Bayern Kitzingen - TSV Karlburg 2:2 (0:2). Torfolge: 0:1 Szymon Dynia (36.), 0:2 Manuel Römlein (43.), 1:2 Thorsten Götzelmann (76.), 2:2 Oliver Stark (82.).

Nach dem Unentschieden in der regulären Spielzeit vor nicht einmal zwei Wochen im Toto-Pokal, als das Weiterkommen per Elfmeterschießen entschieden wurde, trennten sich Bayern Kitzingen und Karlburg auch im zweiten Duell innerhalb kürzester Zeit nach 90 Minuten ohne Sieger.
Kitzingens Anfangsformation zeigte sich im Vergleich zum gewonnenen Auftaktspiel in Neustadt auf einer Position verändert - für den abwesenden Jörg Otto stand Thorsten Götzelmann von Beginn an auf dem Platz. Bei hohen Temperaturen starteten beide Teams engagiert, doch Karlburgs Spielweise, durch ein aktives Anlaufen gegen den Ball die Räume des Gegners zu schließen und diesen zu Fehlern zu zwingen, sollte sich als erfolgreich erweisen.
"Ihr Auftreten war für uns aber keine Überraschung", sagte Kitzingens Trainer Wolfgang Schneider. Bei den Gastgebern dirigierte Götzelmann seine Mitspieler, die zuweilen zu weit vorne standen und dadurch den Raum zehn Meter vor und nach der Mittellinie preisgaben. Kitzingen fehlten die Anspielstationen, doch die in der Not nach vorne geschlagenen, langen Pässe fanden ihren Empfänger nicht.
Als nach etwas mehr als einer Viertelstunde Manuel Römlein aus halblinker Position wenige Zentimeter über die Latte schoss, zeigten die Gäste erstmals ihre offensive Schlagkraft. Dass Götzelmann daraufhin forderte, "konsequenter zu sein" und Torhüter Malte Schulze-Happe ein "Aufwachen, Kitzingen" nachlegte, charakterisierte das bewegungsarme Spiel der Bayern. Als die Innenverteidiger Philipp Schlarb und Christopher Lenhart einen langen Ball in den 16-Meter-Raum nicht beseitigten, setzte sich Szymon Dynia durch und schob den Ball an Schulze-Happe vorbei ins leere Tor.
"Der Rückstand wäre leicht zu verhindern gewesen", fand Schneider. Als Kitzingens Abwehr nach einem Lattenschuss von Dynia zu langsam reagierte, baute Manuel Römlein noch vor der Halbzeit den Vorsprung der Gäste aus. "Das fand ich angesichts der Spielanteile etwas zu hoch", urteilte Schneider zum Spielverlauf, räumte aber ein, dass die Führung verdient gewesen sei. Zum Seitenwechsel wechselten die Bayern - für die links und rechts im offensiven Mittelfeld spielenden Shawn Hilgert und Stefan Schöderlein stürmten fortan Agron Ibrahimi und Florian Warschecha. "Beide absolvierten in der ersten Halbzeit viele Läufe nach vorne. Wir wollten gleich von Beginn an mehr Druck ausüben und brachten daher zwei ballsichere Spieler", lautete die Vorgehensweite nach der Pause. Mit einem Freistoß prüfte der eingewechselte Ibrahimi kurz nach Wiederbeginn erstmals Karlburgs Torhüter Thorsten Legedza, der den Ball mit seinen Fingerspitzen über die Querlatte lenkte. Nach einer Flanke von rechts durch Tolga Arayici brachte der zum Kopfball bereite Simon Pauly keinen Druck auf den Ball. Obwohl den Bayern weitere Gelegenheiten fehlten, trieb Schulze-Happe seine Vorderleute lautstark an: "Weiter, wir schießen noch unser Tor", munterte er auf und sollte Recht behalten, denn nach einer Hereingabe setzte sich Götzelmann im Zentrum durch und wuchtete den Ball zum Anschlusstor ins Netz. Karlburg verpasste auf der Gegenseite die Vorentscheidung, als Steffen Lehofer aus kurzer Entfernung an Kitzingens Keeper scheiterte. Während die mit hoher Intensität gestarteten Gäste nachließen, bekamen die Hausherren ihre zweite Luft. Nach einer Ecke durch Lenhart erzielte der aufgerückte Oliver Stark den Ausgleich. In den letzten Minuten drängten zwar die Bayern auf ein weiteres Tor, doch Schulze-Happe rettete bei einem Konter mit einer finalen Parade gegen Dynia das Unentschieden. "Wir zeigten nach der Halbzeit 45 druckvolle Minuten, durch die wir das Spiel fast gedreht hätten und ein verdientes Unentschieden erzielten", lautete Schneiders Fazit, der die "tolle Moral meiner Mannschaft" herausstellte.