Eibelstadt

Warum die Bayern mit dem 0:0 besser leben

Keine Tore, kaum Torszenen: Das Spitzenspiel bietet nur wenig Spektakel. Doch die Kitzinger sind mit dem Unentschieden in Eibelstadt gar nicht mal unzufrieden.
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Der Kitzinger Tolga Arayici (links) versucht sich gegen Eibelstadts Lukas Ziegler mit einem Trick zu behelfen. Foto: Foto: Hans Will

Oftmals halten im Vorfeld zu Top-Duellen hochstilisierte Fußballspiele nicht das, was sie versprechen. Die Spitzenbegegnung in der Kreisliga 1 Würzburg zwischen dem FC Eibelstadt und Bayern Kitzingen war eine solche Partie. Wer beim Treffen des Tabellendritten mit dem Zweiten auf Spektakel gehofft hatte, wurde jedenfalls enttäuscht. Das Ergebnis passte zu dem Nicht-Ereignis: 0:0.

Kein heißer Tanz um den zweiten Platz also – und zwar deshalb, weil beide Teams von Anfang an einander mit großem Respekt begegneten und vornehmlich auf Fehlervermeidung und eine stabile Defensive aus waren. Vor allem die Eibelstädter schienen im ersten Durchgang in taktischen Fesseln gefangen und traten in der Folge zunächst offensiv fast gar nicht in Erscheinung. „Uns hat heute im Spiel nach vorne ein bisschen die Kreativität gefehlt,“ sagte FC-Spielertrainer Fabian Gärtner denn auch mit Blick auf die Ideenarmut seiner Elf. Diese sah Gärtner vor allem im Fehlen einiger Stammkräfte wie Marcel Woller oder Thorbjörn Köhne begründet.

Wenn es in einem der beiden Sechzehnmeterräume doch einmal brenzlig wurde, dann in dem der Eibelstädter. Jedoch brauchten auch die Gäste, die zwar präsenter wirkten, denen aber auch die letzte Zielstrebigkeit abging, eine knappe halbe Stunde, um erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Kasten vorstellig zu werden. Bei Marcel Reuthers Abschluss aus spitzem Winkel war Eibelstadts Torwart Maximilian Geißendörfer schnell unten und konnte parieren (28.).

Bis zur Halbzeit verewigten sich weiterhin nur die Bayern auf dem Chancenzettel. Sandro Especiosas Versuch eines Lupfers geriet dabei zur leichten Beute für Geißendörfer (39.) und Tolga Arayicis Schuss nach flach ausgeführter Ecke Reuthers ging knapp daneben (41.). Mehr gab es vor dem Wechsel nicht zu bestaunen.

Die zweite Hälfte startete dann im Sinne des Wortes mit einem Knalleffekt. Ein Freistoß Especiosas wurde von einem Eibelstädter Abwehrspieler mit dem Kopf abgelenkt, und der Ball landete an der Latte (50.). Der Startschuss zu einer aufregenderen zweiten Hälfte? Nicht wirklich! Denn für beide Seiten galt weiterhin: Sicherheit zuerst. „Wir waren zwar die aktivere Mannschaft, im Angriff hatten wir aber keine Durchschlagskraft,“ wusste Bayern-Sportleiter Erwin Klafke um die Problematik in vorderster Front bei seiner Mannschaft.

Dies nahmen die Hausherren zum Anlass, nun selbst munterer zu werden. Als die Schlussphase bereits angebrochen war, machten sie sich doch noch einmal auf, den bis dahin recht beschäftigungslosen Kitzinger Schlussmann Florian Nöth zu testen. Zunächst zielte Thomas König für den FC zwar noch daneben, doch kurz darauf musste Nöth sein Können zeigen. Spielertrainer Gärtner, der sich inzwischen selbst eingewechselt hatte, hatte den Ball nach einem Freistoß Luca Iseles auf den langen Pfosten verlängert, wo zwei mit eingelaufene Mitspieler lauerten. Doch Nöth war vor ihnen am Ball und klärte die Situation (78.). „Schade, dass am Ende keiner mehr reingefallen ist,“ fand Gärtner. „Aber der letzte Pass war heute einfach zu ungenau.“

Fast wären die Bayern zum Schluss noch als Sieger vom Feld gegangen. Doch der hervorragend aufgelegte Geißendörfer fischte den platzierten Flachschuss Arayicis glänzend aus dem Eck (84.), und auch gegen den über rechts durchgebrochenen Reuther war Eibelstadts Schlussmann auf dem Posten (87.). „Wir können mit dem Punkt leben, weil wir dadurch einen direkten Verfolger auf Abstand gehalten haben,“ zeigte sich Erwin Klafke mit dem torlosen Unentschieden trotzdem nicht unzufrieden.

Die Statistik des Spiels

FC Eibelstadt – Bayern Kitzingen 0:0

Eibelstadt: Geißendörfer – Prötzel, Hauptmann, Zierold, Wegmann, Ziegler, Merker, Henkelmann, Thomas König, Johannes König, Isele. Eingewechselt: Gärtner (60.).

Kitzingen: Nöth – Schlarb, Especiosa, Tom Reiner, Gaubitz, Geitz, Phouthavong, Arayici, Reuther, Tim Reiner. Eingewechselt: Solick (69.), Brandtner (86.).

Schiedsrichter: Julian Schäff (Maroldsweisach).

Zuschauer; 80.

Gelbe Karten: Prötzel, Hauptmann, Zierold, Johannes König; Schlarb – Gaubitz, Arayici.



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