Auch gegen den FC Kirchheim hat der TSV Sulzfeld wieder unnötig drei Punkte liegen gelassen. Die Mannschaft fing sich wie schon eine Woche zuvor in Hopferstadt in den Schlussminuten einen Gegentreffer. Damals hatte es wenigstens noch zu einem Punkt gereicht (1:1). Diesmal stand sie nach überlegen geführten neunzig Minuten mit leeren Händen dar, während die Kirchheimer nach dem Siegtor von Thorsten Wolf in der 90. Minute einen glücklichen Erfolg bejubelten.

„Wir wollten defensiv gut stehen, was uns phasenweise sehr gut gelungen ist, und nach vorne Nadelstiche setzen“, sagte Kirchheims verletzter Spielertrainer Magnus Rentzsch. Und er freute sich diebisch. „Dass das in der Schlussminute passiert, ist natürlich glücklich, aber den Sieg nehmen wir mit.“ Nur wenige Minuten zuvor hatte Daniel Keßler einen Konter der Kirchheimer regelwidrig unterbunden und Sebastian Wolf den folgenden Freistoß ans hintere Strafraumeck getreten. Dort stand sein aufgerückter Namensvetter Thorsten Wolf und bugsierte den Ball per Bogenlampe über Sulzfelds verdutzten Torwart Fabian Weingärtner zum schmeichelhaften 0:1 ins Netz. „Es war ein Spiel auf ein Tor. Kirchheim wollte nur das Remis halten und hat nur verteidigt“, sagte Sulzfelds Trainer Christian Hofrichter nach dem Schlusspfiff spürbar enttäuscht.

Es fehlt der letzte Schritt

Tatsächlich hatte Sulzfeld das Spiel zu jeder Zeit im Griff und kaum gegnerische Möglichkeiten zugelassen. Fabian Weingärtner verlebte im TSV-Tor einen geruhsamen Nachmittag. Aber auch die Sulzfelder hatten kaum gefährliche Strafraumszenen im Angebot. Nur Mario Schmidt sorgte in der ersten Hälfte zweimal für Raunen unter den Zuschauern, als er den Ball erst aus fünf Metern nicht richtig traf und dann kurz vor der Pause FC-Torwart Rene Schnur das Leder aus spitzem Winkel in die Arme köpfte. „Bei uns hat immer ein Schritt oder auch der letzte Pass gefehlt. So kamen wir kaum einmal zu Abschlüssen“, stellte Hofrichter fest. „Uns hat die Durchschlagskraft gegen gut verteidigende Gäste gefehlt.“

Dies änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht. Sulzfeld kombinierte gefällig im Mittelfeld, blieb dabei allerdings ohne großen Raumgewinn gegen immer tiefer stehende Kirchheimer, die am Ende mit dem Remis hätten leben können. Nur der eingewechselte Daniel Hack kurz der Halbzeit und Philipp Hemmerich in der Schlussphase strahlten noch einmal Gefahr für die Hausherren aus. Doch viele ihrer Angriffe waren nur Stückwerk und gerieten zu harmlos, so dass die Gäste wie es schien einen glücklichen Punkt aus dem Maustal entführen sollten – wäre da nicht in der Schlussminute Thorsten Wolf gewesen, der einen unerwarteten Sieg daraus machte.

Sulzfelds fatale letzte Minuten

„Wir hatten den Erfolg nicht auf der Rechnung. Aber nach drei Niederlagen in den letzten Wochen war dieser Sieg eminent wichtig und dreckige Siege nimmt man immer gerne mit“, sagte Siegtorschütze Wolf nach dem Spiel und hinterließ damit fassungslose Sulzfelder. „Mir fehlen ein wenig die Worte. Ich habe vor dieser Partie nochmals auf die langen Bälle in den letzten Minuten hingewiesen. Ein Standard-Gegentor mit dem Abpfiff, das darf einfach nicht passieren“, sagte Hofrichter angesichts der Duplizität der Ereignisse. Es war das zweite Gegentor in der Schlussphase innerhalb einer Woche, das wichtige Punkte kostete. Während Kirchheim den Anschluss an die vorderen Plätze hält, versinkt der frühere Landesligist immer weiter im Niemandsland der Kreisliga.

Das Spiel in der Statistik

TSV Sulzfeld – FC Kirchheim 0:1 (0:0)

Sulzfeld: Fabian Weingärtner; Peter Zay, Marvin Staudt, Gregor Schmidt, Nicolas Howard, Christopher Voit (46. Daniel Keßler), Philipp Hemmerich, Manuel Sulz, Mario Schmidt, Tobias Klöber (46. Daniel Hack), Nils Kemmer (80. Jan Krämer).

Kirchheim: Rene Schnur; David Klüpfel, Manuel Zöller (85. Jens Siedler), Simon Giegerich, Johannes Schneider, Justin Oster, Julian Fries, Michael Kemmer, Thorsten Wolf, Jan Trutschel (4. Niclas Förtig/58. Lukas Klüpfel), Sebastian Wolf.

Schiedsrichterin: Davina Haupt (TSV Poppenhausen).

Gelbe Karten: Zay, Keßler; Fries.

Zuschauer: 50.

Tor: 0:1 Thorsten Wolf (90., nach einem Freistoß von Sebastian Wolf).