Ein Goldregen ist auf die Schwimmerin Dietlind Weise bei den World Master Games in Turin niedergegangen. Viermal sicherte sie sich in ihrer Altersklasse ab 65 Jahre den begehrten ersten Platz. Auch langjährige Gegnerinnen, etwa aus Japan, bezwang die Kitzingerin bei diesem alle vier Jahre stattfindenden Großereignis, das nach 2009 in Sydney nun in Europa über die Bühne ging.

Sportler aus der ganzen Welt hatten die Stadt an vielen Wettkampfstätten im Griff. Spürbar für jeden, wenn die Straßen der Innenstadt durch die Radrennen blockiert waren. Weise atmete in der Schwimmhalle, wo die Tribünen von begeisterten Zuschauern stets gut besetzt waren, reichlich internationale Wettkampfluft.

Der Auftakt über 800 Meter Freistil gelang ihr auf Anhieb. Weise gewann mit neuer Bestzeit die Goldmedaille. Sie war mit 13:53,58 Minuten sieben Sekunden schneller als bei der deutschen Meisterschaft in Wetzlar – und gab Marina Mazzel aus Brasilien und Michele Mouquet aus Frankreich auf den Plätzen zwei und drei das Nachsehen. Auch über 400 und 200 Meter Freistil konnte sie an ihre Bestzeiten anknüpfen. Sie gewann auch hier jeweils Gold.

Hier zahlte sich aus, dass Dietlind Weise wegen Rückenproblemen das Brustschwimmen beim Training reduziert und den Schwerpunkt auf das Kraulen gesetzt hatte. So wird sie von der Brustschwimmerin langsam zur Kraulerin über die längeren Distanzen.

Über 100 Meter Brust war das Trainingsdefizit zu spüren, Hirose Kayako aus Japan zog nach der Wende das Tempo so an, dass sie nicht mithalten konnte. Daher musste Weise sich mit Silber begnügen. Aus früheren Begegnungen kannte sie die Brustschwimmerin Hirose Kayako sehr gut, die für sie bisher noch nicht zu bezwingen war. Und so warf sie ihre ganze Energie noch einmal auf den letzten Start der Wettkämpfe über 50 Meter Brust, der dann nach Plan lief.

Nach einem perfekten Start zog sie das Tempo an, wissend, dass Kayako auf den letzten Metern immer noch einmal zulegen kann. Bei 30 Metern kam der Angriff der Japanerin, aber Weise konnte das Tempo bis zum Anschlag halten. Der Sieg über die bislang unbezwingbare Japanerin in 44,1 Sekunden brachte der Sportlerin der TG Kitzingen das vierte Gold.