Anfang März hing der Fußball-Himmel voller Geigen für die Kicker von Dettelbach und Ortsteile. Zwei Siege aus den ersten beiden Partien nach der Winterpause, gegen Reichenberg und den TSV Sulzfeld, bedeuteten, dass Platz zwei bei nur vier Punkten Rückstand für Christian Graber und seine Kollegen gar nicht so utopisch erschien.

Sieben Wochen, drei Unentschieden und drei Niederlagen später droht der Zug genau in die andere Richtung zu fahren. Nur zwei Zähler trennen die Dettelbacher von Platz 14, und damit vom ersten Abstiegsrang. „Das war nicht im Plan, wir wollten eigentlich vorne mitspielen“, gibt der 24-Jährige zu. Und das, obwohl Dettelbach als Zwölfter bereits 33 Zähler auf dem Konto hat. Doch die Konkurrenz im Keller punktet und punktet selbst gegen die vermeintlichen Spitzenteams.

In einer verrückten, weil sehr ausgeglichenen Liga, sind es für DuO allerdings auch nur drei Zähler bis Platz sieben. Grund zur Panik sieht der Student der Sportökonomie in Bayreuth noch nicht, man müsse aber auf der Hut sein. „Wir haben zuletzt einige Punkte verdummt“, gesteht Graber. „Vielleicht waren wir zu leichtsinnig, zu selbstsicher“, betreibt der Mittelfeldakteur Ursachenforschung. Von der Qualität seiner Dettelbacher ist er nach wie vor überzeugt. Das habe zuletzt der 4:1-Sieg im Pokal gegen den Bezirksligisten Heidingsfeld bewiesen.

Dettelbachs Programm der nächsten Wochen liest sich für Christian Graber nicht einfach. Zunächst geht es nach Reichenberg, am Mittwoch schauen die Nachbarn aus Buchbrunn/Mainstockheim zum Derby vorbei. Beide Gegner mischen munter vorne mit, wie auch der SSV Kitzingen, der am letzten Spieltag nach Dettelbach kommt. „Die werden uns sicher nichts schenken, aber da ist immer alles möglich. Wir tun uns gegen die Vorderen oft sogar leichter“, versprüht Graber Zuversicht.

Er kennt die Situation, wie es ist, um den Abstieg zu zittern. Vor drei Jahren schaffte die Elf mit Trainer Jürgen Walter erst in den letzten beiden Spielen den Klassenerhalt. Wie geht der Trainer, wie gehen die jungen Spieler mit der neuen Situation um? Walter verfüge über viel Erfahrung und versuche, an die Stärken der Mannschaft zu appellieren, den Druck von den Schultern zu nehmen. „Die jungen Spieler wirken locker. Sie sind schon Leistungsträger, ohne sie könnten wir nicht funktionieren“, lobt Graber seine zum Teil fünf Jahre jüngeren Mitspieler.

Mit sich ist Christian Graber dagegen nicht so zufrieden. Er, der am liebsten auf der Sechser-Position im Zentrum aufläuft, muss häufig in der Offensive ran, was ihm nicht leicht falle. Seine fußballerischen Stärken und Schwächen kenne er, die in der Runde bisher erzielten zwei Tore kritisiert er als „zu wenig. “ Bedingt durch das Studium in Bayreuth fehle ihm die zweite Trainingseinheit pro Woche, das merke er einfach. „Ich halte mich zwar dort fit, aber das ist nicht dasselbe, wie das Fußballtraining.“ Zwei Jahre Studium hat Graber noch vor sich, bis er den Master in der Tasche hat.

Am Profifußball durfte Christian Graber auch schon schnuppern. Voriges Jahr absolvierte er für sechs Monate ein Praktikum bei der SpVgg Greuther Fürth, die zu der Zeit noch in der Bundesliga kickte. Von der Verwaltung, über das Organisieren von Autogrammstunden bis hin zur Begleitung von Profis beim Anschauen einer Wohnung erlebte er das Geschäft hautnah mit. „Eine tolle Erfahrung! Manchmal staunte ich, wie unselbstständig die Profis noch sind, weil sie alles gemacht kriegen.“ Natürlich drückt er den Fürthern dieses Jahr die Daumen, dass sie es wieder in die erste Liga schaffen.

Einen Abstieg seiner Dettelbacher mag sich Graber gar nicht ausmalen, zumal sein Klub mit Stefan Schöderlein als Trainer und anderen Rückkehrern eher in die andere Richtung plant. „Ich denke, dass alle Leute kapiert haben, um was es geht. Wir kommen da raus“, setzt Christian Graber darauf, dass Dettelbachs Aufzug wieder nach oben fährt.