Turbulente Tage liegen hinter – und wohl auch noch vor – den Handballspielern des TSV Rödelsee. Nach der Niederlage am vergangenen Samstag in Bad Neustadt und dem folgenden Rückzug ihres Trainers Dusan Suchy muss sich die Mannschaft rasch berappeln und auf das wichtige Heimspiel an diesem Samstag (19 Uhr; Sickergrund) gegen den TV Großsachsen vorbereiten. Vilo Vitkovic wird in dieser Begegnung das Team betreuen. Der 39 Jahre alte Slowake, eigentlich Spielertrainer der zweiten Rödelseer Mannschaft, sieht sich als Notlösung, die zunächst nur für ein Spiel halten soll.

Frage: Sie sind der neue Trainer beim TSV Rödelsee. Wie überrascht waren Sie vom Trainerwechsel?

Vilo Vitkovic: Zunächst einmal bin ich kein Trainer bei der ersten Mannschaft, ich werde die Mannschaft nur am Samstag betreuen. Ich war sehr überrascht von Dusan Suchys Rückzug. Ich denke, dass ich nicht der einzige war, den das erstaunte. Man hat es am Montag im Training gemerkt, dass auch die Mannschaft überrascht war.

Sie werden also nur für das Spiel gegen Großsachsen als Trainer auf der Bank sitzen?

Vitkovic: Ja, es ist für ein Spiel ausgemacht. Ich bin ja Spielertrainer der zweiten Mannschaft und sehe mich als Notlösung.

Wie lange mussten Sie überlegen, um die Zusage zu geben?

Vitkovic: Nach dem Schock sprach ich erst mal mit Teammanager Tobias Demel, dann hat die Vereinsführung das Ganze diskutiert. Wir haben beschlossen, dass ich das für die kurze Zeit machen soll. Der TSV muss sich aber nach dem Spiel etwas einfallen lassen.

Wie hat die Mannschaft den Rücktritt von Dusan Suchy aufgenommen? War in den letzten Tagen überhaupt normales Training möglich?

Vitkovic: Am Montag war das ganz schwierig. Wir haben nur locker trainiert, weil die Köpfe nicht frei waren. Wir haben nicht viel anders trainiert als sonst. Wir haben uns besprochen, mit welcher Taktik wir in das Spiel gehen werden. Und ich habe die Jungs gefragt, wie das damals in Großsachsen lief. Dort haben wir nach ausgeglichener ersten Hälfte klar verloren. Wir werden kämpfen, daheim wollen wir unbedingt die zwei Punkte holen. Etwas anderes wäre enttäuschend für uns.

Wie schwierig ist die Situation für Sie? Dusan und Sie sind gut befreundet. Gab es seit Sonntag schon ein Gespräch zwischen Ihnen?

Vitkovic: Wir haben uns noch nicht getroffen, das kommt noch. Die Situation war bisher zu angespannt. Ich werde mir entweder von Dusan oder von Jens Ullmann Tipps holen. Dazu habe ich mir Videos des Gegners angeschaut.

Es ist wohl leichter gesagt als getan, sich in dieser Situation auf das Samstagsspiel zu konzentrieren?

Vitkovic: Das stimmt. Jetzt sind gerade die erfahrenen Spieler gefordert, die Mannschaft auch in schwierigen Situationen zu führen. Wichtig wird sein, dass wir im Kopf gut auf dieses Spiel eingestellt sind. Was die Physis angeht, da sind die Jungs gut vorbereitet.

Also müssen Sie viele Gespräche mit den Spielern führen?

Vitkovic: Reden war und ist wichtig. Wenn am Samstag jeder Spieler alles gibt, bin ich auch überzeugt, dass es klappen wird. Es wäre auch ein Dankeschön, wenn wir die zwei Punkte holen.

Wer wird Sie auf der Bank unterstützen, nachdem Co-Trainer Ullmann auch zurückgetreten ist?

Vitkovic: Mal sehen, eine Unterstützung wäre wichtig, da ich mit der Reserve selbst zuvor gegen Gerolzhofen spiele. Tobias Demel wird mit auf der Bank sein.

Sie selber werden gegen Großsachsen also nicht mitspielen?

Vitkovic: Nein, das bestimmt nicht. Die Situation ist so schon schwierig. Da muss ich nicht auch noch selber spielen.

Gegner Großsachsen holte zuletzt 12:0 Punkte in Serie und scheint derzeit gut in Form zu sein.

Vitkovic: Ja, sie haben kürzlich Bad Neustadt geschlagen. Wir werden sehen, was sie drauf haben. Großsachsen ist keine Übermannschaft. In Rödelsee hatte es bisher keiner der Gegner leicht.