FUSSBALL: KREISKLASSE 2 WÜRZBURG

Warum Sonderhofen das 0:0 mehr nützt

Wieder sehen mehr als 500 Besucher das Duell zwischen Hopferstadt und Sonderhofen. Eine Mannschaft darf sich trotz des 0:0 als Gewinner fühlen.
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Alexander Kreusser ließ einige Chancen für den SV Sonderhofen ungenutzt. Foto: Foto: Alexander Rausch

Duelle zwischen dem FC Hopferstadt und dem SV Sonderhofen sind Fußballfesttage. Auch diesmal säumten mehr als 500 Zuschauer das Sportgelände im Ochsenfurter Stadtteil. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Frühlingsseite. Nur die Akteure knüpften nicht an die guten Leistungen der Vorwochen an und geizten vor allem mit Toren. So blieb das prestigeträchtige Derby am Samstag-Nachmittag ohne Jubelsturm, hatte aber dennoch einen gefühlten Sieger.

Die Rahmenbedingungen konnten besser kaum sein. Neben dem großen Zuschauerinteresse und bestem Wetter machte auch die Tabellenkonstellation das Nachbarschaftsduell erneut zu einem Topspiel. Sonderhofen, das das Hinspiel mit 3:1 gewonnen hatte, blieb im bisherigen Saisonverlauf noch ungeschlagen. Dieser Bilanz hinkten die Gastgeber, wie in der Vorsaison, bei zehn Punkten Rückstand zwar deutlich hinterher, untermauerten aber unter der Woche ihre Ambitionen auf Platz zwei. So brachte der Sieg gegen Mitkonkurrent Bütthard die Klafke-Elf in eine vielversprechende Ausgangslage für den Saisonendspurt. Ein Sieg gegen den Lokalrivalen würde dabei natürlich weiter Auftrieb geben.

Allerdings musste Hopferstadts Übungsleiter erneut auf Stammtorhüter Michael Nadler verzichten. Für ihn hütete Martin Jörg das FC-Tor. Auch Moritz Dopf war nach Adduktorenproblemen noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, stand aber dennoch in der Startelf. Auf der Gegenseite saß dessen Bruder Philipp hingegen erstmals in dieser Saison nur auf der Bank. Für ihn kehrte der dritte im Dopf-Bunde und etatmäßige Kapitän, Felix, zurück in die Startelf. Denn er hatte zuletzt im Duell gegen Seinsheim/Nenzenheim gefehlt.

Von Beginn an entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, indem beide Kontrahenten zunächst darauf aus waren, defensiv sicher zu stehen, um kein frühes Gegentor zu schlucken. Dabei war der Respekt so groß – Sonderhofen stellt die treffsicherste Angriffsreihe der Liga, Hopferstadt die drittbeste Offensive –, dass sich vor den Toren in der ersten halben Stunde nur kaum etwas tat. Lediglich Jochen Müllers Freistoß von seitlich des Strafraums sorgte für ein erstes Raunen im Publikum.

Erst als die Gastgeber in der Schlussviertelstunde einen Gang hochschalteten, schien das Derby Fahrt aufzunehmen. Hopferstadt drückte die Gäste in deren Hälfte und hatte mehrmals den Führungstreffer auf dem Fuß.

Fehlte bei Andreas Jörg und Moritz Dopf die Genauigkeit in den Abschlüssen, war gegen Stefan Pohl und Dominik Metzger Sonderhofens Schlussmann Daniel Fries zur Stelle, der seine Farben mit tollen Paraden im Spiel hielt. Auch Johannes Popps Freistoß lenkte er zur Ecke, ebenso wie er Thomas Bayers Versuch von jenseits der Strafraumkante abwehrte. „In dieser Phase haben wir es versäumt, in Führung zu gehen. Das hätte uns weiter Auftrieb gegeben“, haderte FC-Trainer Erwin Klafke mit der Chancenverwertung seiner Mannen.

Denn diese hätte sich nach dem Seitenwechsel beinahe gerächt. Sonderhofen kam hellwach aus der Kabine und ließ erstmals aufblitzen, weshalb die Göb-Elf souverän an der Tabellenspitze thront. Allerdings vergab Alexander Kreusser überhastet, als er zweimal alleine vor Martin Jörg auftauchte. Gleich taten es ihm in der Folge Johannes Haaf und der eingewechselte Philipp Dopf. Sonderhofen hatte nun klar die Oberhand, und der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch die Gastgeber überwanden ihren „Hänger“ und antworteten in der Schlussphase. Nach einer Ecke klärten die Gäste einen Häusslein-Schuss gerade noch vor der Linie.

Kurz darauf prallte Andreas Jörgs Schuss von der Unterkante der Latte zurück ins Feld. Die Gastgeber waren wieder zurück im Spiel. Aber auch Dominik Metzger und Moritz Dopf zielten über den Balken.

Den finalen Schlusspunkt hätte aber fast der Tabellenführer gesetzt. Alexander Kreusser kam aus 16 Metern frei zum Schuss, verzog aber knapp, ebenso wie in der Schlussminute der aufgerückte Johannes Haaf. Ein Erfolg der Gäste wäre an diesem Tag allerdings auch nicht verdient gewesen, wenngleich sich die Göb-Elf durchaus als Sieger fühlen durfte. Denn mit dem Unentschieden hielt der Tabellenführer den Nachbarn auf Distanz und hat weiter zehn Punkte Vorsprung.

„Wir hatten mehrere Male Glück. Daher kann ich mit dem Remis leben“, zeigte sich Göb mit dem Resultat zufrieden. Hopferstadt musste hingegen einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. „Ein Punkt nutzt uns in dieser Saisonphase gar nichts. Wir wollten unbedingt gewinnen“, ärgerte sich Erwin Klafke. Spannend bleibt der Kampf um Platz zwei aber dennoch. Denn auch die Konkurrenz hat den Tabellenführer noch vor der Brust.

Die Statistik des Spiel

FC Hopferstadt – SV Sonderhofen 0:0

Hopferstadt: Martin Jörg, Christian Karl, Marius Graf, Johannes Popp, Dominik Metzger, Peter Häusslein, Moritz Dopf (72. Philipp Kessler), Thomas Bayer, Stefan Pohl (59. Marcel Grüb), Thorben Reibold, Andreas Jörg.

Sonderhofen: Daniel Fries, Johannes Haaf, Patrik Reuss, Felix Dopf, Christian Deppisch (34. Mathias Müller), Andre Bauer, Marco Pregitzer, Jochen Müller, Björn Seubert (46. Philipp Dopf), Benjamin Kremer, Alexander Kreusser.

Schiedsrichter: Felix Otte (Estenfeld).

Zuschauer: 520.

Gelbe Karten: Häusslein, Dopf, Andreas Jörg, Kessler – Kremer.

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