FUSSBALL: BAYERNLIGA

Abtswind feiert ein Schützenfest

Mit dem 6:1 gegen die Kickers macht der Aufsteiger einen großen Schritt zum Klassenverbleib. Die Schlüsselszene des Spiels ereignet sich kurz vor der Halbzeit.
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Nicht abdrängen lässt sich der Abtswinder Christopher Lehmann (rechts) vom Würzburger Niclas Staudt. Foto: Foto: Alexander Rausch

Mit einem unerwarteten Schützenfest hat sich der TSV Abtswind weiter Luft im Abstiegskampf verschafft. Gegen die U23 der Würzburger Kickers siegten die Kicker aus dem Kräuterdorf am Samstag verdient mit 6:1 (5:1). Während die Gastgeber wie aus einem Guss spielten und ihre Chancen konsequent nutzten, erwischten die jungen Kickers einen rabenschwarzen Tag und machten defensiv teils haarsträubende Fehler.

Das Spiel war noch keine fünf Minuten alt, und der Ball hatte bereits im Würzburger Kasten eingeschlagen. Maximilian Humpenöders Abschlag landete bei Adrian Dußler, der direkt verwertete. Ein Traumstart für den Aufsteiger, vor dem Kickers-Trainer Rainer Zietsch angesichts zweier Siege zuletzt eindringlich gewarnt hatte. Noch dazu hatten die Seinen im Hinspiel ihre bisher schwächste Saisonleistung geliefert. Doch die Kickers zeigten, dass es immer noch ein bisschen schlechter geht. Denn auf den frühen Rückstand folgte kurz darauf der nächste Nackenschlag, als Max Hillenbrand einen abgeprallten Freistoß Dußlers verwertete.

Während Abtswind die Gäste im Spielaufbau stetig unter Druck setzte, lief bei den Würzburgern nichts zusammen. Zu allem Überfluss ließ Torwart Humpenöder auch noch einen harmlosen Schuss Jürgen Endres' über die Hände rutschen. Es war nicht die letzte Slapstick-Einlage der FWK-Abwehr. Denn wenig später überlupfte Nikolay Kutzop seinen eigenen Keeper, klärte dann aber gerade noch auf der Linie (26.). Endres und der alleine auf Humpenöder zulaufende Hillenbrand vergaben weitere Hochkaräter. „Wir wollten früh aggressiv anpressen, um sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Denn sie haben gute Kicker in ihren Reihen“, sagte Abtswinds Trainer Mario Schindlers.

Die Kickers hingegen liefen früh Gefahr, richtig abgeschossen zu werden – und waren plötzlich wieder im Spiel. Dominik Meisel hatte nach Lukas Imgrunds Rückpass aus dem Nichts verkürzt und wenig später sogar die Chance zum 2:3, schloss aber zu zentral ab (36.). Die Würzburger, für die Ismailcan Usta noch an Florian Warschecha scheiterte (39.), hatten den Anfangselan der Heimelf ausgebremst und waren besser in der Partie – bis sich Niclas Staudt auf links von Christophr Lehmann übertölpeln ließ und das Leder per Bogenlampe ins lange Eck fiel. „In dieser Phase wäre uns das Spiel beinahe entglitten. Das war brenzlig“, merkte auch Schindler an. Als dann Adrian Graf vom Elfmeterpunkt – Lukas Mazagg hatte Mathias Brunsch bei Endres' Ecke umgerissen und Gelb-Rot gesehen – in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gar das 5:1 erzielte, war die Partie aber entschieden.

Zwar zeigten sich die Gäste, bei denen Zietsch zur Halbzeit dreimal wechselte, in der zweiten Hälfte bemüht. Sie blieben offensiv in Unterzahl allerdings harmlos. Ganz anders die Hausherren, die deutlich einen Gang herausnahmen. Lehmann scheiterte zunächst an Humpenöder, ehe er den Würzburger Keeper erneut alt aussehen ließ. Endres' Versuch eines Lupfers missglückte, und auch Jona Riedel, der erstmals in dieser Saison zum Einsatz kam, verpasste dreimal aus bester Position. Erst traf er nur die Latte (75.), kurz darauf schob er Humpenöder das Leder überhastet in die Arme, ähnlich wie er Minuten vor Schluss einen Querpass auf Cristian Fischer nicht richtig traf.

„Am Ende müssen wir die Partie noch deutlicher gewinnen. Die Konterchancen lassen wir sträflich ungenutzt. Aber mir reicht das 6:1. Die Jungs haben das wie schon in den letzten Wochen sehr gut gemacht und eine starke Leistung gezeigt“, freute sich Schindler über den ungewohnt entspannten und torreichen Nachmittag. Während seine Kicker damit weiter Punkte zwischen sich und die Relegationsränge legten und den direkten Klassenverbleib klarer denn je vor Augen haben, verpassten die Kickers endgültig den Sprung ins Mittelfeld.

Die Statistik des Spiels

Abtswind: Warschecha – Wolf, Lenhart, Brunsch, Hillenbrand (67. Fischer) – Graf, Wirsching (74. Riedel) – Lehmann (57. Hartlehnert), Dußler, Endres, Herrmann.

Würzburg: Humpenöder – Mbala, Mazagg, Kutzop (46. Frisorger), Staudt – Burghard (46. Lehrmann), Imgrund – Usta, Meisel, Ünlücifci – Ebui (46. Saleh).

Schiedsrichter: Günebakan (Germering).

Zuschauer: 190.

Gelbe Karten: Usta.

Gelb-Rot: Mazagg (Würzburg, 45., wiederholtes Foulspiel).

Tore: 1:0 Adrian Dußler (4.), 2:0 Max Hillenbrand (7.), 3:0 Jürgen Endres (20.), 3:1 Dominik Meisel (31.), 4:1 Christopher Lehmann (41.), 5:1 Adrian Graf (45.+2), 6:1 Christopher Lehmann (53.).

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