SCHIEßEN: UNTERFRANKENLIGA LUFTGEWEHR

Zwei Schwesterlein aus Hemmersheim

Nach der Verpflichtung von Luisa Merkert steht nur noch ein Mann in der Mannschaft der SG Marktsteft. Der Rest ist eine „Frauschaft“.
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Werner Vehe (links) ist in dieser Saison der einzige Schütze in der Marktstefter Luftgewehr-Mannschaft. Ansonsten hat Trainer Rainer Bauer (2.v.r.) nur Frauen zu betreuen (von links): Anna-Maria Gnebner, Tanja Vehe, Regina Merkert und Luisa Merkert. Zur Mannschaft gehört auch Laura Mainhart. Foto: Foto: Hartmut Hess

„Was soll ich anderes sagen? Natürlich möchten wir endlich den Aufstieg schaffen“, meint Werner Vehe, Mannschaftsführer der Luftgewehr-Schützen der Schützengesellschaft Marktsteft, angesprochen auf die Zielsetzung für die beginnende Saison. „Aller guten Dinge sind drei“, bemüht Vehe eine altbekannte Floskel, nachdem er und seine Mannschaft zwei Runden in Serie am angepeilten Bayernliga-Aufstieg gescheitert sind.

Die Marktstefter gehen auf einer Position verändert in die Runde, weil Lukas Kirchner zu seinem Heimatverein Faulbach zurückgekehrt ist. Dafür konnten Vehe und Trainer Rainer Bauer die erst 15-jährige Luisa Merkert von einem Wechsel nach Marktsteft überzeugen. Da sie jetzt zusammen mit ihrer Schwester Regina in einer Mannschaft schießt, kann man jetzt von den „Schwesterlein aus Hemmersheim“ reden. Die 17-jährige Regina Merkert war vergangenes Jahr in die Mainstadt gekommen und hatte die in sie gesetzten Erwartungen gerechtfertigt. So schießt sie heuer an Position zwei mit ihrem Rundenschnitt von 385 Ringen aus der Vorsaison. Sie tritt mit der weiteren Empfehlung als DSB-Pokalsiegerin mit der Leistungssportgemeinschaft RWS Franken und als bayerische Vizemeisterin der Damen im Kleinkaliberschießen an.

Ihre zwei Jahre jüngere Schwester erreichte mit der RWS Franken den nationalen Mannschafts-Vizemeistertitel. Zudem wurde sie mit der RWS Franken bayerische Meisterin in der Disziplin Kleinkaliber liegend. Diese Erfolge in den Rundenwettkampf umzusetzen, wird jetzt die größte Aufgabe für Luisa Merkert. Denn sie macht nun einen Sprung um drei Ligen höher und steht in der Unterfrankenliga erstmals vor der Herausforderung, Duelle bestreiten zu müssen. In der Familie Merkert dreht sich vieles um das Sportschießen. Mutter Elke fährt ihre Töchter oftmals zu Training und Wettkämpfen. Vater Heinrich ist Schützenmeister in ihrem Heimatverein Gelchsheim. Mit dem Nesthäkchen ist die Mannschaft noch jünger geworden. Jetzt haben die Marktstefter ein Durchschnittsalter von 25 Jahren. Dabei wäre der Schnitt noch niedriger, würde Werner Vehe mit seinen 36 Jahren nicht den Ausreißer nach oben abgeben und sich schmunzelnd als „Opa der Mannschaft“ sehen.

War der Schießsport vor Jahrzehnten fast eine reine Männer-Domäne, ist er mittlerweile fraulicher geworden. Neben den Merkert-Schwestern stehen noch Werner Vehes Ehefrau Tanja, Laura Mainhart und Anna-Maria Gnebner im Kader. Damit ist der Mannschaftsführer als einziger Mann im Kader der „Hahn im Korb“ und bräuchte fast einen Gleichstellungsbeauftragten. Noch kommt er ohne aus und führt mit seiner Zweitliga-Erfahrung die Stefter Setzliste mit 387 Ringen an. Aber Regina Merkert (385) und Anna-Maria Gnebner (384) sind ihm bereits dicht auf den Fersen.

Trainer Rainer Bauer findet, dass die Vorbereitung gut gelaufen ist und die Mannschaft bestens präpariert in die Saison 2016/17 geht. Zudem hat Anna-Maria Gnebner ihre Rückenprobleme mittlerweile überwunden, wegen denen sie vergangenes Jahr zwei Wettkämpfe sausen lassen musste.

Im Kampf um die begehrten Tabellenplätze eins und zwei, die zur Teilnahme am Aufstiegswettkampf zur Bayernliga berechtigen, sehen die Marktstefter den Bayernliga-Absteiger BSG Schweinfurt und den SV Hubertus Haibach als härteste Gegner. Wie es der Saisonplan will, kommt es gleich zu Saisonbeginn zum Wettkampf der großen Drei. Am 16. Oktober duellieren sich Marktsteft, Schweinfurt und Haibach in Glattbach. Am 18. Dezember und am 22. Januar 2017 schießt die Riege von Rainer Bauer vor heimischer Kulisse, ehe spätestens am 12. März kommenden Jahres klar sein wird, ob auch für die Marktstefter Luftgewehrschützen wirklich aller guten Dinge drei waren.

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