Kitzingen

Wilde: Ein Anführer aus Liga zwei

Vor allem in der Abwehr sieht Marktstefts Trainer Raimo Wilde die deutsche Auswahl gut aufgestellt. Aber er erkennt klare Kontraste zum Weltmeisterteam von 2007.
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Raimo Wilde (früher Zweitligatrainer, heute Coach des Männer-Bezirksoberligaklubs TV Marktsteft): So schwer wie diesmal war es noch nie. Wenn es für Deutschland in Richtung Halbfinale ginge, wäre das schon super. Immerhin steht im Aufgebot das Beste, was wir im Moment haben. Bei der jüngsten EM war das noch nicht so – offenbar hat der Bundestrainer aus Fehlern gelernt.

Irritierend finde ich, dass er nur mit einem Rechtsaußen, aber mit drei Kreisläufern in das Turnier geht. Der Verband hat ihn nach der schwachen letzten EM gestützt. Hätte man ihn entlassen, wäre das auf den DHB selbst zurückgefallen, der ihn ja längerfristig verpflichtet hatte. Aber klar ist: Fliegt Deutschland in der Vorrunde raus, wäre Prokop nicht zu halten.

Spiele gewinnst du heute durch taktische Manöver in der Defensive – und Deutschland hat seine Qualitäten in der Abwehr. Im Angriff fehlt uns ein klassischer Anführer. Martin Strobel, unser Mann für die Rückraum-Mitte, spielt bei Balingen-Weilstetten in der zweiten Liga.

Diese deutsche Mannschaft ist nicht im Ansatz mit der von 2007 zu vergleichen, als wir in Köln Weltmeister wurden. Damals hatten wir Typen wie Henning Fritz oder Michael Kraus. Heute spielt da eine ganz andere Generation von Handballern. Ich habe mir in der Vorbereitung andere Mannschaften angeschaut: Was die in der Spieleröffnung zeigen, das ist schon brutal. Die Franzosen sind als Favorit natürlich gesetzt. Ich finde es klasse, wie die sich immer wieder verjüngen.



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