FUßBALL: BAYERNLIGA

Abtswind kommt langsam voran

Ein Neuzugang sorgte für Freude beim Aufsteiger. Mit zwei Treffern sorgte er dafür, dass die Abtswinder sich in der Tabelle verbesserten.
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Abtswinds zweifacher Torschütze Max Hillenbrand (links) behauptet sich gegen Seligenportens Fotios Katidis. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Der 2:0 (1:0)-Erfolg des TSV Abtswind über den SV Seligenporten hinterließ viele strahlende Gesichter auf Seiten der Gastgeber. Zuvorderst bei Trainer Mario Schindler, der nach der Partie beinahe jeden einzelnen seiner Spieler sichtlich erleichtert in die Arme schloss. Kein Wunder, denn der zweite Sieg hintereinander, gleichzeitig der dritte aus den letzten vier Spielen, verschafft ihm und seiner Truppe etwas Distanz zu den ganz bedrohten Rängen beim Kampf um den Ligaverbleib. „Ich bin einfach nur glücklich, dass wir aus dem Quark kommen. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, endlich sind wir einen Platz vorgerückt in der Tabelle.“

Da stehen die Abtswinder als Aufsteiger nun auf Rang zwölf, und damit zwei Plätze über dem Strich. Dass es diesmal zu einem Sieg gegen den erst aus der Regionalliga abgestiegenen SV Seligenporten reichte, lag zu einem entscheidenden Anteil an Max Hillenbrand. Der vor der Runde als Neuzugang von der Reserve des FC Schweinfurt 05 gekommene Neuzugang macht nämlich das, was den Unterschied beim Fußball ausmacht: Er schießt Tore. Gegen Seligenporten gelangen dem 22-Jährigen, der aus dem kleine Ort Hundelshausen aus dem Hinterland Gerolzhofens stammt, zwei weitere. Mit neun Einschüssen ist er Abtswinds treffsicherster Schütze, obwohl er auf der rechten Außenbahn, und nicht im Zentrum, seinen Platz hat. Die Mitspieler schätzen Hillenbrands Qualitäten im Abschluss, zumal Abtswind mit solchen Akteuren in dieser Runde nicht gerade gesegnet ist. Kapitän Michael Herrmann kniete nach Schlusspfiff spaßig-anerkennend vor Hillenbrand und deutete an, als würde er ihm die Schuhe putzen.

Seine beiden Tore waren auch erste Sahne. Beim ersten nahm er den nach einem Eckball als Abpraller vom SV-Torwart kommenden Ball auf. Nicht einfach so, sondern mit einer Art Scherenschlag setzte Hillenbrand das Spielgerät in die Maschen (35.). „Echt phänomenal, ein sehenswertes Tor“, kommentierte Abtswinds Trainer Schindler später den Treffer. Zuvor besaß nur der erneut als vorderster Angreifer aufgebotene Phillipp Hummel die einzige gute Gelegenheit für den TSV, die SV-Torwart Anschütz mit Fußabwehr zunichte machte (18.).

Die Gäste hätten durchaus auch treffen können im ersten Teil, etwa gleich nach wenigen Sekunden beim Schuss von Raffael Kobrowski nach einer Einzelaktion (2.). Vor allem aber nach einer Ecke, als Armin Bindner den Ball im Fünfmeterraum nicht richtig traf und TSV-Torwart Florian Warschecha gerade noch parierte (35.). Gleich darauf fiel Abtswinds Führung.

In der zweiten Hälfte ließen die sehr diszipliniert und laufstark verteidigenden Gastgeber wenig zu. Von Seligenportens zuvor gepriesener Spielstärke blieb bis in die Schlussphase wenig zu sehen. Zunächst hatte Max Hillenbrand mit einem Konter von der Mittellinie aus per Solo und folgendem satten Abschluss das 2:0 erzielt (58.). Eine starke Einzelaktion, die er mit mutigem Schuss aus gut 23 Metern abschloss.

Die Gäste wurden erst in den letzten Minuten munter. Doch als Sebastian Glasner nach 82 Minuten die Chance bei einen völlig freien Kopfball nicht im Kasten unterbrachte (82.), schien klar, dass Seligenporten wohl nicht mehr am Abtswinder Sieg kratzen würde. Zumal TSV-Torwart Warschecha den Versuch von Kobrowski (85.) und den Freistoß von Glasner (88.) parierte. „Ein verdienter Sieg für den Gegner. Es war ein Kampfspiel auf dem kleinen Platz, wir konnten sechs Stammspieler nicht einfach so ersetzen. Bei uns hat nicht viel funktioniert“, konnte Seligenportens Trainer Hendrik Baumgart hinterher locker zugeben.

Sichtlich zufrieden durfte bei Abtswind auch Christopher Lehenhart sein. Der 2017 aus Kitzingen gekommene Innenverteidiger aus absolvierte sein zweites Spiel über 90 Minuten und gehörte zu den Stabilisatoren in der Defensive. „Es macht Riesenspaß, nachdem ich zwei Jahre wegen einer Schambeinverletzung immer wieder zurückgeworfen wurde“, sagte er. Er hoffe, verletzungsfrei zu bleiben und wolle die Geduld, die der Verein bei ihm zeigte, zurückzahlen, so Lenhart. Die nächste Gelegenheit dazu bekommt er in Neumarkt, beim Letzten. Dort will Abtswind unbedingt nachlegen auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Die Statistik des Spiels

Fußball Bayernliga: TSV Abtswind –

SV Seligenporten 2:0 (1:0)

Abtswind: Warschecha – Herrmann, Wolf, Brunsch (67.Graf), Lenhart – Lehmann, J. Wirth, Hillenbrand, Wirsching (61. Endres), Dußler – Hummel.

Seligenporten: Anschütz, Bindner, Moos, Petrakis, Katidis – Wiedmann, Crow, Zander, Ekern (46. Bauer), Kobrowski, Glasner.

Schiedsrichter: Wildegger (Wehringen).

Zuschauer: 150.

Gelbe Karten: Brunsch, Hummel, Lehmann, Lenhart, Wirsching, Wolf - Moos, Zander.

Tore: 1:0 Hillenbrand (35.), 2:0 Hillenbrand (58.).

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