FUSSBALL: KREISLIGA WÜRZBURG 1

Warum 2020 für den SV Sonderhofen kommen kann

Nach gutem Saisonstart ist der SV Sonderhofen in der Kreisliga mittlerweile im Tabellenkeller angekommen. Vorsitzender Jochen Müller findet Erklärungsansätze.
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Bereits in der vergangenen Saison verschenkten Patrik Reuss und der SV Sonderhofen, hier gegen Alexander Schmidbauer vom SSV Kitzingen, aufgrund einer Schwächephase in der Rückrunde eine gute Tabellenposition. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach

Fußball ist bisweilen ein schnelllebiges Geschäft. Das muss derzeit auch der SV Sonderhofen leidvoll erfahren. Noch Anfang September stand der Verein nach tollem Saisonstart auf dem zweiten Tabellenplatz in der Würzburger Kreisliga 1. Aus den ersten sechs Spielen hatte die Mannschaft 13 Zähler geholt und sich somit in der Spitzengruppe positioniert.

Doch was seither passierte, dürfte alle, die es mit dem SV halten, mit Schrecken erfüllen. Die Sonderhöfer Leistungskurve fiel in den zurückliegenden beiden Monaten rapide und brachte nur noch mickrige zwei Punkte aus neun Spielen hervor. Die Folge: Die Truppe um Trainer Christian Hofrichter wurde vom Aufstiegs- auf einen Abstiegsrelegationsplatz durchgereicht (13./15 Punkte).

Doch wie ist ein derartiger Einbruch zu erklären? Jochen Müller, Klubvorsitzender und aktiver Spieler in Personalunion, ist zwiegespalten. Klar, einerseits hat den Verein das Verletzungspech doch arg erwischt. Torjäger Alexander Kreusser steht nach einer Hüft-OP erst in der Rückrunde wieder zur Verfügung, Simon Karl und Kapitän Felix Dopf plagen sich schon seit Längerem mit muskulären Problemen herum und beim 18-jährigen Nachwuchsmann Thomas Betz ist im Knie, vom Kreuzband über den Meniskus, fast alles kaputt gegangen. Angesichts solcher Hiobsbotschaften ehrt es Müller, dass er die lange Ausfallliste allein nicht als Ausrede gelten lassen will. „Wir haben zwar nicht den breitesten Kader in der Kreisliga, aber alles auf die Verletzten zu schieben, wäre zu einfach“, sagt das spielende Kluboberhaupt. Man könne nicht wegdiskutieren, „dass wir zu viele Gegentore bekommen und vorne zu viel liegen lassen.“

Mit 30 eigenen Treffern und 33 kassierten liegt Sonderhofen, verglichen mit der Konkurrenz im Tabellenkeller, zwar noch im Soll, musste zuletzt wie beim 1:4 gegen Buchbrunn/Mainstockheim oder dem 0:5 gegen Bayern Kitzingen aber einige herbe Schlappen einstecken. „Gegen die Topmannschaften in der Liga reicht es zur Zeit einfach nicht“, gibt sich Müller keinen Illusionen hin. Durch die zahlreichen Negativerlebnisse habe das Selbstvertrauen der Mannschaft natürlich gelitten. In kleinen Schritten gelte es nun, dieses wieder aufzubauen. „Jammern hilft nicht. Wir dürfen uns nicht schlechter machen, als wir sind, sondern müssen endlich wieder mal so ein Scheiß-Spiel gewinnen“, appelliert Müller an die Mitspieler, nicht die Köpfe hängen zu lassen.

Selbst geht der Vorsitzende auf dem Platz als gutes Beispiel voran und hält auch im reiferen Fußballeralter von 40 noch die Knochen hin und die Abwehr zusammen. „Fußball macht mir einfach nach wie vor viel Spaß und ich bin in meiner Laufbahn glücklicherweise von schweren Verletzungen verschont geblieben. Außerdem kann ich gerade in einer Situation wie der aktuellen nicht sagen, ich haue jetzt in den Sack“, ist sich Müller seiner Verantwortung bewusst.

Eines steht für den Routinier fest: 2019 sei sportlich nicht das beste Jahr für Sonderhofen gewesen. Immerhin spiele da auch noch die Rückrunde der Vorsaison mit rein, als der Klub durch eine schwache Halbserie ebenfalls eine gute Ausgangsposition herschenkte. Doch noch ist das Seuchenjahr aus Sonderhöfer Sicht noch nicht Geschichte, also gilt es, aus den verbleibenden Wochen das Beste herauszuholen. Allein schon, um dem „Anspruch Klassenerhalt“, wie es Müller nennt, gerecht zu werden. Vier Spiele stehen in diesem Jahr noch auf dem Spielplan, in denen sich der SV ein gutes Gefühl zurückholen will.

Ein Aufwärtstrend sei in den vergangenen beiden Partien gegen Sickershausen (0:2) und Versbach (1:2) ohnehin schon zu erkennen gewesen. „Es wird kein Selbstläufer. Aber mit den zuletzt gezeigten Leistungen werden wir zwangsläufig auch wieder Spiele gewinnen.“

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