FUSSBALL: KREISKLASSE 2 SCHWEINFURT

Volkach wartet auf seine Spielertrainer

Dass Volkach von vielen als Meister gehandelt wird, hat auch mit Albert Fischer und Sebastian Otto zu tun. Dabei haben die beiden noch keine Minute gemeinsam gespielt.
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Von Abtswind ist Albert Fischer im Sommer nach Volkach gekommen. Dort hat er bisher 41 Minuten gespielt, ehe ihn eine Verletzung zum Aufgeben zwang. Foto: Foto: Michael Kämmerer

An sein erstes Saisonspiel denkt Albert Fischer nur ungern zurück: Es war das vorläufige Ende eines Anfangs, den sich der 36-Jährige ganz anders erwartet hatte. Klickt man auf der Homepage des Bayerischen Fußball-Verbandes auf die Partie des VfL Volkach gegen den FC Lindach, steht hinter dem Namen Fischers ein kleiner Pfeil, der auf eine Auswechslung hindeutet. Nach nicht einmal 42 Minuten war das hoffnungsvolle Debüt zu Ende.

Den VfL Volkach hatten im Sommer nicht wenige deshalb als Meister der Kreisklasse 2 Schweinfurt auf der Agenda, weil der Klub zwei namhafte Spielertrainer geholt hatte. Sebastian Otto und Albert Fischer, jeweils vom Landesligisten TSV Abtswind an die Mainschleife gekommen, bürgten in den Augen der Konkurrenz für höhere Ansprüche – und das war auch berechtigt. Das Dumme ist bloß: Beide sind bisher kaum für ihren Verein im Einsatz gewesen. Bei Fischer waren es immerhin 41 Minuten, bevor ihn ein Muskelfaserriss in der Wade zum Aufgeben zwang. Otto (31) ist noch keine Minute für Volkach auf dem Platz gestanden. Er hat Probleme mit dem Knie und kämpft weiterhin um sein Comeback.

Die Titelchancen des Klubs haben die Ausfälle seiner prominenten Mitstreiter bisher nicht geschmälert. Der VfL führt nach zehn Spielen mit dem TSV Grafenrheinfeld die Liga an und hat sogar ein Spiel weniger bestritten als sein punktgleicher Rivale. „Wenn uns alle Spieler zur Verfügung stehen, können wir eine gute Rolle spielen“, sagt Fischer, ohne das Wort „Meisterschaft“ zu erwähnen. Er muss dieses Thema nicht noch zusätzlich befeuern – es ist auch so heiß genug. Denn natürlich hat der Verein Fischer und Otto geholt, um in nächster Zeit mal wieder die Kreisliga oder sogar mehr anzugreifen.

In den vergangenen Jahren hat das nie geklappt. Der VfL besaß eine Truppe mit viel Talent, aber mit mindestens ebenso viel Phlegma. Ambitionslos ließ sie immer wieder vielversprechende Chancen verstreichen, so dass es schon hieß, das Team sei untrainierbar. Alles quatsch, sagt Albert Fischer. 25 bis 30 Leute kämen regelmäßig zum Training. „Die Leute sind alle willig, wir können uns nicht beklagen.“

Nur einmal kam das alte Phlegma durch. Im Heimspiel gegen Wiesentheid fehlten eine Stunde lang Kampf- und Laufbereitschaft. Es gab ein 2:3, die bislang einzige Niederlage – nicht weiter tragisch, solange Auftritte dieser Art nicht zum Trend werden. Bei 70 bis 80 Prozent ihres Leistungsvermögens sieht Fischer die Mannschaft. Dies ist auch personellen Unwägbarkeiten geschuldet. „Wir haben in den ersten acht Spielen 24 Spieler eingesetzt.“

Mehr noch: „Die Probleme in der Offensive haben wir durch Leute aus der Defensive aufgefangen. Aber die haben sich auf den ungewohnten Positionen natürlich schwer getan.“ Jetzt kehrten die Spieler langsam zurück: ein Michael Klug, der die ersten Spiele fehlte, ein Michael Seuling, der aus beruflichen Gründen einige Male passen musste.

Nur Fischer und Otto fehlen nach wie vor. „Wir haben noch fünf Spiele vor der Winterpause, und unser Ziel ist es, im letzten Spiel gegen Grafenrheinfeld mit der besten Mannschaft anzutreten“, sagt Fischer. Auch wenn man die beiden in dieser Saison noch noch nicht zusammen hat spielen sehen, ihrem gemeinsamen Einsatz für den Erfolg beim VfL hat das nicht geschadet. Sie schauen sich zusammen die Gegner an, sie tüfteln Seit an Seit die Taktik aus, sie legen im Einklang miteinander die Aufstellung fest.

Sie sind, so Fischer, „komplett konform“. Und ihre gemeinsame Zeit als schlagkräftiges Offensivduo wird ebenfalls kommen.

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