Schwimmen

Weltmeisterliches Edelmetall

Barbara Wachter und Dietlind Weise sind bei den Masters-Titelkämpfen in Kazan erfolgreich
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und los: und weiter. Foto: Foto: Ellen Schreiber-Gossenheimer

Auch die Mastersschwimmer trafen sich in Kazan, wo unmittelbar nach der Weltmeisterschaft der Aktiven auch sie ihre Titelträger ermittelten. Erstmals fanden diese Wettkämpfe an einem gemeinsamen Austragungsort statt. Von der TG Kitzingen starteten Barbara Wachter (AK 75) und Dietlind Weise (AK 65), die sich jeweils Medaillen sicherten.

Mit Silber dekoriert stieg Barbara Wachter zufrieden hinter Annemarie Lüdicke (TV Zerbst) aus den Fluten der Kasanka, eines Nebenarms der Wolga. Vor der fernsehbekannten wunderschönen Kulisse mit dem Kreml wurde die Drei-Kilometer Distanz Freiwasser ausgetragen. Für die Starter war dies bei einem von Wind und Strömung unruhigen Wasser kein leichtes Unterfangen. Wachter startete einige Tage später im Becken noch über 800m- und 100m-Freistil, wo sie sich mit dem vierten und fünften Rang auch auf den vorderen Plätzen behauptete.

Dietlind Weise erfüllte sich erstmalig den WM-Treppchen-Traum mit drei Bronzemedaillen. Bei ihrem ersten Start über 800m bewies sie ihre gute Form. Sie verbesserte ihre Bestzeit um sechs Sekunden und schlug – nur knapp hinter der Portugiesin Anna Maria Ferreira an. Gold ging an Tracy Clarkson (Australien). Über die 400-m-Freistil drehte sie den Spieß um und verwies die Portugiesin knapp auf Rang vier, während sie sich wieder mit Bronze schmückte.

Ohrenbetäubender Lärm des russischen Publikums begleitete den Wettkampf über die 50m-Brust, weil auf der Bahn neben Dietlind Weise die Olympia-Siebte von München über 100-m- und 200-m-Brust, Liudmila Porubayko, schwamm. Die Australierin Janette Jeffrey gewann das Rennen souverän, während Weise durch einen schlechten Anschlag Silber an die Ungarin Janosne Csanadi verschenkte und sich wieder als Dritte feiern lassen konnte. Die Russin schlug als Vierte in dem sehr starken Feld an.

Weil das Reglement fünf Starts erlaubt, startete Weise über 50m-Schmetterling (4.) und 200-m-Freistil (5.) unter dem Motto „dabei sein ist alles“. Hier konnte sie in den Kampf um die Medaillenplätze allerdings nicht eingreifen.

Wie hoch das Niveau einer solchen „Oldie“-Weltmeisterschaft ist, zeigen die Rekordzeiten der 66-jährigen Sanderina Kruger aus Südafrika, die mit 1:09,2 Minuten Weltmeisterin über 100-m- und mit 2:37,6 Minuten über 200-m-Freistil wurde; Zeiten, die nicht weit entfernt von den deutlich jüngeren aktiven Topschwimmern sind.

Die Senioren genossen die professionelle Organisation und die großen und sehr schön angelegten Wettkampfstätten von Kazan. Spätestens hier bereute kein Athlet mehr, die aufwendige Prozedur der Visumsbeschaffung auf sich genommen zu haben und ohne Russischkenntnisse angereist zu sein, um sich im Wasserball, Freiwasser-, Synchronschwimmen oder allen kurzen und langen Strecken im Becken der Konkurrenz zu stellen. „Noch nie gab es für die Master-Schwimmer einen solch gut organisierten Wettkampf“, berichtet Dietlind Weise. Ein Heer von Freiwilligen in einheitlichen Shirts habe die Sportler schon in Moskau empfangen und sie sicher zum Weiterflug geleitet.

Die Menschen seien ihnen mit großer Liebenswürdigkeit überall in Kazan begegnet. „Diese freundliche Atmosphäre beherrschte alle Wettkämpfe und steigerte sich bei den Siegerehrungen zu einem einmaligen Erlebnis“, zeigte sich die Kitzingerin begeistert.

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