FUSSBALL: LANDESLIGA

Abtswind gibt sich angriffslustig

Abtswinds neuer Trainer gibt eine klare Richtung vor. Petr Skarabela will mit seiner Mannschaft auf keinen Fall Vierter werden.
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Mit diesem Kader will der TSV Abtswind wieder in der Spitzengruppe der Landesliga mitspielen TSV Abtswind (hinten von links): Torwarttrainer Timo Katzenberger, Christoph Hofmann, Nicolas Wirsching, Pascal Kamolz, Daniel Hämmerlein, Przemyslaw Szuszkiewicz, Sven Gibfried, Fabian Mauderer; (Mitte von links): Trainer Petr Skarabela, Mannschaftsverantwortlicher Gerhard Klotsch, Patrick Gnebner, Steffen Barthel, Andreas Herrmann, Frank Hartlehnert, Co-Spielertrainer Carl Murphy, Michael Herrmann, Masseur Johann Schäfer; (vorne von links): Jona Riedel, Thilo Wilke, Jörg Otto, Patrick Hefner, Eduard-Alin Wellmann, Florian Warschecha, Jonas Wirth, Peter Mrugalla, Jürgen Endres. Es fehlen: Adrian Graf und Simon Pauly. Foto: Foto: Michael Kämmerer

Der neue Mann auf der Trainerbank beim TSV Abtswind weiß, was er will. Beim Blick auf die bald beginnende Runde formuliert Petr Skarabela das Ziel für die fünfte Saison in der Landesliga eindeutig. „Man braucht nicht außen herum zu reden, das Ziel ist, die Saison unter den ersten Drei, am besten unter den ersten Zwei, zu beenden. Ich bin nicht nach Abtswind gekommen, um Vierter zu werden“, stellt der 48-jährige Ex-Profi fest.

Skarabela, der zuletzt den FC Eintracht Bamberg trainierte, will alles dafür geben und „die Mannschaft positiv verrückt machen, dass sie genauso hungrig ist wie ich“. Von seiner neuen Truppe, die im Gros zusammen geblieben ist, zeigt er sich nach den intensiven Einheiten in der Vorbereitung recht angetan. „Das, was ich in den ersten vier Wochen gesehen habe, ist viel zu gut. Ich möchte noch die zehn Prozent heraus kitzeln, die im Vorjahr fehlten.“ Bis zum Schluss um den Aufstieg mitmischen, und dann möglichst ein gutes Ende, das wäre es.

Etwas offensiver als seine Vorgänger formuliert Skarabela das Saisonziel. Gleichzeitig spricht das Abschneiden des TSV in den Vorjahren für sich. In der abgelaufenen Runde wurde Platz vier erreicht, zuvor zweimal Rang drei, sowie noch einmal Rang vier in der Aufstiegssaison 2012/13. Um den kleinen, aber entscheidenden Schritt diesmal zu schaffen, muss vor allem eine Statistik deutlich verbessert werden. In der Heimbilanz lagen die Abtswinder mit drei Niederlagen und sechs Unentschieden nur auf Rang acht der abgelaufenen Saison. Die Zuschauer mit guten Leistungen locken und erfolgreich spielen, sei auf eigenem Platz gefragt.

Bei der Spielweise setzt Petr Skarabela, der einst bei Banik Ostrau sieben Jahre kickte und dann über den SSV Ulm zu Greuther Fürth stieß, auf ein 4-4-2-System. Also auf zwei richtige Stürmer, anders als seine Vorgänger. „Mit zwei Spitzen bist du gefährlicher. Du bist gezwungen, schneller nach vorne zu spielen und hast gleich zwei Anspielstationen“, sagt der Ex-Profi. Auch als Abwehrspieler, der er einst war, habe er früher lieber offensiv gespielt. Beton anrühren ist nicht sein Ding.

Skarabela möchte zudem, dass seine Handschrift zu sehen ist, „dass System drin ist.“ Es werde vielleicht am Anfang „drei, vier Spiele“ brauchen, bis die Abtswinder bei einhundert Prozent sind, schätzt er. Beim Thema System setzt er im Angriff auf die in der vergangenen Runde lange verletzt ausgefallenen Pascal Kamolz und Peter Mrugalla, die beide wieder fit sind. Gerne hätte er auch Cristian Dan behalten, doch der Rumäne entschied sich kürzlich für einen Wechsel zum Bayernligisten Würzburger FV.

Schnelle Außenspieler sollen unterstützen, einer davon könnte Linksfuß Hartlehnert sein. „Schnell, bissig, spritzig. Er hat sich gut eingefunden“, beschreibt ihn der Fußballlehrer. Der Neuzugang wechselte vom Bezirksligisten Bad Windsheim nach Abtswind und spielte einst bereits unter Skarabela beim TSV Neustadt/Aisch.

Bei den weiteren Neuen, allesamt gerade Anfang 20, sieht der Übungsleiter viel Potenzial. Torwart Patrick Hefner (von der U19 der Würzburger Kickers) sei lernfähig und hinter Florian Warschecha als Nummer zwei geplant. Steffen Barthel (zuletzt Marktbreit) und Jona Riedel (Wiesentheid) „haben einen richtig guten Schritt nach vorne gemacht, müssen sich aber noch einfinden. Das sind schon Alternativen.“

Der Kader für die Landesliga von Trainer Skarabela umfasst 18 Mann plus zwei Torhüter. Darunter sind einige Kicker, die bereits höherklassig gegen den Ball traten. Von ihnen erwartet der Trainer, „dass sie die Mannschaft führen. Man muss sehen, dass sie mal Regionalliga gespielt haben.“ Von Rotation im Spielerkader hält der Trainer und Diplom-Betriebswirt nicht viel.

Seinen Verein hat Skarabela gegen Ende der letzten Runde zweimal spielen sehen. „Da war schon die Luft raus, das war nicht ausschlaggebend.“ Es reichte, um sich ein erstes Bild zu verschaffen. Qualität müsse sich eh im Training zeigen. Jetzt wisse er einiges mehr, die Vorbereitung habe vieles aufgezeigt. Die Chancenauswertung sei noch zu verbessern, stellt der Trainer fest, aber: „Wir erarbeiten uns viele, das ist schon mal gut.“

Bei der Konkurrenz sieht er in jedem Fall die SpVgg Forchheim und den FC 05 Schweinfurt II als starke Rivalen. Zu unterschätzen brauche man keinen in der Liga. Bei der Schweinfurter Reserve müssen die Abtswinder anfangen. Danach folgt der Heimauftakt gegen die TG Höchberg. Das sind gleich zwei Gratmesser für Abtswind und den neuen Mann.

TSV Abtswind

Abgänge: Cristian Alexandru Dan (Würzburger FV), Albert Fischer, Sebastian Otto (beide VfL Volkach), Ben Verberkt (unbekannt).

Zugänge: Steffen Barthel (FG Marktbreit/Martinsheim), Frank Hartlehnert (FSV Bad Windsheim), Patrick Hefner (FC Würzburger Kickers, Junioren), Jona Riedel (TSV/DJK Wiesentheid).

Spielerkader, Tor: Florian Warschecha, Patrick Hefner, Eduard-Alin Wellmann.

Abwehr: Sven Gibfried, Adrian Graf, Michael Herrmann, Christoph Hofmann, Carl Murphy, Przemyslaw Szuszkiewicz.

Mittelfeld: Jürgen Endres, Patrick Gnebner, Daniel Hämmerlein, Andreas Herrmann, Fabian Mauderer, Jörg Otto, Thilo Wilke, Nicolas Wirsching, Jonas Wirth.

Angriff: Steffen Barthel, Frank Hartlehnert, Pascal Kamolz, Peter Mrugalla, Simon Pauly, Jona Riedel.

Trainer: Petr Skarabela (neu).

Saisonziel: vorne mitspielen.

Meistertipp: SpVgg Jahn Forchheim.

Internet: www.tsv-abtswind.de

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