„Wie gewinne ich Kinder- und Jugendtrainer?“ Mit dieser Frage befasst sich derzeit der Bayerische Fußballverband (BFV) in seiner Reihe „Pro Amateurfußball“. Im Vereinsheim des TSV Sulzfeld trafen sich zu dem Thema aber gerade mal zwanzig Interessierte der angeschriebenen Vereine aus dem südlichen Landkreis Würzburg. Die geringe Zahl der Teilnehmer bedauerte Kreis-Ehrenamtsbeauftragter Ludwig Bauer sehr, hatte er doch als kompetenten Gesprächspartner den Verbandsehrenamtsreferenten Dieter Habermann gewinnen können.

Dieter Habermann verstand es exzellent, mittels übersichtlicher Folien die unterschiedlichen Motive darzustellen, warum sich potenzielle Kandidaten für die Jugendarbeit im Fußball engagieren. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand dabei der Strukturwandel des Ehrenamtes. So erfuhren die Teilnehmer in Sulzfeld, dass es inzwischen deutlich leichter sei, Menschen für ein Ehrenamt zu motivieren und zu begeistern, wenn der Aufwand zeitlich zu überblicken ist und nicht in der Häufung von Aufgaben eskaliert.

Dabei sei es auch wichtig, dass jeder Verantwortliche mit seiner Crew selbstständig über das ihm zugewiesene Aufgabenfeld entscheiden darf, solange dies nicht gegen grundsätzliche Beschlüsse des Vereins verstößt. Die Juniorenleiter und Trainer erfuhren, dass es sinnvoll sei, eine Bedarfsanalyse der laufenden und der kommenden Saison zu erstellen. So lasse sich feststellen, für wie viele Kinder und Jugendliche ein Klub die Verantwortung trägt. Davon hängt auch die Zahl der nötigen Betreuer und Trainer ab. Mit solch einer Analyse könne man zum Beispiel Eltern anschaulich darstellen, wie notwendig es ist, von ihnen in der Vereinsarbeit unterstützt zu werden.

Schlussendlich wurden auch viele Anwesende davon überzeugt, wie bedeutsam es sei, etwa den eigenen Verein zu katalogisieren und dabei seine Stärken herauszustellen. Dies könne auch als Begrüßungsmappe für neue Mitglieder verstanden werden. Acht Prozent der aktuell nicht Aktiven seien überzeugbar, dass ihre Mithilfe im Verein dringend benötigt werde, und sie würden sich zur Mitarbeit animieren lassen, stellte Dieter Habermann am Ende fest.

Den Informationsabend beschloss Habermann mit dem ermutigenden Hinweis an die Vereinsvertreter, dass auch der längste Weg mit dem ersten Schritt beginne. Für seine Ausführungen bekam er viel Beifall und aus den Händen Ludwig Bauers ein Präsent. Bauer verwies abschließend noch auf den Stichtag 1. September jeden Jahres. Bis dahin sollten ihm geeignete Kandidaten für den Ehrenamtspreis und die DFB-Sonderehrung gemeldet werden.