FUSSBALL: A-KLASSE

Welche Serie geht zu Ende?

Die beiden Trainer Bernd Wenkheimer und Tobias Zehnder bekunden vor dem Spitzenspiel Respekt vor dem jeweiligen Konkurrenten.
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Gaukönigshofens Trainer Tobias Werner. Foto: Foto: Alexander Rausch
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Es war Sonntag, der 30. September des vergangenen Jahres, als Jonas Savickas in der Partie der Würzburger A-Klasse 2 beim SV Gaukönigshofen in der 90. Spielminute den 1:0-Siegtreffer für seinen SV Tückelhausen/Hohestadt erzielte. Savickas? Tor bescherte den Tückelhäusern einen prestigeträchtigen Derbysieg. Doch – was zu diesem Zeitpunkt bei den Gästen selbst wohl noch niemand ahnte – der Treffer bedeutete viel mehr. Er war der Ausgangspunkt einer bemerkenswerten Erfolgsserie der Spielgemeinschaft aus dem Ochsenfurter Gau.

Tückelhausen im Titelkampf

Elf weitere Siege in Reihe ließen die Rotweißen seither folgen und mauserten sich damit zu einem ernsthaften Anwärter auf die begehrtesten Plätze der Klasse. Zwar gibt die Tabelle aufgrund der unterschiedlichen Anzahl absolvierter Partien der Aufstiegskandidaten derzeit noch ein etwas verzerrtes Bild wieder. Doch klar scheint: Tückelhausen/Hohestadt spricht dank zwölf Siegen am Stück ein gehöriges Wort im Aufstiegsrennen mit.

Erfolgsgeheimnis besserer Rhythmus

„Ein richtiges Erfolgsgeheimnis gibt es eigentlich gar nicht,“ sagt Bernd Wenkheimer vor dem nun anstehenden Rückspiel gegen den Lokalrivalen angesprochen auf den nun schon seit gut sechs Monaten anhaltenden Lauf seiner Mannschaft. „Wir sind mit der Zeit einfach immer besser in unseren Rhythmus gekommen, und das Selbstvertrauen ist mit jedem Sieg gewachsen,“ erklärt Tückelhausens Trainer den Siegeszug. Bis auf Tabellenplatz drei sind seine Mannen inzwischen geklettert. Mit drei Punkten im Derby würde man am Lokalrivalen aus Gaukönigshofen vorbeiziehen. Noch größere Sprünge verhinderte bislang nur der schwache Saisonstart, der sich für Tückelhausen nach wie vor als Hypothek erweist. Fünf Zähler sammelte das Team in den ersten sieben Saisonspielen lediglich. Wahrlich nicht die Bilanz eines Aufstiegsanwärters.

Wenkheimer weiß nur zu gut, dass aus eben jenem Stotterstart bis heute noch Druck erwächst. „Wenn wir oben dran bleiben wollen, dürfen wir uns in den restlichen Spielen eigentlich gar nichts mehr erlauben.“ Bei einer Niederlage im Derby betrüge der Rückstand auf Gaukönigshofen, einen Sieg in deren Nachholspiel bereits eingerechnet, schon sieben Zähler, rechnet der Kitzinger zum Beweis vor.

„Im Flow bleiben,“ lautet Wenkheimers Devise. Dass dieser gegen Gaukönigshofen, mit denen Tückelhausen in der Reserve eine Spielgemeinschaft in der B-Klasse bildet, jedoch auf eine harte Probe gestellt werden dürfte, darauf ist der Trainer vorbereitet. „Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe. Es ist ein Derby, in dem auch Gaukönigshofen alles reinwerfen wird.“ Gegen eine „defensiv super Mannschaft“ komme es darauf an, die richtige Balance zu finden und die sich bietenden Chancen effektiv zu nutzen.

Knapper Sieg bringt auch Dreier

Effizienz ist auch eines der Schlagworte, die Wenkheimers Gegenüber Tobias Werner derzeit umtreiben. Drei der vier Begegnungen nach der Winterpause hat die Elf des Gaukönigshöfer Spielertrainers nur mit einem Treffer Differenz gewonnen. Aber auch knappe Siege bringen drei Punkte. Siebenmal in Folge gab es zuletzt die volle Ausbeute. Doch gegen ein geringeres Zitterpotenzial hätte Werner natürlich nichts einzuwenden. Im Wege steht Gaukönigshofen dabei bisweilen die eigene Chancenverwertung, die der Trainer als Manko ausgemacht hat.

Grundsätzlich ist der frühere Abtswinder mit der Entwicklung seiner Jungs aber hochzufrieden. Speziell, was das taktische Verhalten auf dem Platz angehe, habe sein Team in den vergangenen Wochen und Monaten Schritte nach vorne gemacht. Gepaart mit guter Trainingsbeteiligung, der nötigen Fitness und Spielglück, entsteht die Mischung für einen potenziellen Kreisklassisten. Allzu weit möchte sich Werner diesbezüglich aber nicht aus dem Fenster lehnen. „So weit in die Zukunft gucke ich nicht. „Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen in jedem das Beste herausholen.“

Werners Warnung

Selbstverständlich auch beim Gastspiel in Tückelhausen, vor dem der 29-Jährige jedoch warnt. Schließlich treffe man auf einen sehr selbstbewussten Gegner, der „eine überragende Serie hinlegt“. Dementsprechend gelte es einerseits zwar die nötige Spannung aufzubauen, sich gleichzeitig aber keinen Kopf zu machen und ruhig zu bleiben, um sein eigenes Spiel durchziehen zu können, so Werners Marschroute.

Ob er die selbst auf dem Rasen wird umsetzen können, ist wegen muskulärer Probleme, die den Spielertrainer schon länger plagen, noch ungewiss. Ebenso wie der Einsatz Benni Rehbergs, der sich mit Rückenbeschwerden herumschlägt. Bei Tückelhausen stehen Fragezeichen hinter Marcel Kreußer und Marco Meintzinger. Sicher ausfallen wird Julian Fries aufgrund eines Kreuzbandrisses.

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