Spiel, Satz und Sieg Lena Hofmann: Die aus Marktbreit stammende Profi-Tennisspielerin hat am Wochenende ein Turnier auf der griechischen Insel Kreta, in der Nähe der Hauptstadt Heraklion, gewonnen. Bei dem mit 15 000 Dollar dotierten ITF-Turnier bezwang sie im Finale die Italienerin Lisa Sabino in drei Sätzen mit 6:4, 4:6 und 6:0 und feierte damit ihren insgesamt dritten Einzel-Titel. Mittlerweile hat sie sich auf Weltranglistenposition 334 verbessert.

Die letzten Wochen laufen gut für Lena Hofmann. Erst Anfang September hatte sie ein Turnier in Sarajevo gewonnen (wir berichteten), danach stand sie in Antalya noch einmal in einem Finale. Beim Stand von 3:0 für ihre Gegnerin musste sie im dritten Satz aber aufgeben. „Es war unglaublich heiß dort. Ich hatte Magenprobleme und bekam schon Krämpfe“, erklärt sie ihre Niederlage gegen die Französin Sherazag Benamar.

Auf Kreta legte sie jetzt nach. Dort war die 22-Jährige an Nummer eins gesetzt, ein für Hofmann eher ungewohntes Gefühl, auf das sie sich erst einmal einstellen musste. „Das ist eine andere Situation. Die Gegnerinnen haben nichts zu verlieren gegen dich, man merkt schon den Druck. Ich spiele auch besser gegen Gute.“

Wieder zeigte Lena ihre Kämpfer-Qualitäten. Vier von fünf Spielen brachte sie im dritten Satz heim, bereits in der ersten Runde sah es nicht gut für sie aus. „Ich lag bereits mit 3:6 und 1:4 hinten gegen eine Spielerin mit starkem Aufschlag. Im dritten Satz hatte ich mich besser auf sie eingestellt. Vielleicht wurde sie auch etwas nervös“, schilderte sie ihr Auftaktmatch gegen die 18-jährige Polin Zuzanna Maciejewska, Nummer 626 der Welt. Mit 6:1 holte sich Lena Homann dann den dritten Satz deutlich.

Drei Siege später traf sie im Finale auf die 27-jährige Italienerin Lisa Sabino, gegen die Hofmann eine Woche zuvor noch im Viertelfinale eines anderen Turniers in drei Sätzen verloren hatte (2:6, 6:3, 3:6). Diesmal drehte sie den Spieß um. Auf dem rutschigen Untergrund, einer schnellen Belag-Mischung aus Teppich mit Sand, deutete alles nach einem starken ersten Satz (6:4) und einer 4:2-Führung auf eine klare Angelegenheit hin, doch im Tie Break gab sie Satz zwei mit 6:7 ab. Zu viel nachgedacht habe sie wohl, mutmaßt Lena. „Erst im dritten Satz ging es dann wieder, da war ich richtig locker“, sagte sie zum abschließenden 6:0.

Auf den Sieg folgten zwei Tage zuhause in Marktbreit, ehe es wieder in ihre Wahlheimat München ging. Dort will sie mit ihren Trainer Markus Zoecke bis Ende der Woche noch einmal richtig trainieren, um ab der kommenden Woche dann bei einigen Turnieren in England erfolgreich zu sein. Los geht es in der Nähe von Manchester, wo Lena Hofmann wieder auf Position eins gesetzt ist.

Hofmann hofft, dass ihr ein erfolgreicher Ausklang dieses Jahres Rückenwind für die kommende Saison geben wird. „Ich möchte noch 50 bis 60 Plätze in der Weltrangliste gut machen, um ins Feld für größere Turniere zu kommen.“ Etwa 70 Punkte in der Weltrangliste fehlen ihr derzeit bis Platz 250. Diesen in etwa braucht sie, um ihr nächstes Ziel zu erreichen: Die Qualifikation für ein Grand Slam-Turnier.