein Gefühl zu vermitteln für den ungewohnten Untergrund. Personell hatte er seine zuletzt spielfreie Elf zum vorherigen 0:4 in Schwebenried auf drei Positionen verändert. Philip Schlarb fehlte, die angeschlagenen Fabio Feidel und Christopher Lenhart blieben vorerst draußen. Dafür im Einsatz: Sebastian Davidson zentral und Kastriot Krasniqi auf der rechten Abwehrseite so-wie Shawn Hilgert im offensiven linken Mittelfeld.

Auf dem Kunstrasenfeld, das kleiner ist als ein gewöhnlicher Rasenplatz, eröffneten die Bamberger mit Schüssen Johannes Trautmanns und Gabriel Jessens den Schlagabtausch. Eine Viertelstunde war vorbei, als die Kitzinger im gegnerischen Halbfeld erstmals in Erscheinung traten, doch der Freistoß Tolga Arayicis landete in der von Bambergs Torhüter Matthias Kühhorn gestellten Mauer. Wenn die Gastgeber den Ball flott und direkt in die Spitze spielten, offenbarten sich bei den Bayern Probleme. Christian Ott lieferte einen solchen Pass auf Maximilian Großmann, aber Frank Landauer im Kitzinger Tor verkürzte beim Herauslaufen den Winkel, und so lenkte er den Schuss des Bambergers zur Ecke.

Die Oberfranken besaßen spielerische Vorteile, entschieden eine torlose erste Halbzeit nach Schüssen und Chancen für sich. „Wir hatten etwas Glück“, bestätigte Auer, „denn Bamberg hatte mehr vom Spiel.“ Kitzingen kam nur selten aussichtsreich vor das gegnerische Tor. Ahmed Bakares Konter fehlte wegen des Eingreifens Gabriel Jessens der Abschluss. Zu diesem kam es auch nicht, als Sebastian Stumpf eine von Mario Schmidt zurückgelegte Flanke Levi Wendels verpasste. Kurz vor dem Seitenwechsel musste Auer wechseln, da sich Benedikt Jandl verletzt hatte und die Partie nicht fortsetzen konnte. Fabio Feidel ersetzte ihn.

Am Spiel änderte sich auch in der zweiten Halbzeit wenig. „Bamberg erzwang das erste Tor mehr als wir“, so Auer. Sein Team blieb zu passiv und konnte sich kaum mehr Entlastung verschaffen. Nach einem schon abgewehrten Eckball Bugars nahm der auf der langen Seite lauernde Tobias Linz das Leder volley – und er platzierte es unten rechts im Tor. Besser hätte er den Ball nicht treffen können.

Nach dem Rückstand gingen die Köpfe der Kitzinger nach unten, Auer versuchte mit ständigem Aufmuntern gegenzusteuern. Drinnen verhinderte Krasniqi mit seinem Eingreifen gegen Großmann Gefahr, die durch einen Fehlpass in die Füße des Angreifers entstanden war. Aber Mitte der zweiten Halbzeit wandelte sich das Auftreten Kitzingens. „Es war wichtig, dass die Jungs nach dem Rückstand zeigten, dass noch Leben in der Mannschaft steckt“, sagte Auer.

Als sich Bugar verschätzt hatte, lief Stumpf alleine auf das Tor zu, doch Kühhorn blieb lange stehen und parierte dessen Schuss. Doch Kitzingen drängte auf den Ausgleich. Zehn Minuten vor Schluss gab Auer mit der Einwechslung Christopher Lenharts dann das Zeichen zur Schlussoffensive.

„Wir merkten, dass wir mit wachsender Spieldauer mehr auf die zweiten Bälle kommen, und wollten so noch größeren Druck erzeugen“, erklärte Auer. Es wäre vergebens gewesen, hätte Großmanns Abseitstor gegolten. Als Arayici den von Bambergs Abwehr geklärten Ball zurück in die Mitte schoss, rutschte dieser durch die Abwehr bis zum unbewachten Bakare durch. Der 24-Jährige traf aus zwölf Metern halbrechter Position mit seinem ersten Saisontor zum späten 1:1.

Auer hob den Einsatz und Willen seiner Spieler hervor. „Wir haben genau das gezeigt, was eine Mannschaft auszeichnet, und uns den Punkt verdient.“ Doch in der Tabelle hat sich zunächst nichts geändert, außer dass Bayern Kitzingen ein Abrutschen auf den letzten Platz vermieden hat. Das war nach den turbulenten Wochen wenigstens ein kleiner Silberstreif am Horizont.

Das Spiel in der Statistik

FC Eintracht Bamberg – Bayern Kitzingen 1:1 (1:0)

Bamberg: Matthias Kühhorn; Gabriel Jessen (88. Bashkim Peci), Johannes Trautmann, Christian Ott, Michael Weimer, Tobias Linz, Stanimir Bugar, Niklas Tscherner, Maximilian Großmann, Dominik Oppelt (84. Toyin Ogunjimi), Sven Schwinn.

Kitzingen: Frank Landauer; Sebastian Stumpf, Florian Gaubitz (81. Christopher Lenhart), Levi Wendel, Benedikt Jandl (43. Fabio Feidel), Kastriot Krasniqi, Sebastian Davidson, Tolga Arayici, Mario Schmidt, Ahmed Bakare, Shawn Hilgert.

Schiedsrichter: Fabian Zimmermann (Lauf)

Gelbe Karten: Weimer, Schwinn, Bugar.

Zuschauer: 105.

Tore: 1:0 Tobias Linz (57., 16-Meter-Volleyschuss), 1:1 Ahmed Bakare (86.).

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