Der nicht gänzlich gelungenen Generalprobe hat Ulrike Zehner eine um so glänzendere Vorstellung folgen lassen. Wenige Tage nach dem zweiten Platz bei der bayerischen Meisterschaft gewann die in Escherndorf wohnende Gewichtheberin um ukrainischen Lemberg den Weltmeistertitel der Masters.

Mit der Ungarin Adrienne Kasza lieferte sich die 34-Jährige bis zum Schluss einen spannenden Wettkampf. Als einzige deutsche Masters-Athletin ist Ulrike Zehner in diesem Jahr sowohl deutsche Meisterin als auch Europa- und Weltmeisterin geworden. Vom Bundesverband der Deutschen Gewichtheber (BVDG) wurde sie deshalb mit dem Titel „Masterin des Jahres 2012“ ausgezeichnet. Eine unverhoffte Ansammlung von Triumphen im ersten Masters-Jahr.

Nebenbei stellte die Sportlerin mit 62 Kilogramm im Stoßen einen deutschen Rekord in der Altersklasse 1 bis 48 Kilogramm auf. Im Duell Zehner gegen Kasza begannen beide Kontrahentinnen im Reißen mit 43 Kilo. Wegen des Körpergewicht-Vorteiles von nur 140 Gramm lag die Ungarin nach dieser Teildisziplin vorne. Kasza stieg mit 50 Kilo ins Stoßen ein, ihre deutsche Rivalin brachte es im ersten Versuch auf 55 Kilogramm.

Kasza legte nach und verlangte ebenfalls 55 Kilo, sie scheiterte jedoch zweimal an dieser Last. Zehner konnte sowohl 59 als auch 62 Kilo gültig zur Hochstrecke bringen. Mit 105 Kilo im Zweikampf ging der Titel – mit deutlichem Vorsprung – an Zehner, Kasza holte mit 93 Kilo Silber.

Dass Ulrike Zehner gleich in ihrem ersten Jahr als Master – so werden im Sport galant die älteren Semester bezeichnet – alle Titel abräumen würde, hätte sie sich kaum träumen lassen. Denn die Vorbereitungen liefen nicht sonderlich gut für die Athletin, die früher für den KSV Kitzingen und nun für den AC Schweinfurt startet. Dank ihres Physiotherapeuten Marc Runte allerdings war die Sportlerin rechtzeitig zum Beginn der Masters-Weltmeisterschaft fit genug für den Titel.