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HANDBALL: BEZIRKSOBERLIGA FRAUEN

Volkach feiert vorzeitig Titel und Aufstieg

Ausgerechnet der erste Punktverlust der Saison beschert Volkachs Handballerinnen vier Runden vor Schluss den Titel. Diesmal wollen sie sogar ihre Chance nutzen.
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Große Erleichterung nach Spielende: Volkachs Julia Weickert (vorne) mit Lena Bördlein und Julia Wagner, Teresa Werner (hinten links), Ellen Hünting und Julia Zängler (hinten rechts) freuen sich über den Gewinn der Meisterschaft. Foto: Foto: Jürgen Sterzbach
TV Marktsteft – HSG Volkach 19:19  

 

1. (1.) HSG Volkach 14 13 1 0 332 : 237 27 : 1  
2. (3.) TV Marktsteft 14 8 1 5 321 : 297 17 : 11  
3. (2.) TV Großlangheim 14 8 1 5 309 : 280 17 : 11  
4. (4.) VfL SF Bad Neustadt 14 6 2 6 313 : 338 14 : 14  
5. (5.) SpVgg Giebelstadt 14 6 1 7 318 : 291 13 : 15  
6. (6.) TSV Lohr 15 6 0 9 309 : 340 12 : 18  
7. (7.) HG Maintal 13 4 3 6 264 : 268 11 : 15  
8. (8.) TG Heidingsfeld 14 5 1 8 299 : 342 11 : 17  
9. (9.) TG Höchberg 13 4 1 8 260 : 279 9 : 17  
10. (10.) SG Dettelbach/Bibergau 15 4 1 10 289 : 342 9 : 21  

 

TV Marktsteft – HSG Volkach 19:19 (12:8)

Nach zwei unterschiedlichen Halbzeiten ergab sich in der Begegnung zwischen dem TV Marktsteft und der HSG Volkach ein gerechtes Ergebnis. Zwar brachte das Spiel selbst keinen Sieger hervor, doch stand der Meister trotzdem fest. Denn durch das Unentschieden sicherten sich die Volkacherinnen uneinholbar den ersten Platz.

Beide Mannschaften hatten durch ihre anhaltenden Erfolge den Weg für ein Spitzenspiel geebnet. Marktsteft, mit fünf Niederlagen in den ersten sechs Spielen gestartet, brachte sieben Siege in Serie ein und Volkach führte die Tabelle mit 13 Erfolgen verlustpunktfrei an. Ein Unentschieden genügte der Mannschaft von Trainer Marcus Müller deshalb bereits vier Spiele vor dem Saisonende zum vorzeitigen Titelgewinn. Bis der Jubel die Schlusssirene übertönte, und Abteilungsleiter Rupert Mahler eilends Wein und Sekt für die Siegesfeier beibrachte, mussten die Volkacherinnen aber eine schwierige erste Halbzeit über sich ergehen lassen. „Unsere Nervosität war hoch. Schon in den letzten Spielen benötigten wir eine Halbzeit zum Warmspielen“, wusste Müller.

Zwar gingen die Gäste durch Hannah Wagenhäuser und Teresa Werner mit 2:0 in Führung, doch die gezeigte Leistung Marktstefts in den folgenden Minuten bis zum Seitenwechsel war nicht bloß ebenbürtig, sondern phasenweise besser. Nachdem Selina Lenzer der Ausgleich zum 5:5 gelungen war, brachte sie ihre Mannschaft mit zwei weiteren Toren in Führung. Insgesamt zogen spielerisch starke Stefterinnen mit einer 5:0-Serie davon auf 10:5 und zwangen den Gästetrainer bereits nach einer Viertelstunde zu einer frühen Auszeit. Gegen Marktstefts zupackende 6:0-Abwehr fand seine Mannschaft kein Mittel, verwarf Bälle aus ungünstigen Positionen und brachte den Gegner als Folge davon ein ums andere Mal in Vorteil.

Marktsteft steigerte sich von Tor zu Tor. Volkachs Aufbäumen durch Sophia Schellers Konter und Sophie Krämers Rückraumwurf zum 7:10 war kurz, denn nachdem die Gäste den Ball in Sophie Wendels Hände geworfen hatten, erhöhte sie den Abstand durch einen erfolgreich abgeschlossenen Konter erneut auf vier Tore. Die Gäste verzettelten sich mit Einzelaktionen, die nicht zum Ziel, sondern zu einem Halbzeitstand von 12:8 zugunsten Marktstefts führten. Dennoch sei er in der Kabine ruhig geblieben und habe seine Spielerinnen vor allem an ihre Stärken erinnert, erklärte Müller: „In der Halbzeit sagten wir, dass noch nichts verloren ist. Wir lagen nur vier Tore hinten und hatten noch 30 Minuten Zeit, um das Spiel zu drehen.“

Die Ansprache wirkte, denn mit dem Seitenwechsel drehte sich nicht nur die Spielrichtung, sondern auch der Verlauf. Während Marktsteft das Wurfglück abhanden gekommen war, holten die Gäste auf und bejubelten Teresa Werners Ausgleich zum 13:13 lautstark. Kurz danach brachte Sophia Scheller ihre Mannschaft in Führung. „Ab jetzt wusste ich, dass nichts mehr schiefgehen kann“, verriet Müller. Nadine Arlt holte ihre Spielerinnen zu einer Auszeit vom Feld: „Wir konnten die Leistung der ersten Halbzeit nicht dauerhaft halten, da wir zu wenige Wechselmöglichkeiten zu hatten. Trotzdem haben wir das sehr gut gemacht und weitergekämpft.“ Teresa Werners Konter klatschte nur an den Pfosten, so dass Volkachs Vorsprung nicht über ein Tor anstieg.

Als die Gäste in den letzten zehn Minuten ihre beiden Strafzeiten verbüßten, schien Marktsteft im Kopf-an-Kopf-Rennen nach Wendels 18:17 die Nase vorne zu haben, doch Volkach antwortete trotz Unterzahl und spielte im Angriff, nachdem es den Ball zuvor mit einem Einwurf noch hastig verworfen hatte, die letzten 22 Sekunden nach einer beruhigenden Auszeit runter. „Wenn der letzte Wurf reingeht, gewinnen wir das Spiel“, sah Müller die abschließende Gelegenheit bei den Seinen. Marktstefts Leistung wurde aber verdientermaßen mit einem Punkt belohnt, dem ersten und bislang einzigen, den der Meister in dieser Saison abgeben musste.

Zwar feierte der Gegner, doch wurde deutlich, dass der noch jungen und talentierten Marktstefter Mannschaft die Zukunft gehören kann. „Man sieht, dass sie zusammengewachsen ist. Die Mädels haben ihre kleinen Rituale vor dem Spiel, an die sie glauben. Seit diesem Zeitpunkt haben wir kein Spiel mehr verloren“, verriet die Übungsleiterin. Volkachs Zukunft soll, obgleich noch manche Gespräche zu führen sind, nun eine Liga höher liegen. Nach drei zweiten und zwei dritten Plätzen in den letzten fünf Jahren krönten die Volkacherinnen ihre Beständigkeit. Anders als nach der Meisterschaft vor sechs Jahren wollen sie die Herausforderungen annehmen: „Unser Plan ist es, nächstes Jahr in der Landesliga zu spielen. Das haben sich die Mädels verdient“, blickt Marcus Müller voraus.

Die Statistik des Spiels

Handball Bezirksoberliga Frauen:

TV Marktsteft – HSG Volkach 19:19 (12:8)

Marktsteft: Seitz, Kaingu; Lenzer 5/2, Menzel 1, Belitzer, Zerr, Möslein, Dennerlein 4, Jule Hertlein, Senft, Wendel 3, Ina Hertlein 5/1, Krämer, Hirsch 1.

Volkach: Knoppe, Bördlein; Wirsching 2, Hünting, Schlachter 4, Jäcklein 1, Schuster, Zängler, Scheller 3, Weickert, Wagenhäuser 5/3, Sophia Werner, Krämer 2, Teresa Werner 2.

Schiedsrichter: Förster (Rödelsee).

Zuschauer: 100.

Zeitstrafen: 2:4 Minuten (Dennerlein – Schlachter, Krämer).

Siebenmeter: 3:3 (6:4 verwandelt).

Spielfilm: 1:3 (5.); 5:5 (9.), 10:5 (17.), 10:7 (22.), 12:7 (29.), 12:8 (Halbzeit); 13:9 (34.), 13:13 (40.), 14:14 (45.), 16:17 (49.), 17:17 (54.), 19:19 (Endstand).