Häufig wird von einem Umbruch gesprochen, wenn mehrere Spieler eine Mannschaft verlassen und neue hinzukommen. Für Etwashausens Trainer Willi Taborsky ist es schon mehr, was ihn nach dem Abstieg aus der Bezirksoberliga erwartet. „Wir stehen vor einem kompletten Neuanfang“, sagt er über seine heikle Mission.

Etliche Stammkräfte der vergangenen zwei Landesliga-Jahre stehen zu Saisonbeginn nicht mehr in Reihen des TVE. Mit Johannes Neuweg, Marcel Munoz und Maxi Schmidt zählen zwar noch drei solcher Akteure zum erweiterten Kader, doch nach schweren Knieverletzungen ist deren Rückkehr ungewiss. So wird das Personal der letztjährigen zweiten Mannschaft in die erste Garde des Absteigers aufsteigen.

Das Ziel kann für Taborsky deshalb nur Klassenverbleib heißen. „Mit Sicherheit spielen wir gegen den Abstieg. Wir müssen einfach die wichtigen Duelle gegen die direkten Konkurrenten gewinnen“, erklärt er den Weg ins Glück. „Dafür müssen aber alle an einem Strang ziehen.“ In der Vorbereitung besaß sein Team noch viel Luft nach oben. Wie ein roter Faden zog sich die fehlende Erfahrung durch die Wochen vor Saisonbeginn. „Im Angriff sind wir zu wild. Da wird häufig viel zu früh und ohne richtige Chance abgeschlossen“, sagt das Urgestein, das seinem Klub in schwierigen Zeiten immer wieder aus der Not geholfen hat.

In der Runde sollen die schnellen Leute, gepaart mit der nötigen Disziplin im Positionsangriff, den Erfolg bringen. In der Abwehr will Taborsky abhängig vom Gegner die Formation bestimmen. Doch auch hier sieht er noch einige Arbeit auf sich und sein Team zukommen. „Im Gegensatz zu vorne sind wir hinten zu passiv und zu pomadig.“ Dennoch ließ sich das Team während der Vorbereitung auf eine der schwierigsten Spielzeiten des TVE offenbar nicht entmutigen. Engagement und Trainingseifer passten nach Auskunft Taborskys. Und: „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut.“

In Philipp Güntner hat der Trainer zumindest einen erfahrenen Bezirksoberligaspieler geholt, der die Mannschaft auf ihrer schwierigen Mission begleiten soll. Der flinke Linkshänder soll hauptsächlich im rechten Rückraum auftauchen. Zudem besitzt der TVE in Benno Gattenlöhner, Simon Dornberger und Denis Motscha eine Reihe talentierter junger Spieler, die sich aber erst an die gewachsene Verantwortung gewöhnen müssen. Für den erfahrenen Taborsky dürfte dies die wohl schwierigste Aufgabe seiner Trainerlaufbahn sein. Aber es besteht Hoffnung, dass er auch sie erfolgreich meistert.

Aufgebot

Abgänge: Volker Fresz (SG Kitzingen/Mainbernheim), Bastian Imhof (Studium), Maximilian Murray (TV Gerolzhofen), Andreas Trabold, Andreas Kister (beide TSV Rothenburg), Tim Fertig, Tobias Herrling (beide HSG Volkach).

Zugänge: Philipp Güntner.

Aufgebot, Tor: Wolfgang Lips.

Feld: Simon Dornberger, Sebastian Paul, Manuel Groth, Benedikt Hanft, Tim Hanft, Julian Markert, Julian Machwart, Andreas Motscha, Philipp Güntner, Denis Motscha, Andreas Niersberger, Johannes Neuweg, Benedikt Paul, Maximilian Schmitt, Christoph Weigand, Marcel Munoz, Julian Schüll, Dominik Ruschin.

Trainer: Willi Taborsky und Thomas Hanft (beide seit Januar 2012).

Saisonziel: Klassenverbleib.

Meistertipp: TV Marktsteft.