FUSSBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Abtswind setzt sich weiter ab

Kein Zweifel: Dieses 2:1 im Spitzenspiel hatten sich die Abtswinder verdient. Und doch galt die Aufregung der Gäste später einer angeblich gehobenen Fahne.
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Zwei Gewinner unter lauter Siegern: Abtswinds Torwart Patrick Hefner und Torjäger Pascal Kamolz. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Die gesamte Spannung des Spiels entlud sich nach Schlusspfiff. Da marschierte Vachs Trainer Norbert Hofmann sichtlich aufgebracht an den Spielertrauben vorbei in Richtung Schiedsrichter Schwarzmann und dessen Assistenten, um sich bei ihnen über eine Szene aus der 94. Minute zu beschweren. Nur wenige Meter davon entfernt tauschten Spieler Nettigkeiten aus, es wurde auch mal geschubst, doch bevor alles weiter eskalierte, beruhigten sich die aufgebrachten Gemüter dann doch wieder.

Später, zur Pressekonferenz, hatte Norbert Hofmann seine Contenance längst wieder gefunden und gab sich als fairer, teils sogar humorvoller Verlierer einer Partie, die nicht nur aus seiner Sicht den Begriff Spitzenspiel verdient hatte. Sehr intensiv, mit vielen Zweikämpfen, sei es zugegangen, Abtswind habe vielleicht die etwas abgezocktere Elf gestellt, befand Hofmann. Ihn störte vor allem die Szene ganz am Schluss einer aus Abtswinder Sicht schier unendlichen Nachspielzeit, als die Gäste noch mal mit Macht auf den Ausgleich drängten. Vor dem Abtswinder Tor herrschte Belagerungszustand, der TSV bekam den Ball nicht weg, ein Vacher stocherte ihn Richtung Tor, wo bereits zwei Mitspieler von ihm auf der Torlinie lagen.

Abtswinds Torwart Patrick Hefner krabbelte und begrub dann den Ball irgendwie unter sich. Ob in der Situation ein Vacher regelwidrig am Einschuss gehindert wurde, ließ sich von außen kaum feststellen. Jedenfalls verwies Vachs Trainer darauf, dass der Assistent an der Seite bereits die Fahne gehoben und Elfmeter angezeigt habe. Der Schiedsrichter ließ jedoch weiterspielen und pfiff Sekunden später ab. Sehr zur Erleichterung der Abtswinder und deren Trainer Petr Škarabela, der später eingestand, dass seine Mannen „mit ein bisschen Glück“ die drei Punkte eingefahren hätten.

Torwart Hefner hob er hervor – er habe den Sieg festgehalten. Tatsächlich blieb der 20-Jährige, der wegen der Rot-Sperre Julian Schneiders ran musste, trotz viel Beschäftigung fehlerfrei. Vorne wurde wieder einmal Pascal Kamolz dank seiner Schlitzohrigkeit zum entscheidenden Mann. Der 31-jährige Angreifer witterte vor dem 1:0, dass der Ball nach feiner Vorarbeit Peter Mrugallas und einem Pressschlag an den Fünfmeterraum kommen würde, was auch passierte. Mit dem Rücken zum Tor drehte sich Kamolz, ließ noch Vachs Torwarthünen Markus Kredel aussteigen und schob ein (29.

). Abtswind besaß in der ersten Halbzeit vielleicht mehr Anteile. Die gefährlicheren Aktionen hatte aber der Gast, der sich mitunter aus dem extrem hohen Pressing der Abtswinder zu befreien wusste. Nico Haas (3.) und der eminent umtriebige Rico Röder (15.) scheiterten. Kurz vor der Halbzeit vergab Pascal Benes die Ausgleichschance, als er nach Zuspiel Hufnagels ganz allein aus sechs, sieben Metern einfach den Ball nicht traf (42.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Pascal Kamolz seine zweite entscheidende Szene. Nach einem Fehler von Gäste-Akteur Kai Hufnagel bog er in Richtung Strafraum ab, der nachsetzende Hufnagel fuhr ihm kurz neben der Strafraumlinie leicht in die Beine. Es gab Elfmeter, und Adrian Dußler verwandelte sicher zum 2:0 (47.). Kamolz kommentierte das hinterher so: „Er hat den Ball verstolpert, und ich habe gesehen, dass er mit viel Geschwindigkeit kommt und nachsetzt. Der Gegner trifft mich, das habe ich dankend angenommen.“ Dabei war zuvor unklar gewesen, ob der Torjäger überhaupt mitwirken könne. Wegen Leistenproblemen hatte Kamolz während der Woche nicht trainiert, erst beim Warmmachen entschloss er sich zum Einsatz.

Dass seine Elf im Lauf der zweiten Hälfte das Spiel immer mehr aus den Händen gab, wunderte auch ihn. Das lag vor allem daran, dass in Taktgeber Adrian Dußler der zentrale Fixpunkt nach 60 Minuten angeschlagen raus musste. Danach schaffte es Abtswind kaum mehr, sich aus dem Druck des Gegners frei zu spielen. Vach gelang das 1:2, als Zametzer durch die Gasse zu Benes gelegt hatte (67.), mehr aber auch nicht. Mit dem Sieg hat Abtswind sechs Zähler Vorsprung vor seinem ersten Verfolger. „Ich bin überzeugt, dass Abtswind das Rennen machen wird. Wir wollen Platz zwei sichern“, sagte Vachs Trainer Norbert Hofmann.

Die Statistik des Spiels

TSV Abtswind – ASV Vach 2:1 (1:0)

Abtswind: Hefner – Herrmann, Graf, Brunsch, Szuskiewicz – Dußler (60. Jonas Wirth), Wirsching, Barthel (80. Hämmerlein), Hartlehnert (46. Hummel), Mrugalla – Kamolz.

Vach: Kredel – Hassa, Leikam, Mirschberger, Zametzer – Hufnagel, Sammy Röder, Haas, Nico Röder, Konrad (62. Krapfenbauer) – Benes (83. Bajrami).

Schiedsrichter: Schwarzmann (Scheßlitz).

Zuschauer: 420.

Gelbe Karten: Wirsching, Hämmerlein; Hassa, Rico Röder.

Gelb-Rote Karte: Hufnagel (Vach, 79., wiederholtes Foulspiel).

Tore: 1:0 Kamolz (29.), 2:0 Dußler (47., Foulelfmeter), 2:1 Rico Röder (67.).

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