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HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA

Zeigen die Marktstefter im Titelrennen Nerven?

Wieder hat der Tabellenführer ein Pünktchen verloren. Zu grün sei sein Team bisweilen, sagt Trainer Knötgen. Aber spätestens 2021 muss der Aufstieg gelingen.
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Trainer Stefan Knötgen (rechts) hat ein Händchen für seine Marktstefter Schützlinge, hier Florian Lang. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach
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Es war das zweite Unentschieden in dieser Runde, und es warf Fragen auf: Kommen die Handballer des TV Marktsteft auf der Zielgeraden des Titelrennens in der Bezirksoberliga ins Stocken? Ist der Aufstieg mit Blick auf die leistungswilligen jungen Spieler schon dieses Jahr ein Muss? Gegen den bisher mäßigen TSV Partenstein hat der Tabellenführer beim 30:30 wieder ein Pünktchen verloren. Dabei hatte erst kurz zuvor Konkurrent TSV Lohr II mit seinem Patzer bei der HSG Mainfranken eine Steilvorlage geliefert. Nun stehen die Marktstefter wieder nur dank eines mehr ausgetragenen Spiels an erster Stelle.

Dort würden sie gerne bleiben, bis die Spielzeit am 4. April endet. Und wenn nicht? Ihr Trainer Stefan Knötgen sieht das jüngste Unentschieden nicht allzu dramatisch. „Im Endeffekt ist ja nichts passiert. Wir müssen in Lohr in einigen Wochen gewinnen. Aber wir haben bis dahin noch einige schwere Spiele, das wird schon am Wochenende bei der HSG Mainfranken nicht leicht“, sagt er. Dazu steht in zwei Wochen für sein Team noch der schwere Gang zum FC Bad Brückenau an.

„Wir wollen schon Erfolg, aber nicht auf Kosten der Jugend.“
Stefan Knötgen, Trainer des TV Marktsteft

Der neue Spielertrainer Otto Fetser habe die Partensteiner ziemlich heiß gemacht, sagt Knötgen. Da sei Marktstefts junge Mannschaft etwas nervös geworden und zudem zu grün gewesen, um den Routinier in den Griff zu bekommen. „Gegen Leute wie Fetser oder Lohrs Zoltan Ferencsik sind meine Jungs zu unerfahren. Da kommen sie aber schon noch hin mit ihren derzeit 17 Jahren.“ Überhaupt spüre man, dass die Konkurrenz „gegen uns noch einen drauf sattelt. Da fehlt es uns mitunter dagegenzuhalten. Wir werden zu leicht nervös und verlieren Bälle.“

Das sei ein Lerneffekt, den er seinen Schützlinge zugestehe. Schließlich gehören dem Stamm nur noch vier Akteure an, die beim 2018 nach nur einer Runde schnell beendeten Landesliga-Intermezzo dabei waren. Von denen verletzte sich ausgerechnet Torwart Felix Lang vor dem Spiel gegen Partenstein, und nach 20 Minuten musste auch Florian Irmler das Feld räumen. Es bleiben von damals noch Franz-Xaver Hetterich und Dominik Thorwarth.

Zehn Spieler fasst Knötgens Männer-Kader, dazu kommen meist vier bis fünf Mann aus der aktuellen A-Jugend, die in der laufenden Spielzeit der Bayernliga ganz ordentlich am Ball ist. „Christoph Wendel und Tim Etzelmüller bekommen mit ihren gerade einmal 17 Jahren bei den Herren meist 40 bis 50 Minuten Spielzeit. Sie haben mein volles Vertrauen und sie machen ihre Sache außerordentlich gut“, sagt der Trainer über den Nachwuchs.

Bei den Jugendlichen passe zudem die Einstellung zu ihrem Sport – sie seien neben dreimal Training in der Woche mit der Jugend auch bei einer Einheit der Männer dabei. Die Spiele der A-Jugend und der Herren überschneiden sich bisweilen wie diesen Samstag. „Sie spielen um 14 Uhr in Friedberg, fahren anschließend mit dem Auto her und sind abends bei uns dabei. Das ist enorm“, sagt Knötgen, als Kreisläufer einst selbst höherklassig aktiv.

Die gerade wegen der Jugend so guten Marktstefter Perspektiven haben für Knötgen den Ausschlag gegeben, dass er vergangenen Herbst von Volkach nach Marktsteft gewechselt ist, wie er sagt. Das Ziel für diese Saison sei nicht unbedingt der Aufstieg gewesen, sondern vielmehr den Umbruch zu schaffen, sich einzuspielen mit dem relativ dünnen Kader und die Talente zu integrieren. Hier sieht der 45-Jährige seinen Plan voll aufgegangen. „Wir wollen schon Erfolg, aber nicht auf Kosten der Jugend, die sich den Arsch aufreißt. Sie darf sich auch mal Fehler leisten – das verzeihen Trainer und Verein.“ Damit es dennoch klappt, kann Knötgen immer mal auf einige ältere Haudegen zurückgreifen wie Dominik Lenhart, Johannes Brückner oder Sebastian Hering.

Gegen einen Aufstieg bereits nach dieser Saison hätten wohl alle Seiten nichts einzuwenden. Der Sprung in die Landesliga müsse „spätestens in der nächsten Runde“ kommen, sagt Knötgen, um den talentierten Nachwuchs bei der Stange zu halten. Andernfalls dürfte es schwierig werden, einen Teil der aufstrebenden jungen Leute von einem Verbleib beim TVM zu überzeugen.

Schließlich sitzt nicht nur Lokalrivale SV Michelfeld gleich nebenan. Auf den Neu-Landesligisten ist Knötgen nicht neidisch, wie er sagt. „Man muss ihnen Respekt zollen, wie sie sich präsentieren. Es darf halt keiner ihrer Schlüsselspieler ausfallen.“ Die besseren Perspektiven sieht er trotzdem eindeutig auf Seiten der Marktstefter.

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