Für Florian Schmitt, Spielertrainer des Fußball–Kreisligisten DJK Retzstadt, war im Spiel beim FSV Zellingen Ehrlichkeit wichtiger als Erfolg. Beim Spielstand von 1:1 (Endergebnis 5:1 für Retzstadt) verzichtete er auf ein vom Schiedsrichter als korrekt gewertetes Tor. Passiert war folgendes: Der 32-jährige Retzstadter, der Zellinger Torwart und ein Verteidiger werfen sich einem vors Tor fliegenden Ball entgegen. In der etwas unübersichtlichen Situation bugsiert Florian Schmitt den Ball unabsichtlich mit der Hand ins Netz. Schiedsrichter Marcel Scherer aus Unteraltertheim deutet zum Anstoßpunkt, doch Schmitt spricht ihn an und fordert, dass der Treffer nicht gewertet wird. Scherer nimmt den Treffer daraufhin zurück und entscheidet auf Freistoß für Zellingen.

„Ich hätte mit einem schlechten Gewissen nicht schlafen können. Gerade als Trainer ist es wichtig, auch Ehrlichkeit vorzuleben“, betont Florian Schmitt, der bedauert, dass die Fairness auf den Fußballplätzen häufig mit Füßen getreten wird. „Neulich hat mir ein junger Kerl im Spiel auf den Kopf gehauen und sich dann theatralisch hinfallen lassen“, schildert er und meint: „Viele schauen wohl zu viel Bundesliga im Fernsehen.“