Ochsenfurt

Warum sich Frickenhausen auf den Bus freut

Die Würzburger Kreismeisterschaft wird zur Sternstunde für die Außenseiter. Frickenhausen rettet sich unter die ersten Drei – mit viel Geschick und einigem Glück.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Frickenhäuser Philipp Hemmerich (links) hält sich Maidbronns Nicolai Scheller vom Leib. Foto: Foto: Alexander Rausch

Spieler ambitionierter Teams, etwa der Landesligisten ASV Rimpar und TG Höchberg oder des Bezirksligisten TSV Uettingen, saßen bereits frisch geduscht auf der Tribüne der Ochsenfurter Dreifachsporthalle. Andere kämpften zu dieser Zeit noch um den Titel des Würzburger Hallenfußball-Kreismeisters.

Denn mit Ausnahme des TSV Rottendorfs, der sich denn auch den Siegerpokal sicherte, machten vor allem die Außenseiter von sich reden: der SV Maidbronn/Gramschatz, der SV Bergtheim und der TSV Frickenhausen. Sie sicherten sich – neben dem Sieger aus Rottendorf – die Tickets für die Bezirksendrunde am Samstag in Haßfurt.

Freudig fielen sich am Samstag die Rottendorfer Spieler nach Erklingen der Schlusssirene des Endspiels in die Arme: Sie hatten sich völlig verdient zum neuen Würzburger Hallenkreismeister gekürt. Wie schon die Woche zuvor beim Qualifikationsturnier in eigener Halle, als sie alle Spiele gewonnen hatten, traten die Rottendorfer auch in Ochsenfurt äußerst dominant auf. Früh untermauerten sie ihre Ambitionen auf den Turniersieg. Nach der starken Gruppenphase wartete mit der TG Höchberg erst im Viertelfinale der erste echte Prüfstein.

Dieser Titel fehlte Rottendorf noch

Nach torloser regulärer Spielzeit siegte der von Martin Lang trainierte Bezirksligist im Sechsmeterschießen und marschierte in der Folge unaufhaltsam zum Titel. Nicht Bergtheim im Halbfinale und auch nicht Maidbronn/Gramschatz im Endspiel fanden ein Mittel gegen das technisch versierte Team. „Wir haben im ganzen Turnier kein Gegentor aus dem Spiel heraus bekommen und haben hinten kaum etwas zugelassen. Es macht einfach Spaß, weil die Jungs einfach Bock haben“, sagte Lang, der sich über den Turniersieg freute. Aus gutem Grund: Der fehlte den Rottendorfern noch in der vereinseigenen Hallenvitrine.

Ein Trio begleitet den Favoriten

Begleitet werden die Rottendorfer zur Hallen-Bezirksmeisterschaft von einem so nicht erwarteten Trio, aus dem vor allem der TSV Frickenhausen herausstach. Der Tabellenführer der A-Klasse 2 hatte bereits beim Vorentscheid überzeugt und wollte vor eigener Haustüre zumindest bis ins Viertelfinale vorstoßen. Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Ohne ein Gegentor kamen die Frickenhäuser weiter, und dabei ließen sie sogar – wenngleich mit etwas Glück – Landesligist Höchberg hinter sich.

Auch gegen den ASV Rimpar wackelten sie bedenklich. Doch Spielertrainer Philipp Hemmerich, der die Seinen ins Sechsmeterschießen brachte, und Simon Scheller, der dabei den entscheidenden Strafstoß hielt, verhinderten das vorzeitige Aus. Das kam dann im Halbfinale gegen clevere Maidbronner und Gramschatzer. Gegen Kreisklassist Bergtheim gelang aber noch Rang drei.

Ochsenfurts Trainer ist trotz Aus zufrieden

„Wir waren vor zwei Jahren bei der Kreismeisterschaft in Karlstadt mit vielen Fans“, erklärte Frickenhausens Kapitän Johannes Hofmann. „Nun wollten wir wieder eine Busfahrt machen, was uns gelungen ist.“ Davon waren die anderen drei Vertreter aus dem südlichen Landkreis Würzburg weit entfernt. Denn sowohl der FC Hopferstadt als Nachrücker, der nur zwei Unentschieden holte, als auch der FC Eibelstadt und der Ausrichter Ochsenfurter FV schieden sang- und klanglos bereits nach der Vorrunde aus.

Wirkliche Misstöne wollte aber keiner der Verantwortlichen anstimmen. OFV-Trainer Kabil Jabiri stellte fest: „Die Jungs haben ihr Bestes gegeben. Fußballerisch war noch deutlich Luft nach oben. Aber sie haben sich ordentlich verkauft.“ Das frühe Ausscheiden war für ihn schnell abgehakt – und dies, obwohl die Blau-Weißen als einziges Team kein Tor erzielt hatten.

Der TSV Rottendorf bleibt unbesiegt

Gruppe A 1. TSV Frickenhausen 5:0 7

2. TG Höchberg 5:1 7

3. SV Maidbronn/Gramschatz 4:6 3

4. TSV Gerbrunn 2:9 0

Gruppe B

1. TSV Uettingen 3:2 5

2. SV Oberdürrbach 4:3 4

3. ASV Rimpar 3:3 4

4. FC Hopferstadt 1:3 2

Gruppe C

1. TSV Rottendorf 9:0 9

2. SV Bergtheim 4:3 6

3. FC Eibelstadt 1:4 1

4. Ochsenfurter FV 0:7 1

Viertelfinale

Frickenhausen – Rimpar 5:4*

TSV Uettingen – SV Maidbronn 1:2

Rottendorf – Höchberg 4:3*

SV Oberdürrbach – SV Bergtheim 0:1

Halbfinale

Frickenhausen – Maidbronn 4:5*

TSV Rottendorf – SV Bergtheim 2:0

Spiel um Platz 3

TSV Frickenhausen – SV Bergtheim 3:1

Finale

TSV Rottendorf – SV Maidbronn 2:0

*Sieger wurde nach Sechsmeter-Schießen ermittelt.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.