FUSSBALL: KREISLIGA

Volkach kommt nach Frühstart locker ins Ziel

Der VfL stellt im Mainschleifenderby gegen Nordheim/Sommerach die Weichen zeitig auf Sieg. Warum Trainer Norbert Feidel die Seinen auf dem richtigen Weg sieht.
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Auf den Füßen steht Volkachs Lucas Springer (rot) dem Nordheimer Patrick Prescher. Foto: Foto: Alexander Rausch

VfL Volkach – TSV Nordheim/Sommerach 4:1 (4:0). Selten zuvor war die Ausgangslage vor dem Mainschleifen-Derby so pikant wie diesmal. Denn bei beiden Teams ist die Situation derart gespannt, dass sie um den Verbleib in der Kreisliga bangen müssen. So gingen die Volkacher als Tabellenvorletzter in dieses Duell, noch schlechter stand der TSV Nordheim/Sommerach, der mit erst vier Punkten wacker den letzten Platz verteidigt.

Einen Fußball-Leckerbissen durfte man von dem Treffen also nicht unbedingt erwarten. Aber was vor allem die Hausherren im ersten Durchgang zeigten, hatte mit üblichem Krampf und Kampf eines Abstiegskandidaten nichts zu tun. Sie gingen zwar in den Zweikämpfen aggressiv und bissig zu Werke, setzten aber auch spielerische Glanzpunkte – und erfreuten damit Trainer Norbert Feidel. „Die Mannschaft setzt das, was ich sehen will, immer besser um“, sagte Feidel, dessen Sohn Jannik den Landesligisten FC Geesdorf trainiert. Seine Spielidee beruhe darauf, aus einer kompakten Defensive rasch durchs Zentrum zu kombinieren und Bälle in die Tiefe zu spielen.

So gelang es den Volkachern auch an diesem Sonntag, ihren Gegner ein ums andere Mal auszuhebeln. Weiterer Pluspunkt: Sie waren wacher. Als die Nordheimer sich noch mit Reklamieren aufhielten, spielten die Gastgeber einfach weiter und bedienten den völlig freistehenden Marcel Maier, der aus nächster Nähe keine Mühe hatte einzuschieben (16. Minute).

Der VfL besaß die bessere Spielanlage und mehr Tempo in seinen Aktionen. Zwar blieb der Gast keineswegs chancenlos. Doch weder Peter Straßberger (21.) noch Raphael Steffen (32.) vermochten aus besten Positionen, die Kugel am starken VfL-Schlussmann Robert Leipold vorbeizubringen. Ein Kopfball von Spielertrainer Patrick Prescher nach einem Freistoß landete ebenfalls nur auf der Oberkante der Latte (29.).

Etwas wie im falschen Film musste sich Prescher mit Blick auf die erste Halbzeit schon vorgekommen sein. „Volkach war nicht so überlegen, wie es das Ergebnis aussagt, hatte im Abschluss aber das Glück und wir Pech“, sagte Nordheims Trainer. In der Tat machte die Heimelf aus ihren Chancen in Hälfte eins beinahe das Optimum, während den Gästen eben das Zielwasser fehlte. Und plötzlich ging es Schlag auf Schlag. Maier nahm im Angriffszentrum ein langes Zuspiel Julian Wiederers an und hob das Leder in einer fließenden Bewegung sehenswert über Torhüter Maximilian Pfaff zum 2:0 ins Netz (26.).

Volkach war nun inspiriert und präsentierte sich äußerst spielfreudig. „Das Umschaltspiel wird in beide Richtungen immer besser“, sagte Feidel, angetan vom Auftritt seiner Mannschaft. Die schenkte den Nachbarn noch vor der Pause zwei weitere Tore durch Jonas Lechner (39.) und Julius Ströhlein (42.) ein und verkürzte dadurch den Spannungsbogen für die zweiten 45 Minuten.

„Wir wollten nach der Pause noch einmal alles raushauen“, sagte Patrick Prescher zwar. Doch Feidel hatte die Volkacher nun defensiver eingestellt, sie offenbarten keine großen Lücken mehr, durch die Nordheim hätte stoßen können. So bissen sie sich lange die Zähne aus, ehe Peter Straßberger in der Schlussphase doch noch der Ehrentreffer gelang.

Während Feidel sich mit seiner Elf über den Sprung aus der Abstiegszone freute, bleibt die Situation für Nordheim/Sommerach auch nach zwei Siegen aus den vergangen vier Spielen prekär. Prescher will im Abstiegskampf noch längst nicht die weiße Fahne hissen. „Das war natürlich heute ein Rückschritt. Aber wir haben noch 13 Spiele. Es ist noch alles möglich“, sagt der Trainer entschlossen.

Volkach: Leipold – Bernhardt, Maier, Maximilian Lechner, Wiederer, Schwenkel, Höfer, Prause, Ströhlein, Springer, Jonas Lechner. Eingewechselt: Höhn (46.), Lutz (56.).

Nordheim/Sommerach: Pfaff – Sebastian Pfeufer, Philipp Finster, Heinrich, Prescher, Jakob, Steffen Schmitt, Straßberger, Moritz Braun, Tobias Braun. Eingewechselt: Benedikt Finster (41.,), Then (57.) und Marcel Pfeufer (63.).

Schiedsrichter: Lukas Müller (Gruppe Schweinfurt). Zuschauer: 150. Tore: 1:0, 2:0 Marcel Maier (16., 26.), 3:0 Jonas Lechner (39.), 4:0 Julius Ströhlein (42.), 4:1 Peter Straßberger (82.). Gelb-Rot: Peter Straßberger (Nordheim, 90.+1, Reklamieren).

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