Giebelstadt

Warum Giebelstadt ein weiterer Abstieg droht

Die Talfahrt der SpVgg Giebelstadt hat in den letzten Wochen an Dynamik gewonnen. Wie geht es weiter bei einem Klub, der im Sommer zum personellen Neuanfang gezwungen war?
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Frank Wettengel weiß, worauf er sich in Giebelstadt eingelassen hat. "Grundsätzlich sind wir auf dem richtigen Weg." Foto: Hans Will

Wenn sich eine Mannschaft, die vergangene Saison noch in der Kreisliga spielte, auch eine Etage tiefer auf sportlicher Talfahrt befindet, muss einiges im Argen liegen. Sollte man zumindest meinen. Bei der SpVgg Giebelstadt sind die angelegten Maßstäbe, was die Bewertung des Saisonverlaufs in der Würzburger Kreisklasse 2 angeht, allerdings etwas andere.

Die harten Fakten sprechen zwar eine deutliche Sprache – Giebelstadt belegt mit nur zwölf Zählern aus 14 Partien aktuell den Abstiegs-Relegationsplatz. Doch bei allem Stirnrunzeln über das Abschneiden muss die Frage erlaubt sein: Ist das wirklich eine Überraschung? Für Trainer Frank Wettengel jedenfalls nicht. „Die Situation, wie sie sich jetzt darstellt, haben wir schon zu Saisonbeginn so eingeschätzt. Deshalb bin ich darüber auch nicht überrascht.“

Die Abgänge haben ein Vakuum hinterlassen

Als der 44-Jährige im Sommer zum zweiten Mal seinen Dienst in der Marktgemeinde antrat, wusste er, was auf ihn zukommen würde – nämlich die Moderation eines nicht gerade moderaten Umbruchs in der Mannschaft. Zahlreiche Leistungsträger vergangener Jahre wie Stefan Reinhard, Benjamin Kemmer, Michael Kutz oder Ferdinand Lunz hatten sich im vergangenen Sommer in den fußballerischen Ruhestand verabschiedet und hinterließen dabei nicht nur sportlich, sondern auch in puncto Erfahrung und Führung ein deutliches Vakuum im Team.   

Diese Leere versuchen in Giebelstadt nun seit dieser Spielzeit vorwiegend junge Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs zu füllen. Ganze dreizehn Jungspunde ergänzten den völlig neu zusammengewürfelten Kader vor Saisonbeginn. Ins kalte Wasser geworfen, versuchen sie sich seitdem freizuschwimmen.

Noch gebe es keinen Grund, den Rettungsring zu werfen

Dass sich die jungen Kerle dabei bisweilen noch etwas unbeholfen abstrampeln, ist für Wettengel normal. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, bei der wir wussten, dass es einige Monate dauern wird, bis sie sich an den Herrenbereich gewöhnt hat“, sagt der Trainer – und er sieht keinerlei Veranlassung, bereits jetzt den Rettungsring zu werfen.

Man müsse zurzeit eben mit extremen Leistungsschwankungen klarkommen, was für eine junge Mannschaft allerdings nichts Ungewöhnliches sei. In den vergangenen acht Begegnungen reichte es für die Gelb-Schwarzen nur einmal zu Punkten – beim 4:0-Sieg gegen Mainsondheim. Die restlichen sieben Partien verloren sie allesamt.

Nur ein Detail bewahrt Giebelstadt vor einem Abstiegsplatz

Besonders bitter: Auch im Heimspiel zuletzt gegen den unmittelbaren Konkurrenten aus Mainbernheim nahm der Gegner beim 4:2 alle drei Zähler mit – anders als beim Triumph im Hinspiel . Nur noch der gewonnene direkte Vergleich mit den Bärenstädtern bewahrt Giebelstadt damit aktuell vor dem Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz in der Kreisklasse. „Mainbernheim hat es in dem Spiel gut gemacht und verdient gewonnen“, sagt Wettengel.

Sorgen, dass sein Klub am Ende der Saison gar in die A-Klasse durchgereicht werden könnte, macht sich der Coach trotz des Negativtrends nicht. Schließlich sei zum einen noch genügend Zeit für die Wende und das Team zum anderen sehr lernwillig, so Wettengel. „Wir haben in den letzten Spielen teilweise gute Leistungen gezeigt. Nur sind dabei leider nicht genügend Punkte herausgesprungen. Grundsätzlich sind wir aber trotzdem auf dem richtigen Weg.“

In 14 Spielen erst einmal ohne Gegentor

Eine stabilere Abwehr würde dieses Gefühl sicher noch verstärken. In vierzehn Anläufen blieb Giebelstadt in dieser Saison erst einmal ohne Gegentor. Doch Wettengel setzt ohnehin eher auf Spektakel als den reinen Ergebnisfußball. „Grundsätzlich lege ich keinen Wert darauf, dass die Null hinten stehen soll. Wenn wir vorne ein, zwei Tore mehr schießen als der Gegner, bin ich zufrieden. Dann hatten auch die Zuschauer ihren Spaß.“

Den dürften die Giebelstädter Anhänger an diesem Sonntag vor allem dann haben, wenn ihre Mannschaft das letzte Spiel des Jahres gegen den SV Gaukönigshofen erfolgreich gestaltet. „Ich wünsche mir, dass alle wieder das abrufen, was sie können. Dann werde ich sehr wahrscheinlich auch wieder zufrieden mit unserem Spiel sein“, sagt der Trainer in der Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss.

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