Nachdem der Titelkampf sechs Spieltage vor Saisonende zugunsten Eibelstadts entschieden scheint, richtet sich der Fokus in der Kreisklasse 2 Würzburg auf das Rennen um den Relegationsplatz. Um diesen balgen sich momentan noch fünf Mannschaften, die nur drei Zähler trennen. Die beste Ausgangsposition hat als Zweiter die Reserve der FG Marktbreit/Martinsheim um Spielertrainer Christoph Spörer, der auf eine Wiederholung der Geschichte hofft.

Dass der Kampf um den Aufstieg in die Kreisliga ein enger werden würde, war bereits vor der Saison klar. Die Reserve aus Marktbreit und Martinsheim hatten aber nur wenige auf dem Zettel. Neben dem SV Sickershausen, den Spörer als ärgsten Konkurrenten sieht, ist der Fusionsverein die Überraschungsmannschaft der Saison nach Platz acht in der letzten Spielzeit. „Potenzial war auch in den letzten Jahren schon vorhanden gewesen, besonders durch den guten Jugend-Unterbau. Dass es in der Truppe durchaus drin steckt, wusste ich. Wie sie es in dieser Saison abrufen, ist aber auch für mich überraschend“, so Spörer.

Denn seine Schützlinge stehen nach 24 Spieltagen immer noch sensationell auf dem zweiten Rang, der zur Teilnahme an der Relegation berechtigen würde. „Uns hatte die letzten Jahre nie jemand auf dem Blatt. Wir wurden immer als Bezirksliga-Reserve belächelt“, freut sich Spörer über die gute Platzierung seiner Truppe, die sich besonders durch Konstanz auszeichnet. Vor allem zu Hause sind die Schwarzweißen eine Macht. Nur Mitkonkurrent Willanzheim konnte aus Martinsheim drei Punkte entführen.

Auf fremdem Geläuf tun sich die Spörer-Schützlinge da schon schwerer, besonders auf kleineren Plätzen wie in Bibergau oder Gollhofen. „Spontan fällt mir auch noch Mainsondheim ein. In diesen drei Spielen hat der Gegner frühzeitig das erste Tor erzielt und war dann in der Abwehr massiv gestanden. Durch Konter haben sie dann meist den Sack zugemacht“, will Spörer keine explizite Auswärtsschwäche erkennen, zumal die FGM-Reserve bei Tabellenführer Eibelstadt gewonnen hat.

Vielmehr sieht er die meisten Niederlagen darin begründet, dass der Gegner die ansonsten sattelfeste Defensive der Spielgemeinschaft mehr als einmal knacken konnte. Denn – mit der Ausnahme des 2:2 gegen Iphofen – holte die Bezirksligareserve immer dann Punkte, wenn sie weniger als zwei Gegentore kassierte. „Schon mein ehemaliger Trainer Josef Nusko hat mir beigebracht, dass man gut stehen muss. Denn Chancen für ein Tor bekommt man immer. Das ist eine gute Basis, zumal wir erst in zwei Spielen keinen Treffer erzielt haben“, sieht Spörer seine Defensive, die zweitbeste der Liga, als Grundlage für die bisherige Konstanz. Sollte die auch in den nächsten sechs, womöglich acht Partien, halten, könnte das tatsächlich zum Aufstieg führen.

Diesem Gedanken möchte sich auch der Übungsleiter nicht erwehren, wäre aber auch nicht maßlos enttäuscht, sollte es nicht klappen: „Natürlich würden wir uns schwer tun, sollte am Ende ein anderer auf Platz zwei stehen. Denn letztlich scheint die Kreisklasse die richtige Liga für uns.“ Dennoch räumt der Familienvater mit den Bedenken auf, nicht alles für den Aufstieg geben zu wollen. Denn für jeden Spieler wäre es ein tolles Erlebnis, vor hunderten Zuschauern ein Relegationsspiel bestreiten zu dürfen.

Spörer spricht schließlich aus eigener Erfahrung, hat er sich doch noch vor dem Zusammenschluss der beiden Vereine beim SC Marktbreit selbst zum Relegationshelden gekrönt, als er in der Abstiegsrelegation, die kurioserweise in Martinsheim stattfand, gegen den FC Hopferstadt das goldene Tor erzielte. Damit sich Geschichte in diesem Sommer wiederholt – Hopferstadt kämpft in der Kreisliga ums Überleben und könnte am Ende auch auf dem Relegationsplatz landen –, muss Spörers Elf in den richtungsweisenden Partien in Markt Einersheim und gegen Gaukönigshofen den Grundstein legen.

„Wir haben uns schon in der Hinrunde nicht leicht getan. Diese Duelle werden definitiv schwerer als gegen Mannschaften, die mitspielen und nicht nur tief stehen. Wenn wir diese erfolgreich bestreiten, dann ist alles möglich – auch der Aufstieg.“ Der wäre dann das i-Tüpfelchen auf einer unerwartet tollen Saison.