Sulzfeld

Wieder Ärger um den Schiedsrichter

Mainbernheim hadert heftig mit dem Unparteiischen, hat aber auch Glück, nicht noch deutlicher als 0:2 zu verlieren. Wieder einmal tritt Sulzfelds großes Problem zu Tage.
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Aus dem Tritt gebracht hat Sulzfelds Andreas Walter (links) den Mainbernheimer Alexander Ehrlich. Foto: Alexander Rausch

Die Mainbernheimer haderten. Sie haderten mit der knappen, aber verdienten Niederlage beim keineswegs überzeugenden TSV Sulzfeld. Allerdings konzentrierte sich ihre Kritik am Samstag nicht vornehmlich auf sich selbst und die gezeigte Leistung, sondern auf den Unparteiischen, der das Ergebnis durch seine angeblichen Fehlentscheidungen maßgeblich beeinflusst habe. Es waren mehrere Szenen, über die sich die Mainbernheimer im Maustal echauffierten.

In diesen Situationen hätten sie gerne einen Elfmeter zugesprochen bekommen, der zweifellos möglich gewesen wäre. Zumindest in der ersten Hälfte, als Sulzfelds Peter Friederich dem enteilten Mohamed Ziadi El Amrani im Nachlaufen am Fuß traf und diesen zu Fall brachte. Oder als Friederich wenig später am Fünfmeterraum nach einer Flanke Linus Winklers den Ball deutlich mit der Handspielte. Spät im zweiten Abschnitt sprang auch dem Sulzfelder Daniel Landmann im Strafraum das Leder an den angelegten Arm. Doch der Pfiff von Josef Wülk blieb jeweils aus.

Die strittigen Situationen haben alle eines gemeinsam

Auch forderten die Mainbernheimer Mitte des zweiten Durchgangs eine Gelb-Rote Karte gegen den aus ihrer Sicht zu vehement grätschenden Andreas Schneider. Die Situationen hatten eins gemeinsam: Der Unparteiische hätte sie allesamt anders entscheiden können. Dies alles ließ den Ärger der tief im Tabellenkeller stehenden Mainbernheimer nachvollziehbar werden. Allerdings ist es schon ein starkes Stück, den Schiedsrichter während des Spiels und auch im Nachgang persönlich und lautstark zu beleidigen.

Sogar Sulzfelds Sportleiter Benjamin Krumpholz musste einschreiten. Alle Beteiligten sollten sich wieder einmal aufs Wesentliche besinnen – die Anfeuerung der eigenen Mannschaft – und dem Schiedsrichter mit Respekt begegnen, selbst wenn dieser schwerwiegend falsche Entscheidungen getroffen haben soll. Erst vor zwei Wochen war in Gülchsheim ein Spiel abgebrochen worden , weil der Schiedsrichter von einem Spieler angepackt worden war.

Bergner sucht das Gespräch mit dem Schiedsrichter

Mainbernheims Trainer Thomas Bergner ärgerte sich ebenfalls und monierte Wülks Entscheidungen der eben geschilderten Szenen, er fand auch, dass sie das Ergebnis beeinflusst hätten. Allerdings suchte er das Gespräch mit dem Unparteiischen und konzentrierte sich bei allem Unmut während der Partie auf seine Mannschaft, feuerte sie an, motivierte und korrigierte – und zu korrigieren gab es aus seiner Sicht Einiges. Zwar zeigten die Seinen immer wieder gute spielerische Ansätze, versuchten Fußball zu spielen. Aber ihnen unterliefen eben auch viele kleine Fehler.

So hatten sie einerseits nur wenige eigene Möglichkeiten – vor allem in ihren besten Phasen um den Seitenwechsel und in der Schlussphase, als die Sulzfelder defensiv einiges zu tun hatten und die Gäste den Ausgleich verdient gehabt hätten. Nico Mosts Freistoß aber ging übers drüber (37.), Maximilian Güntner scheiterte an Marco Bischoff (50.), und auch Mohamed Ziadi El Amrani köpfte übers Tor (77.). „Eine dieser Chancen müssen wir nutzen. Denn wir bekommen nicht allzu viele“, sagte Bergner, dessen Elf da deutlich hätte zurückliegen können.

Vor allem ein Sulzfelder vergibt klare Chancen

Was Sulzfeld an diesem Tag wieder an Gelegenheiten vergab, war fahrlässig und hätte bestraft werden müssen. Das traf voran auf Samba Jallow zu. Kurz nach Anpfiff scheiterte er an Christopher Wirtz. Nach der Halbzeit schoss er aus acht Metern daneben, kurz darauf verhalf er wiederum dem eigentlich schon geschlagenen Wirtz zu einer Glanztat. „Er müsste schon deutlich mehr Treffer auf dem Konto haben“, sagte Sulzfelds Coach Markus Wolf. Auch Andreas Walter oder Max Weigand, der dreimal frei vor Wirtz scheiterte, versagten die Nerven.

So mussten andere für den Sieg sorgen. Ferdinand Merbecks nutzte nach einer halben Stunde eine Hereingabe Maurice Reuthers abgeklärt zum 1:0, und Reuther traf in einer hektischen Schlussphase ebenso souverän nach Weigands Flanke. „Es war wieder unnötig schwer“, meinte Wolf. „Das ist schon brutal. Letztlich zählt nur der Sieg.“ Er war erleichtert, aber wie der Kollege Bergner, der mit Blick auf die wiederentdeckten Qualitäten seiner Elf vom Klassenerhalt überzeugt ist, weiß er, dass er noch viel Arbeit vor sich hat.

Die Statistik des Spiels
Sulzfeld: Bischoff - Schneider, Friederich, Reuther, Ehrbar, Landmann, Merbecks, Kiemer, Walter, Roth, Jallow; eingewechselt: Zobel (77.), Weigand (43.).
Mainbernheim: Wirtz - Amrani, Achter, Kuffner, Roder, Melber, Ehrlich, Most, Winkler, Burger, Güntner; eingewechselt: Deppisch (20.), Eckoff (60.), Siemers (46.).
Schiedsrichter: Josef Wülk (Weikersheim). Zuschauer: 120. Tore: 1:0 Ferdinand Merbecks (29.), 2:0 Maurice Reuther (90.).

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